Alle über 60-Jährigen sollten sich jetzt gegen die Grippe impfen lassen

Grippewelle verläuft früher, schneller und heftiger

Bonn, 19.12.2022 Die aktuelle Grippewelle sorgt bereits jetzt für hohe Krankenstände. „Ältere Menschen, die noch nicht gegen Grippe geimpft sind, sollten dies jetzt nachholen!“ appelliert Gerhard Fieberg, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga (DSL) und bestärkt noch einmal die Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO): Jeder Mensch über 60 Jahre sollte sich unbedingt gegen das Influenza-Virus schützen. Denn 90 Prozent der Grippe bedingten Todesfälle entfallen auf diese Altersgruppe.

Grippe wird von vielen unterschätzt

Ich habe eine Grippe - hört man momentan oft von Menschen, die eine zwar fieberhafte, aber doch eher erträgliche Erkältung haben. Im Gegensatz zu einem solch harmlosen „grippalen Infekt“ ist die Grippe (Influenza) eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, die vor allem für ältere oder vorerkrankte Menschen schwerwiegend verlaufen und auch tödlich enden kann. Besonders in dieser Saison ist die Impfung ratsam, denn mit jedem Jahr, in dem die Grippe nicht oder kaum zirkuliert, wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass es zu einer starken Grippewelle kommt. In den vergangenen zwei Jahren gab es durch die Corona-Schutzmaßnahmen nur wenige Fälle. Schon jetzt zeigt sich, dass die Verbreitung der Grippeviren in diesem Jahr deutlich früher, schneller und heftiger verläuft als in den Vorjahren.

Impfung schützt vor schweren Verläufen

Der Impfschutz sorgt dafür, dass die Krankheit erst gar nicht ausbricht. Aufgrund ihrer reduzierten Immunantwort können ältere Menschen zwar ihr Risiko, an einer Influenza zu erkranken, nur etwa halbieren. Aber wie bei Corona gilt: Eine Erkrankung verläuft bei geimpften Personen in der Regel milder als bei Ungeimpften. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei einer Influenza-Infektion kann sich im Verlauf der Erkrankung zusätzlich eine durch Pneumokokken-Bakterien verursachte Pneumonie, also Lungenentzündung, entwickeln, die zu besonders schweren Verläufen führt. Dieses Risiko, welches insbesondere ältere Patientinnen und Patienten betrifft, gilt es zu verhindern – am besten durch eine Grippe-Impfung. Diese schützt nicht nur vor der stark grassierenden Influenza, sondern beugt auch bakteriellen Lungenentzündungen vor, von denen sich gerade ältere Menschen in der Regel nur sehr langsam erholen.

Hochdosierter Impfstoff enthält viermal mehr Wirkstoff

Nach dem Rat der STIKO sollten ältere Menschen sowohl die vierte Corona-Impfung in Anspruch nehmen als auch für den wirksameren Schutz eine Impfung mit dem hochdosierten Influenzaimpfstoff bekommen. Dieser Impfstoff enthält viermal so viel Wirkstoff wie der konventionelle Influenzaimpfstoff, der für jüngere Menschen mit umfassender Immunabwehr ausreichend ist. Am besten sucht man kurzfristig das Gespräch mit dem Hausarzt und vereinbart umgehend einen Impftermin. Gut zu wissen: Neben den Arztpraxen werden bundesweit auch erstmals manche Apotheken die Grippeschutzimpfung anbieten. Apotheken in der Nähe, die die Impfung nach vorheriger Terminvereinbarung oder zu bestimmten Zeiten anbieten, findet man unter www.mein-apothekenmanager.de.

Informativer Ratgeber „Virusgrippe“

Ausführliche Informationen zum Grippeschutz für ältere Menschen bietet die kostenlose DSL-Broschüre „Virusgrippe. Warum die Grippe-Impfung für Menschen ab 60 besonders wichtig ist!“ Die Broschüre ist kostenfrei über das Internet oder postalisch erhältlich. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn. Weitere Infos und Download der Broschüre unter www.dsl-grippeimpfung.de