Blutdruckmessgeräte – Hopp oder Top?
Neben dem richtigen Messen entscheidet vor allem die
Qualität des Messgerätes über zuverlässige Ergebnisse
Bonn, 22.03.06 Das steigende Gesundheitsbewusstsein führt dazu, dass immer mehr Menschen ihren Blutdruck auch zu Hause messen. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 1,5 Millionen Messgeräte verkauft. Für den Verbraucher ist das Angebot allerdings kaum noch überschaubar. Damit das Blutdruck messen nicht zum Glücksspiel wird, gibt die DSL mit der Broschüre „Bluthochdruck erkennen und vorbeugen“ Tipps für den Kauf eines eigenen Messgerätes.
Um den Blutdruck unter Alltagsbedingungen zu kontrollieren, messen immer mehr Menschen ihren Blutdruck in den eigenen vier Wänden. Zahlreiche Messgeräte stehen heute zur Verfügung, mit denen der Druck vollautomatisch an Handgelenk oder Oberarm gemessen werden kann. Um aussagekräftige Werte zu erhalten, muss auf das eigene Messgerät jedoch Verlass sein. Unabhängige Tests¹ zeigen allerdings immer wieder, dass viele der angebotenen Geräte ungenau messen. Mitunter sind die Abweichungen von den tatsächlichen Werten erheblich. Besonders billige Discounter- ware liegt bei der Messgenauigkeit oft daneben. Wer sich ein neues Gerät anschaffen möchte, sollte daher nicht nur auf den Preis schauen und sich von Arzt oder Apotheker beraten lassen.
Messgenauigkeit
kontrollieren
Ob
ein Gerät genau misst, lässt sich am besten durch eine fachgerechte
Vergleichsmessung beim Arzt oder Apotheker feststellen. Er kann auch erklären, was
bei der Messung zu beachten ist und auf mögliche Fehlerquellen hinweisen.
„Messfehler
schleichen sich oft durch eine falsche Handhabung der Geräte ein“, erklärt Erhard
Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga, „denn die richtige
Messtechnik ist genauso wichtig wie die ordnungsgemäße Funktion des Messgerätes.“
Zur Vermeidung von Messfehlern sollten Patienten zudem auf eine einfache Handhabung
und gut ablesbare Digitalanzeige achten, die sich auch für Menschen mit Sehschwäche
eignet.
Messgeräte, die wie eine Armbanduhr am Handgelenk befestigt
werden, sind für die häusliche Messung besonders beliebt. In punkto
Messgenauigkeit gleichen sie heute durchaus Geräten für den Oberarm. Handgelenkgeräte
verleiten jedoch eher zum schnellen, aber fehlerhaften Messen zwischendurch. Dabei lautet die wichtigste Regel für richtiges Messen:
Pause machen und einige Minuten entspannen, denn jede Anstrengung oder
Aufregung treibt den Blutdruck kurzfristig in die Höhe. Damit die Werte
stimmen, müssen Geräte für das Handgelenk bei der Messung genau auf Herzhöhe
gehalten werden. Schon zehn Zentimeter Abstand können das Ergebnis verändern.
Messgeräte für den Oberarm sind weniger anfällig für Anwendungsfehler, da Herz
und Oberarm stets auf gleicher Höhe liegen. Neuartige Modelle, bei denen der
Arm einfach durch eine Öffnung im Gerät eingeführt wird, erleichtern vor allem
Senioren die sichere und präzise Messung am Oberarm. Das oft als umständlich
empfundene Anlegen der Manschette entfällt und man nimmt automatisch eine entspannte
Position ein, was eine Messung in Ruhe zusätzlich begünstigt. Oberarmgeräte
eignen sich auch besonders für Menschen mit Arteriosklerose
(Arterienverkalkung), da bei ihnen die Messungen am Handgelenk ungenauer
ausfallen können.
Tipps für die richtige Messtechnik und den Kauf eines Messgerätes gibt die DSL in der Broschüre „Bluthochdruck erkennen und vorbeugen“. Die kostenlose Broschüre informiert zudem über Entstehung, Risiken und Vorbeugung von Bluthochdruck und kann schriftlich bei der DSL e.V. German Seniors, Gotenstraße 164 in 53175 Bonn bestellt oder im Internet unter http://www.deutsche-seniorenliga.de/bluthochdruck abgerufen werden.
1) Stiftung Warentest, 12/2001 und 01/2006;