Schwindel im Alter – Nebenwirkungen von Medikamenten beachten

Bonn, 18.04.2019 Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen sind typische Beschwerden, die mit zunehmendem Alter häufiger werden. Mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen und etwa die Hälfte der 75-Jährigen leiden an unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Schwindel. Die Ursachen sind vielfältig – ein Problem kann die hohe Anzahl an Arzneimitteln sein, die im Alter oftmals eingenommen werden.

Darunter sind viele Wirkstoffe, die zu unerwünschten Effekten wie beispielsweise Schwindel führen. Arzt und Apotheker sind bei der medikamentösen Therapie älterer Menschen deshalb besonders gefordert und sollten die Medikamentenliste auf Wirkstoffe hin überprüfen, die im Verdacht stehen, Schwindel hervorzurufen. Eventuell ist es dann möglich, auf ein anderes Medikament auszuweichen. Eine Broschüre der Deutschen Seniorenliga erläutert, welche Risiken die Multimedikation insbesondere für Ältere mit sich bringt. Der kostenlose Ratgeber erklärt leicht verständlich, was Ärzte und Patienten gemeinsam tun können, damit die Therapie nicht nur wirksam, sondern auch sicherer wird.

Risiken der Multimedikation

Eine Tablette gegen Gelenkschmerzen, eine zur Behandlung der Herzinsuffizienz und dann noch die Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels und des Augeninnendrucks. Addiert man die rezeptfreien Medikamente gegen Kopfschmerzen oder Schlafstörungen hinzu, von denen der behandelnde Arzt oftmals gar nichts weiß, ergibt das eine im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregende Anzahl an Arzneimitteln. Entsprechend hoch ist das Risiko für unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen, zumal sich die Nebenwirkungen der einzelnen Präparate zu einem gravierenden Gesamteffekt aufaddieren können. Die Folgen können Verwirrtheit, verzögerte Reaktionen und eben auch Schwindel bedeuten. Umso wichtiger ist bei einer sogenannten Multimedikation, dass Arzt, Apotheker sowie der ältere Patient und seine Angehörigen, den Überblick über alle einzunehmenden Medikamente haben und sich intensiv abstimmen.

Problematische Schwindelpräparate

Auch einige Medikamente gegen Schwindel, im Fachjargon Antivertinigosa genannt, haben zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Benommenheit und sind aufgrund möglicher Wechselwirkungen für ältere Menschen nicht gut geeignet. Sie sollten daher nur kurzfristig eingesetzt werden. Für eine längerfristige Therapie unter ärztlicher Beratung sind natürliche Wirkstoffe eine Alternative. Diese sind in der Regel gut verträglich und machen nicht müde. Außerdem können die natürlichen Arzneimittel oftmals in Kombination mit anderen Medikamenten und nach Rücksprache mit dem Arzt auch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Kostenloser Ratgeber

Die Broschüre „Medikamente richtig einnehmen – Risiken von Neben- und Wechselwirkungen vermeiden" kann angefordert werden bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.medikamente-im-alter.de