Ein Handy, das man versteht - Senioren bevorzugen funktionale Produkte

Bonn, 29.05.09 In einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft untersuchten Wissenschaftler der TU Berlin*, welche Technik in einen Senioren-Haushalt passt. In Zusammenarbeit mit Sozial- und Altersforschern wurde belegt, dass sich ältere Menschen in einem vollautomatisierten Hightech-Haushalt unwohl fühlen. Die Forscher fanden heraus, dass es nicht an den Älteren liegt, wenn sie sich mit moderner Technik schwer tun. Vielmehr sind die Produkte zu wenig an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert.

Von solchen Studien könnten Hersteller viele Anregungen für eine seniorengerechte Technik ableiten. Aber das Interesse der Firmen ist insgesamt noch sehr verhalten. Das ist erstaunlich: Nicht nur, weil 23 Prozent der Deutschen inzwischen über 60 Jahre alt sind. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg sind ältere Menschen auch in sehr viel größerem Maße als früher bereit, Geld für Produkte und Dienstleistungen  auszugeben, die ihre Lebensqualität erhalten oder steigern. Rund die Hälfte der Deutschen über 50 gab im Jahr 2002 bei einer Umfrage** zu Protokoll: "Ich mache mir lieber ein schönes Leben, statt immer nur zu sparen." Knapp ein Drittel ist dabei sogar an Technik wie Navigationssysteme im Auto interessiert. Ältere wissen auch die soziale Komponente eines Handys zu schätzen oder den Schutz, den sie haben, wenn sie bei Gefahr jemanden anrufen können.

Doch viele Produkte orientieren sich nicht an den Interessen und Kenntnissen älterer Menschen, die mit einem Computer in der Regel nicht so vertraut sind. So verhält es sich auch mit Handys: Kinder und Enkel bemühen sich häufig, ihren Eltern und Großeltern ein Mobiltelefon zu erklären. Volkshochschulen bieten sogar Handy-Kurse für Senioren an. Doch auch mit vielen Erklärungen oder größeren Tasten allein wird ein Mobiltelefon für Senioren nicht attraktiver.

"Das Menüsystem eines üblichen Handys ist Senioren zu fremd. Sie können die Dialogtechnik auf verschiedenen Ebenen via Display nicht nachvollziehen", meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga DSL in Bonn. Während die meisten Mobiltelefone dennoch immer kleiner und komplizierter werden, bieten einige Hersteller mit Seniorenhandys das genaue Gegenteil an. Sie haben eine hohe ergonomische Qualität und überzeugen mit einer einfachen und nachvollziehbaren Menüführung. „Mit Seniorenhandys der neueren Generation sind die Grundfunktionen einfach zu erlernen und die Nutzer haben sogar Spaß daran, herauszufinden, welche sinnvollen Funktionen das Handy zu bieten hat“, so Hackler.

Die neue kostenlose Broschüre der Deutschen Seniorenliga „Mobil und aktiv mit Handy“ erläutert die Vorteile eines Mobiltelefons und gibt praktische Tipps, worauf beim Handykauf zu achten ist und welche Vertragsmodelle gerade für ältere Menschen sinnvoll sind. Bestelladresse: DSL, Heilsbachstrasse 32 in 53123 Bonn. Download im Internet unter www.deutsche-seniorenliga.de

* Senior Research Group TU Berlin, www.srg-berlin.de

** Quelle: MobilMedia-Barometer (Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums und des Krefelder Unternehmens für Kundenkommunikation SITEL).