Corona & Co. – Worauf Herzpatienten achten müssen

Seniorenliga-Ratgeber „Impfschutz für Herzpatienten“

Bonn, 07.07.2021 Herz-Kreislauf-Patienten gelten nach einer Infektion mit Covid-19 als besonders gefährdet für einen schweren Krankheitsverlauf*. Gerade für Herzpatienten ist die Corona-Impfung deshalb eine sehr wichtige Schutzmaßnahme. Darüber hinaus sollten aber auch Behandlungen im akuten Notfall ebenso wie routinemäßige Check-Ups trotz Coronapandemie unbedingt wahrgenommen werden. Die neue Broschüre „Impfschutz für Herzpatienten“ zeigt auf, warum Experten dringend zu Impfungen raten und welche Beschwerden auf eine Verschlechterung des Herzens hindeuten, die unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden muss.

Infektionen belasten das kranke Herz

Kommt es bei Herzkranken zu einer Infektion, kann diese schnell bedrohlich werden. Denn die Krankheitserreger schwächen das vorgeschädigte Herz bzw. Herz-Kreislauf-System zusätzlich – sei es direkt oder auch indirekt über den Befall anderer Organe wie etwa der Lunge. Gefürchtet ist eine durch Viren verursachte Lungenentzündung, die dazu führen kann, dass das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert wird. Das Herz muss nun deutlich mehr Pumparbeit leisten, um die Organe mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen. Diese Mehrbelastung kann ein krankes, vorgeschädigtes Herz merklich überfordern und weiter schwächen. Außerdem können Krankheitserreger das Herz direkt angreifen und ihm Schaden zufügen, in dem sie Blutgefäße des Herzens schädigen, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgen. Eine Herzmuskelentzündung gehört zu den besonders gefürchteten Komplikationen eines verschleppten Virusinfekts, denn sie kann zu bleibenden Herzschäden und im Extremfall sogar zum Tod führen.

Alarmsignale erkennen

„Aus all diesen Gründen ist die Impfung gegen Corona, aber auch anderer Infektionskrankheiten wie Grippe oder Pneumokokken, das ‚A und O‘, um Risiken zu senken und langfristig Lebensqualität zu erhalten“, sagt Professor Dr. med. Stephan Baldus, Direktor der Kardiologie im Herzzentrum der Uniklinik Köln und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie DGK: „Aber auch die frühzeitige Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe tragen erheblich dazu bei.“ Bei deutlichen Symptomen sollten Betroffene trotz Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus alsbald zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Die typischen Herzinfarkt-Symptome sind akute Schmerzen im Brust- oder Oberbauchbereich, Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Benommenheit oder Schwindel sowie plötzliche Schweißattacken.

Informativer Ratgeber „Impfschutz für Herzpatienten“

Um Herzpatienten nachdrücklich auf ihre Risiken hinzuweisen und sie zu überzeugen, auf ihr Herz zu achten, hat die DSL eine Informationskampagne mit Broschüre und Internetseite gestartet. Die Broschüre kann kostenfrei bei der Deutschen Seniorenliga e.V. (DSL) auf dem Postweg oder über das Internet angefordert werden: DSL e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.impfschutz-herzpatienten.de

* Hintergrund

Jeder dritte Mensch, der wegen einer COVID-19-Erkrankung stationär behandelt werden muss, hat kardiovaskuläre Vorerkrankungen. Von denjenigen Patientinnen und Patienten, die mit COVID-19 stationär versorgt werden, leiden 58 Prozent an Bluthochdruck, 28 Prozent an Diabetes, 27 Prozent an Herzrhythmusstörungen und 20 Prozent an einer Herzinsuffizienz. Diese kardiovaskulären Begleiterkrankungen sorgen dafür, dass das Risiko zu versterben mit 13,3 Prozent beinahe doppelt so hoch ist, wie bei im Krankenhaus behandelten COVID-Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen (Sterblichkeit von 7,6%).

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie e. V. DGK https://www.kardiologie.org/covid-19/praevention---rehabilitation/warum-covid-19-impfung-fuer-herzpatienten-besonders-wichtig-ist/18775270