Ältere Menschen beklagen mangelnde Benutzerfreundlichkeit von Internetangeboten

Umfrage der Deutschen Seniorenliga – jeder Zweite meidet komplizierte Webseiten

Bonn, 30.03.2022 Die Corona-Krise und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben zwar zuvor skeptische Seniorinnen und Senioren von der Nutzung digitaler Medien überzeugt, aber der große Digitalisierungsschub unter älteren Menschen ist ausgeblieben. Laut Branchenverband Bitkom ist nach wie vor nur jeder Zweite ab 65 Jahren online. Eine aktuelle Umfrage der Seniorenliga zeigt, dass ein Grund hierfür die mangelnde Benutzerfreundlichkeit von Internetangeboten sein könnte.

„Digitale Dienst- und Serviceleistungen haben sich gerade für ältere Menschen in vielen Bereichen bewährt“, erläutert Gerhard Fieberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Seniorenliga. „Aber vielen Senioren fällt der Schritt in die für sie neue Welt immer noch schwer – ein Hindernisgrund hierfür ist ganz offensichtlich auch die mangelnde Benutzerfreundlichkeit von Internetangeboten.“ Dies zeigt die aktuelle Umfrage zum Thema unter 475 Nutzerinnen und Nutzern über 50 Jahre.

Fast jeder Zweite beklagt (48 %) eine schlecht nachvollziehbare Navigation auf Webseiten. Konkret beurteilen viele (44 %) das Ausfüllen von Formularen als kompliziert und missverständlich. Darüber hinaus werden die schlechte Lesbarkeit von Texten (21 %) sowie die ungünstige Farbgestaltung (14 %), die für eine gute Wahrnehmung der Inhalte wichtig ist, kritisiert. Jeder Dritte (32 %) versteht schlichtweg die schlecht formulierten Texte nicht. In der Folge meidet fast jeder Zweite (47 %) konsequent auch Internetseiten, die er an sich gerne nutzen würde.

Durch den demografischen Wandel werden ältere Menschen in den kommenden Jahren zahlenmäßig weiter zulegen und auch zunehmend digitale Angebote nutzen wollen. Die Umfrage zeigt aber deutlich, dass Ältere offensichtlich nicht im Mittelpunkt der Website-Betreiber stehen. „Zwar sehen wir, dass immer mehr Ältere aufgeschlossen für den technischen Fortschritt sind und souverän mit der Digitalisierung umgehen“, so Fieberg: „Dennoch zeigt unsere Umfrage, dass stärker auf die Bedürfnisse älterer Nutzerinnen und Nutzer geachtet werden muss.“ Fieberg verweist in diesem Zusammenhang auf lukrative Chancen für Hersteller, aber auch Institutionen, geeignete Produkte und Dienstleistungen im Internet anzubieten und so die ältere Generation als zufriedene Kunden zu gewinnen. Fieberg regt an, ältere Nutzerinnen und Nutzer in die Website-Entwicklung mit einzubeziehen: „Daraus ergeben sich im günstigsten Fall nicht nur benutzerfreundlichere Webseiten; den Älteren wird auch gezeigt, dass ihre Meinung wichtig ist.“

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