Herausforderung: Kranke Eltern zu Hause pflegen

Kostenlose DSL-Broschüre „Vorsorgen für den Pflegefall“

Bonn, 21.11.07 Etwa zwei Millionen alte Menschen in Deutschland sind auf Hilfe angewiesen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes werden etwa 640.000 von ihnen in Pflegeheimen betreut – also circa 31 Prozent. Die überwiegende Mehrheit von 1,4 Millionen Pflegebedürftigen wird zu Hause von Angehörigen versorgt. Wenn sie diese schwere Aufgabe übernehmen, überschauen sie oftmals nicht die Belastungen, die auf sie zukommen. Wichtig ist dabei, auch auf die eigenen Grenzen zu achten. Denn nur wer gesund ist, kann gut pflegen.

Die Eltern zu Hause pflegen, ist ein großer Einschnitt für alle Beteiligten, der mehr verlangt als gezielte Handgriffe und medizinische Betreuung und Organisation. Vor allem stellt sich die Frage des Umgangs miteinander. Die Deutsche Seniorenliga rät daher, am besten vor Eintritt der Pflegesituation einige Aspekte zu beachten:

Das Älterwerden planen: Eltern sollten sich mit den Kindern rechtzeitig Gedanken machen, wie sie sich den letzten gemeinsamen Lebensabschnitt vorstellen.

Erwartungen aussprechen: Standpunkte sollten ausgetauscht werden, denn nichts bietet besseren Nährboden für Beziehungsprobleme als unausgesprochene Erwartungen und Wünsche.

Aufgaben auf viele Schultern verteilen: Pflegende sollten Hilfsangebote von außen nutzen. Da sind zunächst die Pflegekurse, die von den Pflegekassen kostenlos angeboten werden um grundlegende Techniken und Handgriffe zu erlernen. Wer sich jedoch scheut, bestimmte Aufgaben zu übernehmen oder sich diese nicht zutraut, sollte dies einem ambulanten Pflegedienst überlassen – ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Realistische Selbsteinschätzung: Als Kind sollte man sich gut überlegen, was man für die Eltern tun möchte und was realistischerweise möglich ist. Gerade diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, Ihre Eltern zu sich zu holen, sollten sorgfältig prüfen, ob die äußeren Umstände gegeben sind.

Auf sich selbst achten: Nicht nur der eigenen Gesundheit zuliebe sollten sich pflegende Angehörige Zeit für sich, Freunde und Hobbys nehmen. Nach dem Grundsatz „Weniger ist mehr“ profitieren auch die Pflegebedürftigen von einer möglichst entspannten Situation.

Vorsorgen für den Pflegefall: Die psychische Belastung wird noch verstärkt, wenn die Pflegesituation finanzielle Probleme verursacht. Die monatlichen Kosten schwanken zwischen einigen Hundert Euro für Hilfeleistungen bei beschwerlichen Hausarbeiten oder für Besorgungen bis zu über 3.000 Euro für einen Platz im Pflegeheim. Die soziale Pflegeversicherung (Pflegepflichtversicherung) übernimmt, je nach Pflegestufe, nur einen Teil der Kosten. So erhalten Schwerstpflegebedürftige in Stufe III zwar 1.432 Euro im Monat, die Kosten bei stationärer Pflege belaufen sich aber auf mehr als 3.000 Euro. Übersteigen die erheblichen Zuzahlungen die Altersrente, geht es an die Ersparnisse, die oft völlig aufgebraucht werden. Nicht selten müssen die Kinder finanziell aushelfen. Vielen Pflegebedürftigen bleibt letzten Endes nur noch der bittere Gang zum Sozialamt. Michael Grollmann, Geschäftsführer der Swiss Life Cooperations und Kooperationspartner der DSL: „Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung werden vielfach überschätzt, die Größe der Versorgungslücke* ist vielen nicht klar. Nur eine sinnvolle private Vorsorge hilft, Versorgungslücken zu vermeiden.“ Entsprechend sind sich Experten einig, dass eine private Pflegezusatzversicherung zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen für das Alter gehört.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um einen Anspruch auf Pflegeleistungen zu rechtfertigen? Welche Leistungen übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung? Welche Hilfsleistungen gibt es überhaupt? Diese und weitere Fragen beantwortet der Leitfaden „Vorsorgen für den Pflegefall“ in übersichtlicher und leicht verständlicher Weise. Die Broschüre kann ab sofort kostenlos bei der DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt oder im Internet unter http://www.dsl-pflege.de/ abgerufen werden.

 

*Die gesetzliche Pflegeversicherung stellt nur eine Grundsicherung dar, die in den seltensten Fällen ausreicht, den individuellen Bedarf eines Pflegebedürftigen zu decken. Die Pflegelücke, also die Differenz zwischen den notwendigen Ausgaben für die Pflege und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, beläuft sich bereits in diesem Jahr auf etwa 8 Milliarden Euro. (Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft)