Mittelstand vom Fachkräftemangel
besonders betroffen
Seniorenliga: Ältere Fachkräfte binden
Bonn, 26.03.2010 In den kommenden Jahren wird es zu einer verstärkten Nachfrage nach gut ausgebildeten und motivierten Fachkräften kommen. Die Deutsche Seniorenliga (DSL) unterstützt daher die Entwicklung innovativer Instrumente zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer, um sie längerfristig an die Unternehmen zu binden.
Der demografische Wandel stellt
Deutschland vor große Herausforderungen. Bis zum Jahr 2050 werden zwischen 22
und 29 Prozent weniger Menschen im Erwerbsalter von 20 bis 64 Jahren sein1.
Aufgrund der zunehmenden Alterung der Belegschaften hat die Konkurrenz um
qualifizierte Fachkräfte jedoch bereits begonnen und wird sich in den nächsten
Jahren noch verschärfen. Gerade kleine und mittelständische Betriebe werden mit
großen und industriellen Unternehmen um die knapper werdenden Ressourcen von
Fachkräften konkurrieren. Daher werden sie wesentlich stärker darauf angewiesen
sein, ihre älteren Fachkräfte an sich zu binden und deren
Beschäftigungsfähigkeit ("Employability") zu
erhalten.
Dabei zeigen die empirischen Befunde2 zur
Arbeitsproduktivität Älterer, dass diese grundsätzlich über das gesamte
Erwerbsleben hinweg produktiv sein können, soweit dies durch entsprechende
Arbeitsgestaltung und ausreichende Investitionen in die Förderung der
Belegschaft unterstützt wird. „Gewinner im Wettbewerb um die Fachkräfte werden
die Unternehmen sein, denen es gelingt, die Arbeitsplätze durch flexible
Arbeitsformen besser an die individuellen Bedürfnisse der älteren Mitarbeiter
anzupassen“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL. „Durch
kontinuierliche Weiterqualifizierung können sie zudem motiviert werden, länger
kreativ am Erwerbsleben teilzunehmen.“
Die Weiterbeschäftigung älterer Fachkräfte wird leichter gelingen, wenn sich die Unternehmen an veränderte Anforderungen in den Betrieben und auf dem Arbeitsmarkt rechtzeitig und effektiv anpassen. Dies setzt voraus, dass sie auf Basis einer Situationsanalyse die richtigen Maßnahmen zu Qualifizierung und Arbeitsplatzgestaltung planen und umsetzen.
Erste Hinweise bietet die Belegschaftsanalyse
der Deutschen Seniorenliga: sie zeigt auf, welche möglichen Auswirkungen eine
alternde Belegschaft auf das jeweilige Unternehmen hat und gibt
Handlungsempfehlungen, wie ein altersgerechtes Arbeitsumfeld im Rahmen einer
wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmensstruktur geschaffen werden kann. Nähere Informationen erhalten interessierte
Unternehmen im Internet unter www.belegschaftsanalyse.de
oder bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn.
1
Statistisches Bundesamt 2006: 11. koordinierte BevölkerungsVorausberechnung
2
Börsch-Supan, Axel; Düzgün,
Ismail; Weiss, Matthias (2005): Altern
und Produktivität: Zum Stand der Forschung, MEA Discussion
Paper 73-05, MEA, Mannheim; Arnds, P.
und H. Bonin
(2003), Gesamtwirtschaftliche Folgen demographischer Alterungsprozesse. In: Herfurth, M. et al . (Hrsg.) (2003), Arbeit in
einer alternden Gesellschaft: 131–177. Opladen