Deutsche Seniorenliga:
Pflegereform nicht zerreden, sondern Leistungen verbessern, um zukünftige Generationen zu entlasten!
Der
demografische Wandel stellt die Politik vor die Herausforderung, die Leistungen
der Pflegeversicherung auszuweiten und gleichzeitig die nachfolgenden
Generationen nicht übermäßig zu belasten.
Die Reformer
der Pflegeversicherung streiten derzeit hauptsächlich um die Finanzierung. Dass
etwas getan werden muss, ist innerhalb der Großen Koalition unumstritten, denn
die Pflegekassen geben bereits seit sechs Jahren mehr aus als sie einnehmen.
Derzeit erhalten 2,1 Millionen Anspruchsberechtigte Leistungen der Pflegeversicherung. In dreißig Jahren sollen es,
Prognosen der Bundesregierung zufolge, doppelt so viele sein.
Die Frage einer
angemessenen Altenpflege treibt hauptsächlich die heute 40- bis 60-jährigen um,
die mit der Hilfsbedürftigkeit ihrer Eltern konfrontiert werden. Dabei will
niemand seine Eltern gerne ins Heim geben, wenn sie zu Pflegefällen werden.
Meist ist es dann das erste Mal, dass Kinder Verantwortung für Mutter oder
Vater übernehmen müssen - und oft selbst zu Pflegerinnen und Pflegern werden. Dabei
ist die Pflege in der Familie ein Auslaufmodell der Leistungsgesellschaft -
auch wenn die Politik das nicht wahrhaben will. Gefragt sind neue Mischformen:
Familienpflege neben dem Job, professionelle Dienste oder alternative Wohnformen.
Und nicht jedes Pflegeheim hat Defizite.
Der
geschäftsführende Vorstand der Deutschen Seniorenliga, RA Erhard Hackler, sieht
die Zukunft der Pflegeversicherung gefährdet, weil es immer mehr
Pflegebedürftige und immer weniger Beitragszahler gibt. „Nur ein dickes
Finanzpolster kann diese Entwicklung volkswirtschaftlich abfedern. Die Politik
muss jetzt die entscheidenden Maßnahmen einleiten, um die Finanzierung der
sozialen Pflegeversicherung demografiefest zu machen.“