Altersvorsorge

Rentenrechner nicht immer zuverlässig – Umfassende Beratung unerlässlich

Bonn, 29.10.09 Experten sind sich einig: Auf die gesetzliche Rente kann man sich im Alter nicht uneingeschränkt verlassen. Sie wird den gewohnten Lebensstandard nicht ohne Abstriche sichern können. Vorsorge tut also Not, und das wirft eine Menge Fragen auf. Wie viel private Vorsorge ist tatsächlich nötig und welche Angebote eignen sich für wen? Und vor allem: Wie hoch ist überhaupt der Finanzbedarf im Alter? Antworten hierauf geben Versicherungsberater ebenso wie vermeintlich objektive Renten-Rechner im Internet. Doch trotz gleicher Daten variieren die Ergebnisse oftmals stark und die Höhe der sogenannten Rentenlücken ist zum Teil beängstigend hoch.

Nach Ansicht von Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga, verwirren die meisten pauschal errechneten Zahlen mehr als sie nutzen: „Für viele Anbieter sind sie nichts anderes als ein simples Verkaufsargument, um schnellstmöglich eine private Rentenversicherung abzuschließen“. Stattdessen sollte man besonnen ganz individuelle Fragestellungen aufwerfen, die zunächst jeder für sich beantworten muss. Denn welche Altersvorsorge sich für wen eignet, ist individuell verschieden.

Zunächst Geldbedarf im Alter ermitteln

Um abschätzen zu können, wie die finanzielle Situation im Alter aussehen wird, sollte man zunächst einen Kassensturz machen. Im Rentenalter fallen viele Ausgaben weg. Dazu zählen etwa Kredite für Haus oder Wohnung oder Ausgaben für die private Vorsorge. Andere Ausgaben kommen hinzu - für Hobbys oder andere Aktivitäten wie beispielsweise längere Reisen, für die man erst jetzt die notwendige Zeit hat. Unterm Strich kann man aber davon ausgehen, dass Rentner weniger Geld benötigen als noch im Arbeitsleben. Als Orientierung empfiehlt sich eine Faustregel: Mit rund 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens lässt es sich im Ruhestand meist gut auskommen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem voraussichtlichen Einkommen im Alter ergibt dann die Rentenlücke. Zur Überprüfung des aktuellen Rentenanspruchs versendet die Deutsche Rentenversicherung jährlich eine Renteninformation. Diese kann auch jederzeit telefonisch abgefragt werden. Darin wird mit Hilfe aller vorliegenden Beschäftigungsdaten aktuell der zukünftige Rentenanspruch errechnet. „Das ist aus unserer Sicht die sicherste Aussage, um herauszufinden, ob das Geld im Alter reichen wird oder eine Rentenlücke besteht", empfiehlt Hackler. Wichtig ist, vor dem Abschluss eines Altersvorsorgevertrages auf jeden Fall zu prüfen, wie viel Geld man tatsächlich entbehren kann, um diese in die Altersvorsorge zu investieren. Fazit: Eine objektive Berechnung und Beratung zur Altersvorsorge sind in jedem Fall unerlässlich und jede Vorabinformation sinnvoll.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Altersvorsorge sind in der kostenlosen Informationsbroschüre der Seniorenliga „Die neue Altersvorsorge“ zusammengefasst. Bestelladresse: DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Die Volkshochschulen bieten bundesweit Kurse an: www.altersvorsorge-macht-schule.de