Kein Risiko eingehen

Foto: auremar - stock.adobe.com
Schutzimpfung gegen Pneumokokken

Pneumokokken sind die häufigsten Erreger schwerwiegender bakterieller Infektionen wie beispielsweise einer Lungenentzündung. Für ältere Menschen kann eine durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung lebensbedrohlich sein. Der beste Schutz ist die Impfung.

Rund 40 bis 50 Prozent der ambulant erworbenen Lungenentzündungen werden durch Pneumokokken verursacht. Übertragen werden Pneumokokken durch Tröpfcheninfektion – also ganz leicht durch Husten, Niesen oder Küssen.

In Deutschland erkranken Schätzungen zufolge jährlich bis zu 660.000 Menschen an einer Lungenentzündung.1 Eine Lungenentzündung, darunter versteht man eine Entzündung des Lungengewebes und/oder der Lungenbläschen, kann die Atmung stark beeinträchtigen und dadurch zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. 

Bakterien der Gattung Streptococcus pneumoniae, besser bekannt unter dem Trivialnamen Pneumokokken, sind besonders häufig Auslöser von Lungenentzündungen bei Erwachsenen. Bei vielen Menschen ist der Nasen- und Rachenraum mit Pneumokokken besiedelt. Das ist ganz normal und bei einem intakten Immunsystem auch nicht weiter bedrohlich. Doch wenn die Abwehrkräfte geschwächt sind, haben Bakterien leichteres Spiel. Genau das ist auch der Grund, warum im Winter mehr Menschen an einer Lungenentzündung erkranken als im Sommer und weshalb ältere Menschen häufiger eine Lungenentzündung bekommen als junge Menschen. Im Alter stellt der Körper nicht nur weniger Abwehrzellen und Antikörper her, sondern ist häufiger auch durch andere Erkrankungen geschwächt. Unabhängig vom Alter haben Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Asthma, Diabetes oder der Lungenkrankheit COPD ein höheres Risiko für Lungenentzündungen.  

Doch nicht allein das Erkrankungsrisiko ist für Menschen mit geschwächtem Immunsystem höher. Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung in der Regel ohne Folgen aus. Ist das Immunsystem aus oben genannten Gründen bereits geschwächt, kann eine Lungenentzündung einen längeren Verlauf nehmen und zu schweren und sogar lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Das betrifft die Lunge selbst, aber auch andere Organe. Viele Patienten kämpfen noch monatelang mit den körperlichen Folgen einer Lungenentzündung, fühlen sich schlapp und erschöpft. Dringen Pneumokokken in normalerweise sterile Bereiche des Körpers ein und breiten sich über die Blutbahn aus, können sie eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen. Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen kann auch die Lungenentzündung chronisch werden.

Antibiotika-Resistenzen erschweren die Therapie

Eine durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung wird üblicherweise mit Antibiotika, beispielsweise Penicillin oder ähnlichem behandelt. Leider kann man sich nicht mehr hundertprozentig darauf verlassen, dass die Antibiotika wirken und man wieder schnell gesund wird. Denn durch den weitverbreiteten und häufig ungezielten Einsatz von Antibiotika nehmen Resistenzen immer mehr zu. Das bedeutet, die Bakterien haben sich so verändert, dass sie weniger empfindlich oder sogar gar nicht mehr auf bestimmte Antibiotika ansprechen. Das ist vor allem dann problematisch, wenn man sich infiziert hat und ein schwerer Verlauf droht.

Darauf sollten Sie achten: Symptome für eine Lungenentzündung bei älteren Menschen

Erste Symptome einer bakteriellen Lungenentzündung sind oft Schüttelfrost, Fieber, Atemnot und Husten. Dieser kann recht häufig von bräunlichem Auswurf begleitet werden, der durch die Blutbeimengungen entsteht, die durch Einrisse kleinster Blutgefäße im Rachenraum entstehen. Schuld daran ist heftiger Husten. Im Alter tritt das häufiger auf, weil das Gewebe anfälliger für Verletzungen ist. Auch ist die Atemnot stärker ausgeprägt als bei jüngeren Menschen, weil die Leistungsfähigkeit der Lunge im Alter herabgesetzt ist. Weitere häufige Symptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen beim Einatmen, da bei einer bakteriellen Lungenentzündung häufig auch das Lungenfell entzündet ist.

Unter anderem deshalb sollten sich gefährdete Personengruppen durch eine Pneumokokken-Impfung vor einer Lungenentzündung, die durch diese Erreger ausgelöst wird, schützen. Die STIKO hat erst kürzlich die Impfempfehlung für die Pneumokokken-Schutzimpfung von Erwachsenen aktualisiert und empfiehlt ab sofort eine einmalige Impfung. Diese muss nur einmal verabreicht werden und reicht somit für die vollständige Immunisierung aus.2 Im Gegensatz zu früher ist eine Auffrischimpfung nicht mehr empfohlen bzw. notwendig. Die Impfung sorgt nämlich auch bei älteren Patienten für eine gute Immunantwort. Die Deutsche Seniorenliga rät dazu, den Impfstatus mit dem Hausarzt zu besprechen. Die Pneumokokken-Impfung kann gemeinsam entweder mit der Grippeschutz- oder der COVID-19-Impfung an einem Termin verabreicht werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Personen ab 60 Jahren standardmäßig eine einmalige Pneumokokken-Schutzimpfung. Wer bereits in der Vergangenheit geimpft wurde, sollte aufgrund von Neuerungen in der Empfehlung mit dem Hausarzt sprechen.

Sprechen Sie Ihren Hausarzt beim nächsten Besuch darauf an. Die Pneumokokken-Impfung kann gemeinsam mit der Grippeschutzimpfung verabreicht werden.

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung der Pfizer Pharma GmbH realisiert.

1 Kolditz, M., Ewig, S., Ambulant erworbene Pneumonie bei Erwachsenen, Deutsches Ärzteblatt 2017, 114:838-48

2 Epidemiologisches Bulletin 39/2023 (www.rki.de)

Abonnieren Sie unseren Newsletter!