„Schlecht hören kann ich gut“

Altersschwerhörigkeit nicht ignorieren!

Frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig

Bonn, 29.03.2010 „Schlecht hören kann ich gut“, lautet die selbstironische Einschätzung manches Älteren. Was so amüsant klingt, hat allerdings einen ernsten Hintergrund: Fast die Hälfte aller Menschen über 60 Jahre entwickelt eine behandlungsbedürftige Altersschwerhörigkeit. Trotz der Möglichkeit moderner Diagnose- und Therapieverfahren wird das Problem jedoch in den meisten Fällen von den Betroffenen ignoriert, mit teilweise schwerwiegenden Folgen. Die Deutsche Seniorenliga informiert im Rahmen ihrer Initiative „Schon gehört? Wege aus der Altersschwerhörigkeit“ mit einer neuen kostenlosen Broschüre über die Diagnose und Behandlung altersbedingter Schwerhörigkeit. Neben dem Sehen ist das Hören einer unserer wichtigsten Sinne. Als Reaktion auf das Wahrgenommene teilen wir uns mit und erfahren, wie andere denken und fühlen. Wenn der Hörsinn im Alter nachlässt, nehmen die Betroffenen die schleichenden Veränderungen nur selten wahr. Verwandte oder Freunde haben eher die Chance, Hörprobleme zu bemerken und sollten die Betroffenen im Interesse ihrer Sicherheit und Lebensqualität auch ohne Umschweife darauf aufmerksam machen.

Denn auch wer Anzeichen für seine Hörminderung erkennt, versucht diese oft zu ignorieren. „Dies kann schwerwiegende psychische und medizinische Folgen haben“, erläutert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Wenn ältere Menschen im Gespräch signalisieren, dass sie etwas nicht verstanden haben, wird das Gesagte häufig entweder lauter, langsamer oder im schlimmsten Fall vereinfacht wiederholt“, so Hackler. In der Konsequenz versuchen die Betroffenen, sich solchen - in ihrer Wahrnehmung abwertenden - Situationen nicht mehr auszusetzen und distanzieren sich, weil sie nicht ständig das nachfragende Anhängsel sein möchten.

„Eine in diesen Fällen notwendige Therapie ist nicht nur deswegen wichtig, weil sie dazu beiträgt, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Sie verhindert auch eine Verschlimmerung des medizinischen Problems: Denn nicht selten wird eine herkömmliche - im Innenohr angesiedelte - Altersschwerhörigkeit ohne Therapie von einer zusätzlichen zentralen Schwerhörigkeit überlagert, bei der dann Nervenzellen im Großhirn degenerieren. Eine frühe Therapie kann das verhindern und damit das Hörvermögen und die damit verbundene Lebensqualität bis in hohe Alter erhalten“, so Hackler.

Die neue kostenlose Broschüre der Deutschen Seniorenliga e.V. (DSL) mit  dem Titel „Schon gehört? Wege aus der Altersschwerhörigkeit“ kann postalisch angefordert werden bei der DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder online unter www.dsl-hoeren.de