Kein Vertrauen mehr in die
gesetzliche Pflegeversicherung
Bundesweite Initiative „Vorsorgen
für den Pflegefall“
Bonn 25.06.07 In Deutschland sind mehr als zwei Million Menschen
im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes pflegebedürftig. Nach Angaben des Statistischen
Bundesamtes stieg die Zahl der Pflegebedürftigen vom Jahr 2003 bis zum Dezember
2005 um 52.000 auf 2,13 Millionen Menschen. Bis zum
Jahr 2035 wird die Zahl der Pflegebedürftigen sogar auf 3,5 Millionen
anwachsen, weil die geburtenstarken Jahrgänge dann das typische Pflegealter
erreichen. Gleichzeitig schrumpft auf Grund der allgemeinen demografischen
Entwicklung aber die Zahl der Beitragszahler in die gesetzliche
Pflegeversicherung. Die längst
überfällige Pflegereform soll nun frühestens im Laufe des Jahres 2008 beginnen.
Auch soll es für die Leistungen nicht wie angekündigt mehr Geld geben - es sei
denn, die Beiträge würden erhöht.
Vor diesem Hintergrund sprechen die Bundesbürger der gesetzlichen
Pflichtversicherung ein vernichtendes Urteil aus. Drei von vier berufstätigen
Deutschen würden lieber zusätzliche Beiträge in eine private statt in die
gesetzliche Pflegeversicherung einzahlen. Das ergab eine Umfrage des
Meinungsforschungsinstituts forsa*. Demnach ziehen 77 Prozent der Bundesbürger
eine eigene, kapitalgedeckte Vorsorge der gesetzlichen Pflichtversicherung vor.
Nur 16 Prozent der Erwerbstätigen sprachen sich dafür aus, stattdessen höhere
Beiträge in die umlagefinanzierte Pflegeversicherung einzuzahlen. Derzeit wird
in der großen Koalition über eine „Mini-Reform“ mit der Anhebung des
gesetzlichen Beitrags zur Pflegeversicherung von 1,7 Prozent des Bruttolohns um
0,2 bis 0,3 Prozentpunkte und eine Leistungserweiterung für Demenzkranke
diskutiert.
Eigeninitiative notwendig
„Die klare Absage der Bürger an die gesetzliche Pflegeversicherung
verdeutlicht den Willen aber auch die Notwendigkeit, privat der Gefahr
vorzubeugen, im Alter zum Sozialfall zu werden,“ so Erhard Hackler,
geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL). Und die Bundesregierung
ist gefordert, die Reform der Pflegeversicherung, wie im Koalitionsvertrag
geplant, jetzt und nicht erst 2008 anzugehen: „Die Bürger brauchen
Planungssicherheit, um genügend Zeit für die Gestaltung ihrer eigenen Vorsorge
zu haben, so Hackler.
Die gesetzliche Pflegeversicherung stellt nur eine Grundsicherung
dar, die in den seltensten Fällen ausreicht, den individuellen Bedarf eines
Pflegebedürftigen zu decken. Die Betreuung von Demenzerkrankungen ist momentan
gar nicht im Leistungskatalog der Pflegeversicherung enthalten „Die
Pflegelücke, also die Differenz zwischen den notwendigen Ausgaben für die
Pflege und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, beläuft sich
bereits in diesem Jahr auf etwa 8 Milliarden Euro,“ so Michael
Grollmann, Geschäftsführer der Swiss Life Cooperations und Kooperationspartner
der DSL: „Deshalb muss sich jeder fragen, ob er im Fall der Fälle ausreichend
abgesichert ist. Letztlich nur durch private Eigeninitiative können
Versorgungslücken mit weit reichenden Folgen vermieden werden.“
Welche
Leistungen übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung? Ist eine private
Pflegzusatzversicherung notwendig? Welche Möglichkeiten der privaten Vorsorge
gibt es? Diese und weitere Fragen beantwortet der Leitfaden „Vorsorgen für den
Pflegefall“ in übersichtlicher und
leicht verständlicher Weise. Die Broschüre kann ab sofort kostenlos bei der
DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt oder im Internet unter
www.dsl-pflege.de abgerufen werden.
* Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im
Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft