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Die Wirtschaft entdeckt mehr und mehr die 50plus-Generationen
als kaufkräftige Klientel. Aber nicht immer werden Produkte und
Dienstleistungen auch wirklich an den Interessen und Wünschen
der
Älteren ausgerichtet. Die Deutsche Seniorenliga möchte Ihnen in
dieser Rubrik in Zukunft regelmäßig Hinweise für Verbraucher und
Qualitätskriterien
an die Hand geben, nach denen Sie Ihre Kaufentscheidungen überprüfen
können.
Diese "Checklisten" entwickeln wir je nach Thema zusammen mit ausgewiesenen
Fachleuten für Verbraucherschutz oder Produktdesign, Finanzdienstleistungen
oder dem TÜV.
Unter "Stichwort Gesundheit" informieren wir zudem über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nutzen von Produkten, denen ein gesundheitsfördernder Effekt nachgesagt wird. Auch dies sehen wir als wichtigen Beitrag zum Verbraucherschutz.
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Wie sicher ist unser Arzneimittelmarkt?
Der wachsende Markt an Arzneimitteln, die zunehmende Zahl wirkstoffgleicher Medikamente und die deutlichen Preisunterschiede bei diesen Präparaten, neue Bezugsquellen wie Versandapotheken, Drogeriemärkte oder Internet – die meisten Verbraucher blicken schon lange nicht mehr durch. Viele sind verunsichert und fragen sich, wie sicher unsere Medikamente sind und wie man sich vor Fälschungen schützen kann.
Es ist noch gar nicht so lange her, da bekam man, wenn eine medikamentöse Therapie angezeigt war, vom Arzt ein Rezept, ging damit in die Apotheke und erhielt dort genau die Medikamente,
die der Arzt verordnet hatte. Infolge von Reformen im Gesundheitssystem und den erforderlichen Sparmaßnahmen, die u. a. auch den Arzneimittelsektor betreffen, ist das heute für uns Patienten deutlich unübersichtlicher geworden. So bekommt man in der Apotheke nicht mehr unbedingt genau das gewohnte, auf dem Rezept aufgeführte Medikament,
sondern möglicherweise ein wirkstoffgleiches, aber kostengünstigeres Präparat, ein sogenanntes Generikum. Vielleicht
handelt es sich aber auch
um das Originalpräparat, das in etwas anderer Verpackung und Aufmachung als Importarzneimittel
aus einem europäischen Nachbarland auf den deutschen Arzneimittelmarkt gekommen ist. Verständlich, dass man als Laie da nicht immer durchblickt und sich skeptisch fragt: Wie sicher und wirksam sind diese
Medikamente, wie gut ist die Kontrolle oder wird zu Lasten der Patienten am falschen Ende gespart? Zudem verunsichern immer wieder Berichte über den skrupellosen Handel mit Arzneimittelfälschungen.
Wie groß ist die Gefahr, minderwertige oder schlimmstenfalls sogar gesundheitsschädliche
Medikamente zu erhalten?
Wirksam, sicher,
qualitativ hochwertig
Derzeit sind in Deutschland
knapp 60 000 Arzneimittel zugelassen.
Dazu zählen patentgeschützte
Originalpräparate
ebenso wie Generika und Importarzneimittel. Sie alle haben
die im Arzneimittelgesetz festgeschriebenen
Zulassungskriterien
erfüllt, d. h., ihre therapeutische
Wirksamkeit, Unbedenklichkeit
und pharmazeutische Qualität
wurden vom zuständigen Bundesinstitut
für Arzneimittelund
Medizinprodukte (BfArM) überprüft.
Immer häufiger kommen
auch Präparate mit der europaweit geltenden Zulassung der
European Medicines Agency
(EMA) mit Sitz in London auf
den deutschen Markt. Auf diese
Kontrollmechanismen für zugelassene
Arzneimittelprodukte
können wir uns verlassen.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit ca. 10 % aller Arzneimittel gefälscht. In Deutschland spielen Medikamentenfälschungen
bislang eine untergeordnete Rolle.
Nach Informationen der Unabhängigen Arzneimittelberatung für Patienten zählt Deutschland zu den Ländern mit dem sichersten Arzneimittelmarkt. Dies ist auf die strengen Festlegungen im deutschen
Arzneimittelgesetz zurückzuführen, in dem u. a. der Weg, den ein Medikament vom Hersteller bis in die Apotheke zurücklegt,
verbindlich geregelt ist. Apotheken dürfen ihre Medikamente ausschließlich direkt vom Hersteller oder über einen Großhändler beziehen. Diese wiederum benötigen jeweils eine spezielle Erlaubnis
von den zuständigen Behörden und unterliegen regelmäßigen, strengen Kontrollen. Diese Vorschriften bewirken, dass öffentliche Apotheken eine sehr sichere Quelle für Arzneimittel sind.
Größere Gefahren birgt der Kauf von Medikamenten über das Internet
oder auf Urlaubsreisen.
Kostengünstigere Arzneimittel sind also keinesfalls qualitativ
minderwertig oder weniger
wirksam. Dass es zu den zum
Teil recht deutlichen Preisunterschieden
zwischen wirkstoffgleichen
oder sogar identischen Medikamenten
kommen kann, liegt
häufig an den unterschiedlich
hohen Entwicklungskosten, aber
auch an der geschickten Nutzung
des freien Warenverkehrs
innerhalb des europäischen Arzneimittelmarktes.
Nachahmerprodukte
Es ist für jeden leicht nachvollziehbar, dass die Forschungsund
Entwicklungsarbeit
neuer Medikamente
enorme Kosten verschlingt, die sich letztlich im Abgabepreis niederschlagen. Gelingt es einem Arzneimittelhersteller, die Zulassung
für ein neues Produkt zu erhalten,
so ist dieses Medikament etwa 15 Jahre lang durch ein Patent
geschützt. Nach Ablauf des Patentschutzes dürfen wirkstoffgleiche
Nachahmerpräparate auf den Markt gebracht werden.
Solche Nachahmermedikamente bezeichnet man als Generika. Da bei ihnen die Kosten für die Forschung und Entwicklung entfallen,
sind sie deutlich billiger
als das Original herzustellen. Der vermehrte Einsatz von Generika trägt erheblich dazu bei, die Arzneimittelausgaben
zu senken und
damit das Gesundheitssystem zu entlasten. Allerdings gibt es in einigen
Therapiebereichen und bei sehr schwerwiegenden Erkrankungen
Vorbehalte beim Wechsel vom Original zum Generikum. Denn Generika sind nur wirkstoffgleich,
nicht aber identisch
mit dem Originalprodukt. Das bedeutet, hinsichtlich der Zusammensetzung
einschließlich der
Verwendung der Hilfsstoffe darf es Unterschiede geben. Dies kann zu einer veränderten Aufnahme der Wirkstoffe im Organismus führen.
Importarzneimittel
Importarzneimittel sind therapeutisch
identisch mit dem patentgeschützten
in Deutschland vertriebenen Original. Allerdings sind Abweichungen bei der Zusammensetzung
der Hilfsstoffe ebenfalls erlaubt, so dass auch
hier in seltenen Fällen eine veränderte Wirkstoffaufnahme auftreten
kann. Ganz definitiv stimmen Art und Menge der Wirkstoffe sowie Darreichungsform und Art der Anwendung mit dem Original
überein. Warum aber sind Importarzneimittel günstiger als ihr deutsches Pendant?

Die Pharmahersteller sind in der Regel international agierende Unternehmen, die ihre Medikamente
in verschiedenen Ländern produzieren und in mehreren Ländern verkaufen. So haben auch deutsche Hersteller Produktionsstätten
im Ausland. Sie kalkulieren die Preise jeweils für den nationalen Markt, so dass es innerhalb
der Europäischen Union erhebliche Preisunterschiede für ein und dieselben Medikamente gibt. In Deutschland sind die Arzneimittelpreise meist deutlich höher als zum Beispiel in Spanien oder Italien. Der europäische Binnenmarkt macht es nun möglich, dass diese für z. B. den spanischen
Arzneimittelmarkt bestimmten günstigeren Medikamente nach Deutschland importiert werden können. Auf diese Weise werden im deutschen Gesundheitssystem jährlich bis zu 300 Mio. Euro gespart.
"Bei den von uns vertriebenen Medikamenten handelt
es sich um Markenpräparate, die vom deutschen BfArM auf ihre therapeutische Identität geprüft wurden.
Um den Anforderungen des deutschen Gesetzgebers
zu entsprechen, müssen die Arzneimittel nach dem Import umverpackt werden. Sie erhalten die in Deutschland vorgeschriebene Beschriftung sowie einen
entsprechenden Beipackzettel in Deutsch."
Edwin Kohl, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Arzneimittel-Importeure
Deutschlands
Auch wenn Importarzneimittel
wie Originale und Generika auf
ihrem Weg vom Hersteller bis in
die Apotheke häufig schon weit
gereist sind, bleiben Qualität
und Wirksamkeit gewährleistet:
Alle bei uns in den Apotheken
erhältlichen Importarzneimittel
stammen grundsätzlich aus
Ländern der Europäischen Union
(EU) bzw. des Europäischen
Wirtschaftsraumes (EWR). Man
kann sich darauf verlassen, dass
es sich immer um das Präparat
des Originalherstellers handelt,
die von europaweit tätigen Pharmakonzernen produziert werden
und innerhalb der EU zugelassen
sind.
Da die Verpackung und die Packungsbeilage
auf das jeweils
ursprüngliche Bestimmungsland
abgestimmt und folglich in der
Landessprache abgefasst sind,
müssen bei Importarzneimitteln
nach deutschem Recht die ausländischen
Beschriftungen auf
der Verpackung und die Beipackzettel durch deutschsprachige ersetzt
werden. Dabei reicht schon
ein deutschsprachiger Aufkleber
auf der ausländischen Umverpackung.
Man sollte sich nicht davon irritieren lassen, wenn z. B.
nach wie vor ein fremdsprachiger
Schriftzug die Tablettenblister
ziert.
Um sicherzugehen, dass es sich um eine zugelassene und registrierte Internetapotheke
handelt, klicken Sie auf das Sicherheitslogo. Ist die Apotheke im Register enthalten, öffnet sich eine Webseite des DIMDI mit dem Registereintrag der Apotheke. Überprüfen Sie, ob die Adresse der Webseite mit: "versandapotheken.
dimdi.de/" beginnt. Nur dann handelt es sich um eine Webseite des DIMDI. Öffnen Sie die Webseite der Apotheke über einen der im Register angegebenen Links.
Weitere Informationen unter: www.dimdi.de
Vorsicht vor Fälschungen
Dank der strengen Zulassungskriterien und Kontrollen der Vertriebswege ist das Risiko, in einer Apotheke an gefälschte Arzneimittel zu geraten, gering. Wer also aus Kostengründen in seiner Apotheke
neben dem Originalpräparat ein Generikum oder ein Importarzneimittel erhält, ist auf der sicheren Seite. Unrühmliche Ausnahme ist der Arzneimittelhandel
per Internet. Nach Schätzungen der WHO ist mehr als die Hälfte der Medikamente, die über unseriöse Internethändler vertrieben werden,
gefälscht. Das bedeutet, sie enthalten entweder
keinen oder einen anderen, sowie zu viel oder zu wenig der angegebenen Wirkstoffe, Wirkstoffe mangelhafter Qualität, oder aber Verpackung und Kennzeichnung zur Herstellung und Zulassung sind gefälscht. Neben LifestyleMedikamenten wie Potenzmitteln, Wachstumshormonen zum Muskelaufbau,
Schlafmitteln oder Diätpillen sind zunehmend
auch Fälschungen von lebenswichtigen, verschreibungspflichtigen Medikamenten in Umlauf. Es gibt jedoch auch viele seriöse Internetapotheken,
die genau die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie die Apotheken vor Ort. Wer nicht auf die durchaus bequeme Bestellung seiner Medikamente
per Internet verzichten möchte, sollte sich den Anbieter deshalb sehr genau ansehen.
Hilfe bietet hier das Versandapothekenregister des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation
und Information (DIMDI). Dort sind alle Internetapotheken aufgeführt, die behördlich zum Versandhandel zugelassen sind. Außerdem dürfen diese Apotheken auf ihrer Internetseite das Sicherheitslogo
abbilden, so dass Sie mit einem Klick schnell deren Seriosität prüfen können.
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So erhalten Senioren ihre Haut gesund
Wenn aus den ersten Fältchen Falten werden, ist es Zeit, die tägliche Hautpflege zu überdenken. Denn im Alter hat die Haut andere Bedürfnisse als in jungen Jahren: Sie wird dünner, neigt zur Trockenheit und ist anfälliger für Entzündungen und Infektionen. Mit einer sorgfältigen Pflege bleibt sie dennoch gesund.
Ältere Menschen sollten der Hautpflege viel Aufmerksamkeit schenken. Denn mit den Jahrzehnten verliert die Haut ihre Stabilität, wird dünn und empfindlich. Der Grund: Die Hautzellen erneuern sich nicht mehr so schnell und die Talgdrüsen produzieren weniger Fett. Die Haut kann Feuchtigkeit schlechter speichern, wird trocken und rissig. Die Aktivität der Schweißdrüsen lässt ebenfalls nach, so dass der hauteigene Säureschutzmantel Keime nicht mehr so gut abwehren kann. Entzündungen, Ekzeme und Juckreiz sind oftmals die Folgen.
Mindestens einmal pro Woche von Kopf bis Fuß eincremen

Mit der richtigen Pflege kann auch alternde Haut gesund bleiben. Dafür braucht sie vor allem ein ausgewogenes Verhältnis von Fettsubstanzen und Feuchtigkeitsgebern, welche die hauteigenen Abwehrmechanismen unterstützen. So wird die Haut geschmeidig und widerstandsfähiger gegen äußere Störungen wie trockene Luft, Wärme oder Kälte. Hochwertige pflanzliche Öle, wie beispielsweise Sonnenblumenöl oder Sheabutter (Karité-Öl), ziehen tief in die Haut ein und stabilisieren die Hautschutzfunktion. Am besten cremen sich Senioren wenigstens einmal pro Woche am ganzen Körper sorgfältig mit einer reichhaltigen Wasser-in-Öl-Emulsion ein – bei sehr trockener Haut auch öfter, etwa nach jedem Duschen oder Baden. Pflegeprodukte, die nachweislich für die empfindliche Babyhaut geeignet sind, leisten auch älteren Menschen gute Dienste und versorgen ihre Haut mit allen notwendigen Pflegesubstanzen. Denn Babyhaut hat ähnliche Bedürfnisse wie die alternde Haut: Sie ist äußerst dünn, störungsanfällig und oftmals sehr trocken. Großeltern können also beruhigt zu den Cremes und Tuben ihrer Enkel greifen.
Beim Reinigen ist weniger mehr
Eine gute Körperhygiene ist wichtig; dennoch sollten Senioren es mit dem Waschen nicht übertreiben. Alkalische Seifen, starkes Rubbeln und raue Waschlappen reizen die Haut. Vor allem an empfindlichen Stellen wie unter den Achseln oder in der Leistengegend schädigt allzu intensives Waschen den Säureschutzmantel. Besser ist es, kurz unter lauwarmem Wasser zu duschen und dort, wo es nötig ist, ein mildes Duschgel zu verwenden.
Weitere Informationen auch zur alternden Haut enthält die Broschüre "Schutz und Pflege für trockene und empfindliche Haut", herausgegeben von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Die Broschüre ist kostenlos und kann auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.
Quelle: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. (DHA)
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Fast die Hälfte aller Patienten in Deutschland nimmt Medikamente entgegen der ärztlichen Verordnung unregelmäßig oder gar nicht ein. Ein ungünstiger Krankheitsverlauf, unnötige Krankenhausaufenthalte und eine enorme finanzielle Belastung des Gesundheitssystems sind die Folgen. Dabei können Patienten wesentlich dazu beitragen, dass ihre Arzneimitteltherapie
so sicher und erfolgreich wie möglich ist. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb einen Flyer herausgegeben mit acht Hinweisen, die Patienten zu Ihrer eigenen Sicherheit beachten sollten.
Wenn Sie diesen Flyer bestellen möchten:
Best.-Nr.: BMG-G-09052
E-Mail: publikationen@bundesregierung.de, Telefon:
0 18 05 / 77 80 90*, Fax: 0 18 05 / 77 80 94*
Schriftlich: Publikationsversand der Bundesregierung,
Postfach 48 10 09, 18132 Rostock
* Für diesen
Anruf gilt ein Festpreis von 14 Cent pro Minute aus den Festnetzen und maximal 42
Cent pro Minute aus den Mobilfunknetzen.
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Cholesterinsenker in Lebensmitteln - Nutzen unbelegt, Gefahren ignoriert!
Cholesterinsenkende Medikamente bescheren der Pharmaindustrie jährlich Umsätze in Milliardenhöhe. Seit einigen Jahren drängen auch die großen Lebensmittelhersteller auf diesen boomenden Markt. Von der Milch über Schnittkäse, Joghurtdrinks bis hin zu besonderem Brot. In einer Reihe funktioneller Lebensmittel sind so genannte Pflanzensterine enthalten. "Senken nachweislich den Cholesterinspiegel" ist auf den Packungen zu lesen. So vermitteln sie den Eindruck, der Gesundheit ganz besonders förderlich zu sein.
Bis heute jedoch ist der Nachweis des tatsächlichen Nutzens einer
Cholesterinsenkung, ob durch Medikamente oder Lebensmittelzusätze,
nicht erbracht. Die Senkung des Cholesterins soll der Arteriosklerose
(Verstopfung der Blutgefäße) und damit Erkrankungen des Herzens
und der Blutgefäße vorbeugen. Nachgewiesen ist bisher lediglich
die Senkung des Cholesterinspiegels. Für einen hieraus resultierenden
lebensverlängernden Effekt gibt es keinerlei Belege. Mit der nachgewiesenen
Cholesterinsenkung allein auf einen relevanten Nutzen zu schließen
ist so, als würde man ein energiesparendes Auto ausschließlich
an der Gewichtsreduktion gegenüber dem Vorgängermodell und nicht
anhand einer Verbrauchsmessung bestimmen. Die Gewichtsreduktion
alleine sagt zunächst nichts über den Energieverbrauch aus.

Ähnlich verhält es sich beim Cholesterin: Während der Nutzen nicht belegt ist, gibt es sogar Hinweise darauf, dass die Senkung negative Wirkungen zeigen kann: So könnten niedrige Cholesterinspiegel Gefäßschäden begünstigen, Krebs fördern (1) oder die Hirnleistung einschränken. Schließlich ist das Nachlassen des Erinnerungs- und Konzentrationsvermögens möglich (2). Bis heute ist die Bedeutung eines erhöhten Cholesterinspiegels nicht geklärt, es gibt sogar Vermutungen, dass solche Erhöhungen eher eine Abwehrreaktion gegen bestehende Gefäßschäden sein könnten. Ein erhöhter Cholesterinspiegel wäre in solchen Fällen sogar sinnvoll. Bei der Untersuchung verstorbener Patienten konnte keinerlei Zusammenhang zwischen erhöhtem Cholesterinspiegel und dem Ausprägungsgrad von Gefäßschäden festgestellt werden (3).
Die medikamentöse Cholesterinsenkung unterliegt aus gutem Grund einer ärztlichen Kontrolle. Ganz anders verhält es sich bei der Verwendung von Lebensmitteln mit Pflanzensterinen. Einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikoabwehr (BfR) und der Verbraucherzentralen aus dem Jahr 2007 zeigte, dass fast die Hälfte der Verwender gar keinen erhöhten Cholesterinspiegel hat. Sie verwenden die Produkte in der Hoffnung, etwas Gutes für sich zu tun. Die Umfrage zeigte auch, dass mehr als 20% der Nutzer mehr als ein Produkt verwenden, in einigen Fällen waren es sogar vier oder mehr Produkte (4). Dabei enthält die Tagesportion eines Produkts bereits die empfohlene Höchstmenge von 3 g an Pflanzensterinen. Zum dem Aspekt, dass Cholesterinsenkung an sich schon umstritten ist, kommt hier also noch die Gefahr einer Überdosierung und Fehlverwendung. Aktuelle Studien zeigen, dass Pflanzensterine gefäß- und herzschädigend sein könnten, weil sie sich in Gefäßen und
Herzklappen ablagern (5-9). Die Forderung des Bundesinstituts für Arzneimittelsicherheit BfA, aus diesem Grund auch keine weiteren Pflanzensterin-Lebensmittel zuzulassen, ist angesichts der schon jetzt bestehenden Produktpalette zu spät und auch rechtlich höchst aussichtslos. Einzige Abhilfe im Sinne des Verbraucherschutzes wäre ein totales Verbot des Zusatzes von Pflanzensterinen in Lebensmitteln oder wenigstens ein deutliche Kennzeichnung mit Warnhinweis.
Aber auch das neue EU-weite Health-Claim-Zulassungsverfahren spielt eher den Herstellern in die Hände: Die Bestätigung der Rechtmäßigkeit des Führens eines Health-Claims, also einer gesundheitsfördernden Wirkungsbehauptung zu einem Produkt, führt sehr wahrscheinlich eher zu einem noch weniger regulierten Verbrauch dieser Produkte – unter Inkaufnahme einer ganzen Reihe naheliegender Risiken.
(1): Shepherd J, Blauw GJ, Murphy MB, et al. Pravastatin in elderly individuals at risk of vascular disease (PROSPER): a randomised controlled trial. Lancet 2002; 360, 1623–1630
(2) Cognitive impairment associated with atorvastatin and simvastatin. Pharmacotherapy. 2003 Dec;23(12):1663-7
(3): Cholesterin ist für die Atherosklerose ohne Bedeutung. Die Ergebnisse von Autopsien stützen die Lipidhypothese nicht. Gebbers JO. Ars Medici. 1998;88:564-9
(4): Lebensmittel mit Pflanzensterinzusatz in der Wahrnehmung der Verbraucher. B. Niemann, C. Sommerfeld, A. Hembeck, C. Bergmann, 2007
(5): Assmann G, Cullen P, Erbey J, Ramey DR, Kannenberg F, Schulte H. Plasma sitosterol ele-vations are associated with an increased incidence of coronary events in men: results of a nested case-control analysis of the Prospective Cardiovascular Münster (PROCAM) study. Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2006 Jan;16(1):13-21. Epub 2005 Jul 28.
(6): Helske S, Miettinen T, Gylling H, Mäyränpää M, Lommi J, Turto H, Werkkala K, Kupari M, Kovanen PT. Accumulation of cholesterol precursors and plant sterols in human stenotic aor-tic valves. J Lipid Res. 2008 Jul; 49(7):1511-8. Epub 2008 Apr 8.
(7): Rajaratnam RA, Gylling H, Miettinen TA. Independent association of serum squalene and noncholesterol sterols with coronary artery disease in postmenopausal women. J Am Coll Cardiol. 2000 Apr; 35(5):1185-91.
(8): Thiery J, Ceglarek U., Fiedler GM, Leichtle A, Baumann S, Teupser D, Lang O, Baumert J, Meisinger M, Loewel H, and Doering A. Abstract 4099: Elevated Campesterol Serum Levels - a Significant Predictor of Incident Myocardial Infarction: Results of the Population-based MONICA/KORA Follow-up Study 1994 to 2005 Circulation, Oct 2006; 114: II_884.
(9): Weingärtner O, Lütjohann D, Ji S, Weisshoff N, List F, Sudhop T, von Bergmann K, Gertz K, König J, Schäfers HJ, Endres M, Böhm M, Laufs U. Vascular effects of diet supplementation with plant sterols. J Am Coll Cardiol. 2008 Apr 22; 51(16):1553-61.
Quelle: Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz
- Info Gesundheit e.V. (BGV)
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Fischöl, Olivenöl, Mittelmeerdiät – keine Belege für Wirkung
Die Einwohner Grönlands und die des Mittelmeerraums haben wahrscheinlich wenig gemeinsam – bis auf ein auffälliges Merkmal, das Wissenschaftler bereits seit den 60er Jahren aufmerken lässt: In diesen Regionen leiden die Menschen besonders selten an Erkrankungen der Herzgefäße.
Schnell wurde die vermeintliche Ursache ausgemacht: die Ernährungsgewohnheiten – zwar grundverschieden, aber doch mit dem gleichen herzgesunden Effekt. Bei den Innuit war es der stete Konsum von Wal-, Robben- und Fischfett, bei den Südländern doch eher die ausgewogene „Mittelmeerkost“, bestehend aus einem reichhaltigen Angebot an frischen Salaten, Obst, Gemüse, Fisch, Nüssen, Getreide, Hülsenfrüchten, mit Olivenöl als Grundelement und wichtigstem Fettlieferant. Fleisch bleibt marginal und Rotwein ebenso.

Diese Informationen zugrunde gelegt, ließ die Nahrungsmittelindustrie mit ihren Angeboten nicht lange auf sich warten. Bestseller wie „Fischölkapseln“ und „Speiseölvariationen“ jeglicher Provenienz, gewonnen durch „besonders natürliche Herstellungsverfahren“ wurden angeboten – begleitet von neuen Begrifflichkeiten wie kaltgepresst, extra virgin, Omega3, einfach/ mehrfach ungesättigt, gehärtet. Der Kenner setzt sich sogar mit „Transfettsäuren als Stereoisomere der cis-Form“ auseinander. Nicht zu vergessen das komplexe Wechselspiel mit allem, was mit Bluttfettwerten zusammenhängt – Cholesterin, gutes und schlechtes, Triglyzeride, LDL oder HDL uvm.
Die Versuchung, statt an selbst zubereitetes Essen an eine Gesundheitspille zu glauben oder auch an den täglichen Gesundheits-Ernährungs-Quickie ist ein immer wiederkehrender Zwang, der viele von uns ereilt, nur kurz durch Schreckensmeldungen zu Nebenwirkungen gedämpft – die manchmal noch Jahrzehnte später nachgereicht wurden, was soll‘s.
Und so haben es viele versucht, als Eskimo oder Kretaner oder beides – mit Kapseln und Flaschen zwar, aber die Essenz war doch dieselbe.
Bis heute gibt es keine Belege für eine positive Auswirkung dieser oder anderer fettreduzierenden Ernährungsweisen. Untersuchungen zu Cholesterinspiegelsenkungen durch rigorose Diäten mit reduzierten gesättigten Fettsäuren stammen aus den 60er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und wurden zum Teil nur auf bestimmte Personenkreise beschränkt. Nach Meinung von Experten kaum übertragbar auf die Allgemeinheit und die Gegenwart. Für alle Studien gilt: ein lebensverlängernder Effekt wurde nicht beobachtet. Auch die Daten zu Fischölkapseln sind widersprüchlich und liefern keinen Beleg für einen konkreten Nutzen. Zumindest eines hat sich immer wieder bestätigt: Lebensmittel mit hohem Gehalt an Transfettsäuren sollten möglichst gemieden werden. Das scheint schwer möglich, da es bis heute keine Kennzeichnungspflicht für den Gehalt an Transfettsäuren gibt. Aber es sind sowieso wohl die üblichen Verdächtigen: Pommes, Süßes und Fertiggerichte...
Vielleicht kommt die neue Ernährungsbewegung aus den USA gerade recht. Die „Neolithiker“ haben den Anspruch, sich so zu ernähren, wie die Steinzeitmenschen, im Wesentlichen viel Wild und Fisch, Nüsse und Beeren, keine Milch- und Getreideprodukte. Die neuzeitlichen Steinzeitler erklären die erhofften positiven Effekte damit, dass der Mensch evolutionär noch keine Gelegenheit hatte, sich auf Hamburger und Latte Macchiato umzustellen.
Leider wurden die Steinzeitler nur selten älter als dreißig Jahre – eine zu kurze Lebensspanne, um über die positiven oder negativen Langzeitwirkungen ihrer Ernährungsweise zu spekulieren.
Quelle: arznei-telegramm 2/10
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Vitamine, Mikronährstoffe und Co – sind Nahrungsergänzungsmittel für Ältere sinnvoll?
Gerade für Senioren wird eine Vielfalt von Vitamin-, Mineralstoff- und
sog. Mikronährstoffprodukten frei verkäuflich angeboten. In der Apotheke,
aber auch in Supermärkten und bei Discountern. Dabei zeigt eine Studie der
Hochschule Niederrhein aus dem Jahr 2006, dass ältere Menschen (ab 55) zu
fast 60% Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen - ohne dabei zu wissen,
was sie eigentlich einnehmen.
Scheinbar ist die Entscheidung für Nahrungsergänzungsmittel
nicht abhängig von einem nachgewiesenen Mangel eines
Nährstoffs,
sondern eher getrieben von dem Wunsch, der im Alter steigenden
Wahrscheinlichkeit der Erkrankung auf
möglichst einfachem Wege präventiv entgegenzuwirken. Diesen Wunsch bedient
die Industrie mit einem vielfältigen Angebot und immer nach dem Prinzip: „Je
mehr, desto besser“. Das galt lange Zeit für die Dosierungen der Inhaltsstoffe
von Nahrungsergänzungsmitteln und gilt nach wie vor für deren Zusammensetzung.
Oftmals enthalten Produkte 20 oder mehr Einzelsubstanzen.

Dabei geraten immer wieder einzelne Substanzen, die über Jahre oder Jahrzehnte als unbedenklich und sogar gesundheitsfördernd galten und entsprechend hochdosiert angeboten wurden, in den Verruf, gesundheitsschädlich zu sein. Bekannte Beispiele sind u. a. Vitamin A, Betakarotin und Vitamin E. Sogar bei hochdosiertem Vitamin C, propagiert u. a. als immunstärkend, ist eine gesundheitsschädigende Wirkung möglich (Metaanalyse der Universität Kopenhagen 2007). Auch die fortdauernde Einnahme von Präparaten mit Eisenzusatz kann scheinbar die Entstehung von diversen Erkrankungen fördern. Bereits seit 2004 fordert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den gänzlichen Verzicht von Eisen als Nahrungsergänzungsmittel
und als Lebensmittelzusatz (Stellungnahme Nr. 016/2009 vom 2. März 2009). Eine angekündigte EU-weite Regelung über gültige Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe lässt weiter auf sich warten. Man kann skeptisch sein: Die geplante EU-Regelung der Zusammensetzung von Nahrungsergänzungsmitteln ist bereits erfolgreich torpediert worden.
Aber eine breite Mischung an Substanzen könnte doch trotzdem nützlich sein, da ein Mangel gar nicht erst auftreten kann – sollte man meinen. Macht es die Mischung wirklich? Nach Meinung von Ernährungswissenschaftlern eindeutig nein.
Zwar ändert sich der Bedarf an Nährstoffen tatsächlich im Laufe eines Lebens, aber auch im Alter kann eine ausgewogene Ernährung den Nährstoffbedarf weitestgehend abdecken. Es gibt einige wenige Nährstoffe, bei denen im höheren Alter gehäuft ein Mangel auftreten kann. Das sind Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure und Jod (u. a. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, DGE aktuell 17/2003; aid Infodienst, Ernährung von jung bis alt). Bei Vitamin B12 liegt der wesentliche Grund in Veränderungen des Magen-Darm-Traktes, die die Aufnahme dieses Vitamins verhindern können. Vitamin D wird unter Lichteinfluss gebildet. Durch eine Verringerung der Eigenproduktion und die steigende Unbeweglichkeit im Alter kann auch hier ein Mangel entstehen. Folsäure- und Jodmangel können zwar auch im Alter durch gezielte Ernährung verhindert werden. Dies ist aber gerade für Ältere aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten oft schwierig.
Die DSL empfiehlt: Finger weg von breit gefächerten Nahrungsergänzungsmitteln – diese sind unnötig und sehr teuer, im Einzelfall können bei entsprechender Dosierung und Einnahmezeit gesundheitsschädliche Wirkungen auftreten. Vielmehr sollte der Arzt einen tatsächlichen und behandlungsbedürftigen Mangel bestätigen und eine gezielte Supplementation mit dem entsprechenden Nährstoff in der richtigen Dosierung empfehlen.
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Tipps und Hinweise für Familienangehörige und Freunde
Mit dieser Checkliste wollen wir Ihnen helfen, ältere Angehörige und Freunde dabei zu unterstützen, ihr
Zuhause sicherer und komfortabler zu machen. Die meisten Bewohner sind so vertraut mit ihrem Umfeld,
dass ihnen Mängel nicht mehr auffallen. Umso wichtiger ist es, dass aufmerksame Freunde und Verwandte
auf entsprechende Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen.
Vereinbaren Sie mit Ihren Lieben einen „Sicherheits-Check“ in den eigenen vier Wänden. Bei diesem Rundgang
durch das Haus oder die Wohnung hilft Ihnen unsere Checkliste, Schwachstellen zu identifizieren und
Verbesserungen vorzunehmen, die für mehr Sicherheit und Komfort sorgen.
Belassen Sie die Checkliste im Original oder als Kopie vor Ort, so dass die Vorschläge jederzeit nachgeschaut
werden können.
Je älter wir werden, desto mehr gewinnt die Wohnung als Lebensmittelpunkt an Bedeutung. Kein Wunder
also, dass die meisten Menschen so lang wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben möchten.
Zufriedenheit mit der Wohnsituation trägt im Alter auch wesentlich zum Erhalt von Selbstständigkeit und
Lebensqualität bei. Dennoch ist nicht jeder Mensch offen für Veränderungen, wenn es um die Neu- oder
Umgestaltung seines Wohnraums geht. Gehen Sie deshalb behutsam vor, verdeutlichen Sie die Vorteile
eines sicheren Zuhauses und überzeugen Sie mit guten Argumenten.
Bitte teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit der Checkliste mit – senden Sie uns dazu eine E-Mail mit dem
Betreff „Checkliste Wohnen“ an info@deutsche-seniorenliga.de
Umfassende Informationen zum Thema finden Sie auch in unserer kostenlosen Informationsbroschüre „Gut
leben, wo ich zu Hause bin“, die Sie für sich und andere hier
sofort bestellen können.
 Checkliste downloaden
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Unsere Checkliste für Ihre finanzielle Planung
Plötzlich ist es soweit: Ihre Lebensversicherung oder eine
andere Ansparleistung wird fällig und Ihnen steht ein größerer
Geldbetrag ins Haus. Nun können Sie sich Ihre Wünsche
erfüllen!
Aber: Zukünftige Ausgaben sollten gut überlegt sein.
Wie Sie die Beträge verwenden, liegt an Ihrer persönlichen Versorgungssituation,
Ihren Zielen und Wünschen, aber auch an den zukünftigen gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen. Überstürzen Sie nichts und machen Sie
erst einmal eine Bestandsaufnahme. Unsere Checkliste hilft Ihnen
dabei, die erwartete Einnahme mit möglichen geplanten oder
ungeplanten Ausgaben gegenüberzustellen.
Mit Hilfe unserer Tipps können Sie auch die gestiegene Lebenserwartung
und die Inflationsrate einkalkulieren. Machen Sie sich ein Bild
Ihrer zukünftigen Versorgungssituation und beugen Sie so einer
drohenden Versorgungslücke vor.
 Checkliste downloaden
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Qualitätskriterien für den Kauf und die
Installation von Treppenliften
Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum ist hoch und wird in Folge des demografischen Wandels und der Zunahme altersbedingter Mobilitätseinschränkungen weiter steigen.
Eines der grundlegendsten Probleme für mobilitätseingeschränkte Menschen ist hierbei die Überwindung von Treppen und Stufen. In diesem Zusammenhang gewinnen moderne Aufzugs- und Liftsysteme - auch im privaten Bereich - an Bedeutung, die wenig Platz beanspruchen und nahezu jeder Wohn- und Treppensituation angepasst werden können.
Mit dem folgenden Qualitätskriterienkatalog soll Verbrauchern eine Orientierungshilfe bei der Auswahl einer geeigneten Treppenliftanlage an die Hand gegeben werden. Erstmalig hat die DSL 2008 angesichts erfüllter Qualitätsstandards ein Empfehlungssiegel an die Firma HIRO LIFT in Bielefeld vergeben.
Grundsätzliches vor dem Kauf:
Die
Anschaffung einer Treppenliftanlage sollte wegen der Dauerhaftigkeit
ihrer Nutzung wohlüberlegt sein.
Im Idealfall sind Anbieter und Hersteller identisch. Dass Vertrieb, Konstruktion, Fertigung, Montage und Service aus einer Hand kommen, sollte der Käufer erfragen und sich schriftlich bestätigen lassen.
Käufer sollten Anzahlungsverlangen gründlich prüfen. Lediglich bei ungewöhnlich aufwendigen Anlagen ist eine Anzahlung gerechtfertigt. Diese sollte aber 30% des Auftragsvolumens nicht überschreiten.
Eine Zertifizierung durch ein neutrales, unabhängiges Institut ist empfehlenswert.
Transparenz des Angebots
Angebote sollten dem Interessenten ausgedruckt überreicht werden. Sämtliche wichtigen Spezifikationen der Anlage wie Typenkennung, Fahrbahnlänge, Antrieb, Anzahl der Haltestellen usw. müssen aufgelistet und preislich beziffert sein. Der Interessent hat somit sofort vor Ort – und auch zu jedem späteren Zeitpunkt – die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich eventuelle Unklarheiten erklären zu lassen. Von handschriftlichen Angeboten bzw. Kaufverträgen, die
unleserlich oder doppeldeutig sein können, wird abgeraten.
Möglichkeit der Probefahrt
Grundsätzlich sollte dem Kaufinteressenten auf Wunsch eine Probefahrt bei Referenzkunden ermöglicht werden, damit dieser eine konkrete Vorstellung von der Liftanlage erhält.
Anpassung an die häusliche Umgebung:
Fahrbahn-Ideallinie
Eine exakte Vermessung der Treppensituation ist unverzichtbare Grundlage
jeder Liftanlage.
Treppenlifte sollten millimetergenau an alle denkbaren Treppensituationen anpassbar sein, damit eine auf jeden Einzelfall zugeschnittene eng anliegende Ideallinie erreicht wird. Enge Kurvenfahrten sollten möglich sein. Mehr Platz bzw. begehbarer Raum auf der Treppe erhöht zudem die Akzeptanz des Lifts bei allen Hausbewohnern.
Vorgefertigte Fahrbahnteile, die normalerweise keine optimale Anpassung an die Fahrbahn-Ideallinie erlauben, sollten nicht verbaut werden. Nachträgliches, schmutzverursachendes Biegen, Schleifen oder Schweißen bei der Montage vor Ort, kann so vermieden werden.
Platzersparnis und Bequemlichkeit
Hochklappbare Armlehnen und hochklappbare Sitz- und Fußflächen sparen Platz.
Türen und Flure müssen frei zugänglich bleiben
Türen oder Flure vor dem Treppeneinstieg dürfen nicht durch feststehende Fahrbahnteile versperrt werden. Daher sollte eine technische Möglichkeit gegeben sein, einen Teil der Fahrbahn samt dem Sitz in diese Bereiche abzusenken. Nach dem Aussteigen sollten Fahrbahn und Sitz sich wieder so zurückbewegen, dass die Türen bzw. Flure nicht mehr versperrt sind und sich der Lift in der vorgesehenen Parkposition befindet. Dieser Vorgang sollte vollautomatisch ablaufen. Zudem sollte aus Sicherheitsgründen die Bedienung über die normalen Elemente an der Anlage möglich sein, damit sich der Bereich der beweglichen Elemente stets im Sichtfeld des Nutzers befindet. So wird vermieden, dass sich Fahrbahnteile bewegen, obwohl sich in diesem Bereich ein vom Nutzer nicht zu sehendes Hindernis befindet.
Schonung der Treppe
Es sollte Möglichkeiten geben, bei der Fahrbahnbefestigung die Treppen so wenig wie möglich in Mitleidenschaft zu ziehen. So sollte es grundsätzlich möglich sein, die Fahrbahnstützen nur auf der Treppe aufzustellen statt zu verschrauben und stattdessen die Fahrbahn ausschließlich an der Wand anzubringen. Bei freitragenden Treppen sollte es möglich sein, die Stützen nur auf die Stufen zu klemmen. So ist die Befestigung später wieder leicht zu entfernen und die Stufen nehmen keinen Schaden. Bei einigen Treppen wird die Installation eines Lifts so überhaupt erst möglich, da sie nicht angebohrt werden dürfen.
Gerade in Mehrfamilienhäusern oder bei größeren Treppen kann es sinnvoll sein, lange Fahrbahnstützen im Auge der Treppe aufzustellen. Diese Methode lässt eine engere Fahrbahnführung zu und bringt in der Regel eine erhebliche Platzersparnis mit sich.
Nachträgliche Modifizierbarkeit
Eine nachträgliche Erweiterung oder Modifizierung von bestehenden Anlagen sollte für den Fall veränderter Lebensumstände im Umfeld des Erwerbers möglich sein; z.B. um weitere Stockwerke zu erschließen. Sicherheit:
Laufruhe und Kurvenstabilität
Treppenlifte sollten sich - nicht nur für Wirbelsäulengeschädigte - durch maximale Laufruhe auszeichnen; ruckelarm und möglichst schwingungsfrei sein. Ihre Steuerung sollte sanftes Anfahren und Bremsen sowie stufenloses Beschleunigen und Bremsen aus Kurven und Haltestellen heraus ermöglichen. Bei gleitender, gleichmäßiger Fahrt sollte Kurvenstabilität gewährleistet sein.
Vollautomatisch drehbarer Sitz
Für ein bequemes und gefahrloses Platz nehmen und Verlassen des Lifts sollte
der Sitz vollautomatisch drehbar und unabhängig vom Gewicht des
Nutzers lagestabil sein. Ein Vorbeugen der Sitzfläche muß ausgeschlossen
sein. Dem Nutzer wird dadurch signalisiert, dass sein Gewicht sicher
getragen wird. Die Inanspruchnahme fremder Hilfe bei nur manuell
drehbarem Stuhl sollte vermieden werden. Ein automatisch hoch- und
herunterklappbares Fußbrett ist von Vorteil für denjenigen, der
sich kaum oder gar nicht bücken kann. Dabei sollte das Fußbrett
aus Sicherheitsgründen so ausgelegt sein, daß es das Gewicht des
Benutzers tragen kann.
Geschwindigkeiten einstellbar
Bei Treppenliften sollten die Geschwindigkeiten für sämtliche Fahrbahnabschnitte je nach Wunsch stufenlos einstellbar sein. So sollte ein Lift zum Beispiel nicht mit der gleichen Geschwindigkeit, mit der er auf gerader Strecke fährt, in die Kurve einbiegen.
Wartungsfreier Akku
Treppenlifte sollten mit wartungsfreien Akkus ausgestattet sein, die sich automatisch aufladen. Auch bei plötzlichem Stromausfall muß sichergestellt sein, daß der Lift immer in die Haltestellen fährt und noch mehrere Stunden betriebsbereit ist. Um Energiekosten zu sparen und die Haltbarkeit des Akkus zu verlängern, sollte ein modernes Ladegerät zum Einsatz kommen, das automatisch erkennt, wann geladen werden muss.
Notabsenkvorrichtung
Die Anlage sollte immer mit einer manuell bedienbaren Notabsenk-Vorrichtung ausgestattet sein.
Qualität der Fernbedienung
Jede Anlage sollte individuell codiert werden können. Dies gewährleistet, dass jeder Lift ausschließlich mit seiner speziell für ihn codierten Fernbedienung in Gang gesetzt werden kann (nicht aber, wenn z. B. der Nachbar mit einer anderen Fernbedienung sein Garagentor öffnen will).
Wartung:
Ferndiagnose
Eine elektronische Ferndiagnose sollte möglich sein. Fehlerzustände sollten in einer Anzeige am Lift dargestellt werden, damit der Kunde sie einfach ablesen kann und eine Fehlerbehebung via Telefon möglich wird. Eine unnötige Anfahrt von Wartungspersonal und daraus resultierende Kosten können vermieden werden.
Rund-um-die-Uhr-Notdienst
Idealerweise bietet der Hersteller einen 24-Stunden-Notdienst. Werkseigene Service-Techniker sollten rund um die Uhr verfügbar sein. Wichtig ist, dass der Anbieter hierzu einen flächendeckenden Service bietet, damit mit der Anlage vertraute Service-Techniker im Notfall jederzeit schnell vor Ort sind.
Verfügbarkeit von Ersatzteilen
Alle Ersatzteile sollten kurzfristig verfügbar sein, auch bei einer Nutzungsdauer von über 10 Jahren. Der Anbieter sollte dies gewährleisten. Benutzerfreundlichkeit:
Bedienelemente
Es sollte keine verwirrende Tastenvielfalt geben. Ausreichend sind die Befehle AUF, AB, STOP, wobei alle Taster oder Steuerhebel so groß ausgelegt sein sollten, dass sie auch von Personen mit geminderter Sehkraft oder geminderter Koordinationsfähigkeit gut erkannt und leicht bedient werden können. Die Gestaltung der Bedienelemente sollte auf die jeweiligen Bedürfnisse bzw. die jeweilige Behinderung des Nutzers angepasst werden können, z. B. Sensor-Taster, Großflächentaster, spezielle behindertengerechte Schlüssel etc.
Bewährt als Bedienelemente an den Armlehnen haben sich Steuerhebel. Diese sind auch für Menschen geeignet, denen die exakte Koordination ihrer Hände/Arme schwer fällt. |
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