Cholesterin-Check: besser messen

Nur wer seine Cholesterin-Werte kennt, kann rechtzeitig auf ein mögliches Gesundheitsrisiko reagieren

 

Bonn, 23.06.2006 Wer Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen möchte, sollte seine Cholesterinwerte routinemäßig überprüfen lassen. Vorsicht

ist vor allem dann geboten, wenn ein hoher Cholesterinspiegel erblich bedingt ist und Verwandte ersten Grades frühzeitig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. Einen ersten Hinweis, wie es um die eigenen Werte steht, liefern Schnelltests aus der Apotheke. Exakte Auskunft über die eigenen Cholesterinwerte und das damit verbundene Risiko gibt aber nur eine ausführliche Untersuchung beim Arzt.

 

Für einen Schnelltest in der Apotheke genügen schon wenige Minuten. Mit einem kleinen Pikser in die Fingerkuppe wird ein Blutstropfen gewonnen und auf einen Teststreifen oder eine Testkassette getropft. Die anschließende Messung des Cholesterins dauert nur 3 bis 5 Minuten. Liegt der gemessene Gesamtwert des Cholesterins über 200 Milligramm pro Deziliter Blut (ml/dl), empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt. Denn auch wenn einige Schnelltests sogar die Unterfraktionen des Cholesterins aufschlüsseln, gilt: Liegen die Werte außerhalb der Norm, sollte eine ausführliche Untersuchung beim Hausarzt folgen.

 

Diagnose und Behandlung sind Sache des Arztes

Um das persönliche Risiko für eine Fettstoffwechselstörung und Folgeerkrankungen

wie Gefäßverengung oder Herzinfarkt zu ermitteln, wird der Arzt die Krankengeschichte des Patienten und seiner Familie erfragen. Außerdem fließen Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und Bewegungsmangel in das Risikoprofil mit ein. Für die exakte Bestimmung des Cholesterinspiegels nimmt der Hausarzt dann einige Milliliter Blut aus der Armvene des Patienten ab. Wichtig ist, dass später im Labor alle Blutfettwerte gemessen werden. Der Wert für das Gesamtcholesterin allein ist wenig aussagekräftig, da er das Verhältnis von gutem und schlechtem Cholesterin nicht präzisiert.

Liegt der Cholesterinspiegel über 200 mg/dl, weil man viel vom guten HDL-Cholesterin hat, oder weil man viel vom schlechten LDL-Cholesterin hat? Die Antwort entscheidet maßgeblich darüber, ob eine Therapie notwendig ist oder nicht. Für eine sichere Diagnose wird die Messung nach zwei bis sechs Wochen beim Arzt wiederholt, da der Cholesterinspiegel im Tages- und Jahresverlauf schwanken kann. Damit die Werte nicht verfälscht werden, sollten Patienten stets nüchtern zur Blutabnahme gehen und mindestens zwölf Stunden vorher nichts mehr essen. Sind die Cholesterinwerte auch bei der Kontrollmessung erhöht, besteht Handlungsbedarf.

 

Mit welchen Strategien der Cholesterinspiegel wirksam gesenkt werden kann, erklärt die Deutsche Seniorenliga in der Broschüre "Entschieden gegen hohes Cholesterin". Sie gibt praktische Tipps für einen gesünderen Lebensstil und informiert verständlich über die Zusammenhänge zwischen Blutfetten und Gefäßerkrankungen. Die kostenlose Informationsbroschüre kann im Internet unter www.dsl-cholesterin.de abgerufen werden.