Mehrere Medikamente im Alter – Wechselwirkungen nicht unterschätzen

Bonn, 07.08.19 Im Alter nehmen Erkrankungen und die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamenten zu. Diese sogenannte Multimedikation birgt auch Risiken. Der normale Alterungsprozess bringt es zudem mit sich, dass Wirkstoffe anders aufgenommen und langsamer abgebaut werden als bei jungen Menschen. Die unterschätzte Folge: Immer öfter treten unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen ein. Im ungünstigsten Fall sind die Konsequenzen dramatisch. Nebenwirkungen von Medikamenten sind in Deutschland mittlerweile die fünfthäufigste Todesursache, so die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.

Hausarzt muss Fäden in der Hand halten

Ältere Patienten, die häufig an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden, eventuell Ärzte verschiedener Fachrichtungen aufsuchen und auf verschiedene Medikamente angewiesen sind, sollten vor allem auf eines achten: Der Hausarzt muss alle Fäden in der Hand halten und einen Überblick über alle verwendeten Medikamente haben. Denn der Hausarzt ist am ehesten in der Lage, die individuelle Einschätzung von Wechselwirkungen vorzunehmen, weil er das Alter, die Beschwerden und die Krankengeschichte seiner Patienten kennt. Für einen besseren Überblick ist es sinnvoll, sich vom Hausarzt einen Medikationsplan ausstellen zu lassen. Auf dem Plan sind Wirkstoffe, Einnahmeschema und Dosierung notiert, so dass Patienten leichter den Therapieplan befolgen können. Zudem kann ein solcher Plan dem Apotheker und anderen Ärzten vorgelegt werden, um weitere medikamentöse Therapien abzustimmen.

Hinweise zu Wechselwirkungen im Internet

Welche Medikamente für ältere Menschen als besonders riskant eingestuft werden, ist in der PRISCUS-Liste und in der FORTA-Liste aufgeführt: Gegliedert nach Krankheitsbildern finden Ärzte und Apotheker auch Hinweise, welche Therapie sich alternativ anbietet.
Wichtig: Auch bei Einnahme von frei verkäuflichen Arzneimitteln und pflanzlichen Wirkstoffen können Neben- und Wechselwirkungen auftreten. Daher sollte man vor Einnahme jedes zusätzlichen Präparats – dazu gehören auch Erkältungsmittel oder Kopfschmerztabletten – vorsichtshalber Rücksprache mit dem Arzt halten oder sich in der Apotheke beraten lassen.

Kostenloser Ratgeber

Nähere Informationen enthält die kostenlose Broschüre der Seniorenliga „Medikamente im Alter – Risiken von Neben- und Wechselwirkungen vermeiden". Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.medikamente-im-alter.de

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Aktuelle Pressemeldung

Trinktipps bei schwacher Blase

Bonn, 07.07.20 Ob auf einer langen Busfahrt oder beim Wandern: Wer an Blasenschwäche leidet, kommt bei solchen Gelegenheiten leicht in Bedrängnis. Aufs Trinken zu verzichten, ist jedoch keine gute Idee.

Vor allem bei warmem Wetter kann es zu Kreislaufproblemen oder Kopfschmerzen kommen. Doch auch der Blase tut Flüssigkeitsmangel nicht gut. Zum einen erhöht es das Risiko für Blaseninfektionen, wenn die Harnwege nicht ausreichend gespült werden. Zum anderen produzieren die Nieren einen hochkonzentrierten Urin. Beides reizt die Blase und verstärkt die Symptome der Blasenschwäche.

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Reisen fallen aus, Hamsterkäufe leeren die Supermarktregale, Nahrungsergänzungsmittel versprechen Hilfe, Fitnessstudios schließen. Die Corona-Krise verunsichert. Verbraucher wenden sich täglich mit vielen Fragen an uns. Dr. Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen, gibt hilfreiche Hinweise zur Orientierung im Verbraucheralltag.

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