Schwachstelle Gelenk: aktiv werden und mobil bleiben!

 

DSL- Broschüre gibt Tipps, wie man mit Sport und gezielter Ernährung der Arthrose vorbeugt

 

Bonn, 29.03.06 Ziehende Schmerzen in Hüfte oder Knie, dazu das Gefühl, steif und unbeweglich zu sein. Schon ab Mitte 30 beginnt die schleichende Abnutzung der Gelenke, die schließlich zu Arthrose führen kann. Im schlimmsten Fall bedeutet die Erkrankung eine völlige Zerstörung des Knorpels und Versteifung der betroffenen Gelenke. Doch Arthrose muss kein unabwendbares Schicksal sein. Mit der Broschüre „Arthrose – Nahrungsbausteine fürs Gelenk“ möchte die Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL) in Bonn über Ursachen und Symptome der Erkrankung aufklären und Betroffene motivieren, rechtzeitig gegen Arthrose aktiv zu werden.

 

Arthrose ist nicht nur eine Frage des Alters. Bereits ab Mitte dreißig muss jeder Zweite¹ mit Verschleißerscheinungen an den Gelenken rechnen. Wird die Gelenkzerstörung nicht rechtzeitig gebremst, kommt es zu dauerhaften Schmerzen und drastischen Einschränkungen der Beweglichkeit. Häufig bleibt dann nur noch der Ersatz durch ein künstliches Gelenk. Experten schätzen, dass allein in Deutschland Jahr für Jahr etwa 500.000 künstliche Gelenke eingesetzt werden.

 

Die Risikofaktoren für den Gelenkverschleiß sind vielfältig: Übergewicht, Bewegungsmangel, Verletzungen, Fehlstellung der Beine oder des Hüftgelenks sowie starke Beanspruchung durch Leistungssport oder einseitige, immer wiederkehrende Bewegungsabläufe bei der Arbeit. Im schlimmsten Fall wird auch der Knochen angegriffen, wenn der schützende Knorpelüberzug im späteren Stadium abgenutzt ist. Dann reiben die Knochen aufeinander, und das Gelenk wird völlig zerstört. Eine körpereigene Reparatur der entstandenen Schäden ist nicht möglich. „Obwohl die Erkrankung nicht heilbar ist, muss man der Entwicklung einer Arthrose nicht tatenlos zusehen“, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL. „Je früher die Erkrankung entdeckt wird, desto besser stehen die Chancen, Schmerzen zu lindern und den weiteren Knorpelabbau aufzuhalten.“

 

Vorsorge mit Bewegung und gezielter Ernährung

Auch wenn es zunächst schmerzt – Bewegung und moderater Sport wirken sich positiv auf die betroffenen Gelenke aus. Für die Ernährung des Knorpels ist eine gesunde Belastung sogar entscheidend, denn Belastung und Entlastung der Gelenke bewirkt, dass zusammen mit der Gelenkflüssigkeit Nährstoffe in den Knorpel eingewalkt werden. Gelenkfreundlicher Sport wie Walking, Schwimmen oder Rad fahren sichert die Versorgung der Gelenke mit Nährstoffen und hilft beim Aufbau stützender Muskeln. Aber Sport ist nur ein Baustein. Fehlen dem Körper wichtige Substanzen, wird das gesunde Gleichgewicht zwischen natürlichem Knorpelabbau und -aufbau gestört. Eine andauernde Störung dieses Gleichgewichtes führt zum irreversiblen Verlust von Knorpelmasse. Ziel einer Ernährungstherapie ist daher die Versorgung mit allen für das Gelenk wichtigen Nährstoffen. Sie unterstützen den Knorpel- und Knochenstoff­wechsel, wirken antientzündlich und können so auch zu einer Symptomlinderung und Reduktion möglicher Schmerzmittel beitragen. So berichten Patienten im Rahmen einer Ernährungstherapie² über eine Symptomlinderung und eine Verbesserung der Beweglichkeit ihrer erkrankten Gelenke. Außerdem ist es ratsam Übergewicht zu vermeiden, denn jedes Pfund zu viel belastet die Gelenke und kann Arthrose verstärken.

 

Die wichtigsten Informationen zur Ernährung bei Arthrose sowie zu Ursachen, Symptomen und Vorbeugung der Erkrankung hat die DSL in der Broschüre

Arthrose – Nahrungsbausteine fürs Gelenk“ zusammengestellt. Sie ist kostenfrei

und kann im Internet unter http://www.deutsche-seniorenliga.de/arthrose abgerufen werden.

 

1)       Kursbuch Arthrose - Gelenkerkrankungen effektiv vorbeugen und typgerecht behandeln,

Dr. med. Alexander Rümelin, Südwest-Verlag, 2003, S. 15

 

2)       Ulbricht C, Basch E, Basch S, et al. An evidence-based systemic review of glucosamine conducted by the natural standard research collaboration. J Complement Integr Med 2005; 2 (1):1-56.