Häufige Entzündungen schwächen die Blase

Tipps zur Vorbeugung von Blaseninfektionen und Dranginkontinenz

Bonn, 08.01.20 Blasenentzündungen sind unangenehm und schmerzhaft, verschwinden aber meist nach ein paar Tagen wieder. Häufig wiederkehrende Blaseninfektionen können jedoch zur Dranginkontinenz führen. Daher ist es doppelt wichtig, mit ein paar einfachen Maßnahmen vorzubeugen, zum Beispiel mit der richtigen Hygiene.

Wer es aus Angst vor Blaseninfektionen mit der Intimhygiene übertreibt, erreicht unter Umständen genau das Falsche. Zu intensives Waschen mit schaumbildenden alkalischen Seifen oder parfümierten Intimwaschlotionen kann die Schleimhäute austrocknen und ihre natürliche Schutzfunktion beeinträchtigen. So können Erreger wie E. coli oder Enterokokken leichter eindringen, in die Harnwege gelangen und eine Blaseninfektion auslösen.

Infektionen gehen der Blase auf die Nerven

Manche Menschen sind besonders anfällig und leiden mehrmals im Jahr an einer Blasenentzündung. Dabei werden die Nervenfasern in der Blase dauerhaft gereizt. Das kann mit der Zeit dazu führen, dass der Meldemechanismus von der Blase zum Gehirn gestört wird. Die Folge ist ein ständiger Harndrang, auch wenn die Blase kaum gefüllt ist. Diese Form der Blasenschwäche wird Dranginkontinenz genannt und kommt insbesondere bei älteren Menschen häufig vor.

Blaseninfektionen vorbeugen

Mit ein paar einfachen, aber wirksamen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Blaseninfektionen senken. Dazu gehört eine schonende Intimhygiene mit klarem Wasser oder einer milden pH-neutralen Waschlotion. Entscheidend sind außerdem die richtige Toilettenhygiene sowie Wasserlassen nach dem Intimverkehr. Darüber hinaus ist es wichtig, das körpereigene Abwehrsystem zu stärken, Füße und Unterleib warm zu halten sowie ausreichend zu trinken, um die Harnwege gut durchzuspülen. Patienten, die zu Blasenentzündungen neigen, können von einer Ansäuerung des Urins mit der natürlichen Aminosäure L-Methionin profitieren. Diese ist in Form von Tabletten oder Kapseln in der Apotheke erhältlich. Bei Dranginkontinenz hilft meist eine Kombination aus Entspannungstechniken, Blasen- und Beckenbodentraining sowie Medikamenten zur Entspannung der Blasenmuskulatur.

Tipps zur Vorbeugung und Behandlung

Weitere Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Blasenentzündungen und Blasenschwäche enthält die Broschüre „Eine gesunde Blase", angeboten von der Deutschen Seniorenliga. Weiterführende Informationen zur Gesundheit von Blase und Prostata enthält außerdem die Website www.dsl-blasenschwaeche.de. Die Broschüre kann dort heruntergeladen oder kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga e.V. angefordert werden: DSL e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn.