Anspruch auf Medikationsplan

Gefahr von Nebenwirkungen bei Multimedikation im Alter

Bonn, 24.01.2020 Wer wegen vieler Beschwerden dauerhaft behandelt wird, muss oft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Bei einer solchen Multimedikation wächst die Gefahr unerwünschter Neben- und Wechselwirkungen. Eine Broschüre der Deutschen Seniorenliga erläutert, welche Risiken die Multimedikation insbesondere für Ältere mit sich bringt. Am Beispiel von drei alterstypischen Erkrankungen – Schwindel, Schlafstörungen sowie Schmerzen am Bewegungsapparat – wird die Problematik der Arzneimitteltherapie aufgezeigt und erläutert, was Arzt und Patient gemeinsam zur Verbesserung der Therapiesicherheit tun können.

Problematische Präparate gegen Schlafstörungen

Beispiel Medikamente gegen Schlafstörungen – sie haben zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen. Einige Wirkstoffe beeinträchtigen gerade bei älteren Menschen langfristig das Reaktionsvermögen, die Muskeltätigkeit und die Gedächtnisleistung. Werden zudem noch andere Medikamente eingenommen, die das zentrale Nervensystem dämpfen, können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken und das Risiko von Nebenwirkungen steigt. Deshalb sollten Beruhigungs- und Schlafmittel immer nur kurzfristig und nach ärztlicher Beratung eingesetzt werden. Für eine längerfristige Therapie sind natürliche Wirkstoffe eine Alternative. Geeignet sind z. B. Arzneimittel auf natürlicher Basis, welche die Ausschüttung von Stresshormonen regulieren (z. B. Neurexan). Das hat beruhigende und entspannende Effekte, ohne dass diese Wirkstoffe die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einschränken oder abhängig machen.

Intensive Abstimmung und Medikationsplan sinnvoll

Oftmals verkannt wird das Risiko von Wechselwirkungen. Nach Einschätzung von Experten lässt sich ab fünf Medikamenten kaum mehr abschätzen, wie die Substanzen zusammenwirken. Wichtig: Dies gilt nicht nur für Medikamente, die vom Arzt verordnet werden. Auch bei der Einnahme frei verkäuflicher Arzneimittel und pflanzlicher Wirkstoffe – dazu gehören auch Erkältungsmittel oder Kopfschmerztabletten – können Neben- und Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen werden. Umso wichtiger ist, dass Arzt, Apotheker und Patient bzw. seine Angehörigen den Überblick über alle einzunehmenden Medikamente behalten und sich intensiv abstimmen. Wenn gleichzeitig dauerhaft mindestens drei Arzneimittel verordnet werden, hat man einen Anspruch auf einen Medikationsplan. Darauf werden alle verordneten und freiverkäuflichen Arzneimittel, aber auch Tropfen, Salben und pflanzliche Mittel sowie Vitamine aufgeführt. Eine solche aktuelle Übersicht trägt nicht nur zur Sicherheit der Therapie bei, sondern erleichtert auch dem Patienten, den Therapieplan einzuhalten.

Kostenloser Ratgeber

Die Broschüre „Medikamente im Alter – Risiken von Neben- und Wechselwirkungen vermeiden" kann angefordert werden bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.medikamente-im-alter.de