Ältere Autofahrer – Probleme offen ansprechen

Neue Broschüre für Angehörige von älteren Autofahrern

Bonn, 13.01.17 Je älter ein Mensch wird, desto unsicherer und schwieriger kann das Autofahren werden. Wie sollen sich Angehörige dann verhalten? Die Deutsche Seniorenliga (DSL) und die Unfallforschung der Versicherer (UDV) empfehlen in ihrem Ratgeber „Offen gesagt“, frühzeitig mit den Eltern über das Thema Autofahren und Fahrtüchtigkeit zu reden.

Fahrtüchtigkeit nicht altersabhängig

„Die älteren Autofahrerinnen und Autofahrer kann man nicht alle über einen Kamm scheren", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Grundsätzlich sage allein das Geburtsdatum nichts über die Fahrtüchtigkeit einer Autofahrerin oder eines Autofahrers aus. Diese sei vielmehr abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand, der Fahrpraxis und der geistigen Fitness. „Fakt ist, dass mit dem Alterungsprozess zwangsläufig Leistungseinschränkungen einhergehen, die sich auch auf den Straßenverkehr auswirken können – man sieht und hört schlechter, die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab, ebenso die Fähigkeit, komplexe Situationen zu erfassen,“ so Brockmann.

Senioren kompensieren Defizite

Viele ältere Autofahrerinnen und Autofahrer spüren die Veränderungen instinktiv und kompensieren sie, indem sie ihr Fahrverhalten anpassen. Sie fahren vorsichtiger, geben bekannten Strecken den Vorzug, meiden Stoßzeiten, schlechte Witterungsverhältnisse und Dunkelheit. „Bei Bedenken hinsichtlich der Fahrtüchtigkeit sollte man ältere Familienmitglieder zunächst während einer oder mehrerer Autofahrten beobachten, um möglichst viele Situationen zu erfassen“, rät Erhard Hackler, Vorstand der Seniorenliga. Dabei ist insbesondere auf die Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit zu achten. Aber wie überzeugt man die eigenen Eltern im Fall der Fälle davon, sich nicht mehr ans Lenkrad zu setzen? „Strikte Regeln gibt es dafür nicht“, so Hackler: „Mit viel Einfühlungsvermögen sollte man offen mit dem Senior reden, um gemeinsam mit ihm eine Lösung zu finden, die seiner eigenen Sicherheit und der der anderen Verkehrsteilnehmer dient.“

Kostenloser Ratgeber

Wer sich Sorgen um Eltern oder Großeltern macht, findet in der kostenlosen Broschüre „Offen gesagt“ Rat und Hilfe, wie ein Gespräch über dieses sensible Thema am besten geführt und wen man als Verbündeten mit ins Boot holen sollte. Außerdem werden Fakten und Informationen an die Hand gegeben, um Hinweise auf Fahrmängel richtig deuten zu können.
Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße. 32, 53123 Bonn.
www.udv.de; www.deutsche-seniorenliga.de

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Aktuelle Pressemeldung

Ältere Fußgänger leben gefährlich

Mehr Schutz für die schwächsten Verkehrsteilnehmer

Bonn, 29.11.2021 Senioren fühlen sich unsicher in der Stadt, selbst in Fußgängerzonen. Das zeigen jetzt die Ergebnisse der Aktion „Sicher zu Fuß – ein Leben lang“. Die Deutsche Seniorenliga hatte ältere Fußgänger bundesweit aufgerufen, Wünsche und Anregungen zur Verbesserung ihrer Alltagswege zu äußern. Hauptkritikpunkt sind die Grünphasen an Fußgängerampeln, die für ältere Menschen viel zu kurz sind und diese beim Überqueren der Fahrbahn unnötig unter Druck setzen. Vielfach beklagt wird auch die rüde und rücksichtslose Fahrweise insbesondere von Scooter-, aber auch von Radfahrern, die Verkehrsregeln missachten, unerlaubt auf Gehwegen unterwegs sind und wegen Unachtsamkeit oder Trunkenheit Unfälle verursachen.

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Neue Broschüre „Wetter und Gesundheit“

DSL Wetter 2021 Titel klein

Tipps nicht nur für Wetterfühlige

Viele meteorologische Faktoren wirken auf den menschlichen Organismus: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit können den Kreislauf belasten. Ein heranziehendes Tiefdruckgebiet löst bei vielen Migräne aus. Feinstäube oder Pollen können Asthma hervorrufen. Es gibt aber auch positive Aspekte. All dies gehört in den Bereich der Human-Biometeorologie.

Die neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga „Wetter und Gesundheit“ erklärt die Zusammenhänge und gibt Tipps, um gesund durch jede Wetterlage zu kommen. Sie ist in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst entstanden.