Alzheimer-Demenz: Gute Pflege ist
machbar
Alternde
Gesellschaft erfordert die konsequente Umsetzung neuer Pflege- und
Betreuungskonzepte
Bonn, 21.05.07 Angesichts des demografischen Wandels
und der Abnahme familiärer Betreuungsmöglichkeiten muss dringend an Lösungen
für die Versorgung von Menschen mit Demenz-Erkrankungen gearbeitet werden.
Experten schätzen, dass sich die Zahl der Demenz-kranken bis zum Jahr 2030 auf
zwei Millionen verdoppeln wird. Obwohl schon heute neue
Pflegekonzepte und moderne Medikamente helfen könnten, die Lebensqualität der
Patienten so lange wie möglich zu erhalten, wird in der Praxis nur ein
Bruchteil der Betroffenen optimal behandelt.
Nach und
nach erst das Kurz- und dann das Langzeitgedächtnis zu verlieren, ist für
Betroffene und ihre Angehörigen eine große Belastung. Denn der Verlust der
geistigen Fähigkeiten macht – im Gegensatz zu körperlichen Behinderungen –
bereits im mittleren Stadium eine umfassende Betreuung und Beaufsichtigung
notwendig. „Die Versorgung und Pflege
dementer Patienten stellt die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Werden
derzeit noch rund 70 Prozent der Pflegebedürftigen in der Familie gepflegt,
so wird dies aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft nicht mehr möglich sein“,
warnt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.
In den nächsten Jahren müssen daher verstärkt Betreuungsmöglichkeiten aufgebaut
werden, die auf die speziellen Bedürfnisse dementer Menschen eingehen. Positive
Beispiele aus der Praxis zeigen bereits heute, dass eine gute Pflege machbar
ist.
Vorbildliche Pflegekonzepte
Eine zukunftsweisende Einrichtung für die Versorgung und
Betreuung von Alzheimer-Patienten hat die Ingenium-Stiftung in Ingolstadt
konzipiert und errichtet: Das Tages- und Wohnpflegeheim sowie die weiteren
Angebote im Zentrum sind ausschließlich
auf Menschen mit einer Demenzerkrankung zugeschnitten. Den Schwerpunkt im
stationären Bereich bilden die besondere architektonische Gestaltung, die ein
alltagsnahes Zusammenleben in kleinen, familienähnlichen Gruppen ermöglicht
sowie die Hausgemeinschaft mit gemeinsamen Mahlzeiten und Aktivitäten. Das
Gemeinschaftsprinzip beinhaltet, dass in der Regel alle Bewohner – auch schwer
pflegebedürftige Patienten - an den Aktivitäten im Haus teilnehmen können.
Umgang und Pflege orientieren sich dabei an den erhaltenen Fähigkeiten der
Bewohner, nicht an deren Defiziten. Das Konzept berücksichtigt auch den enormen
Bewegungsdrang vieler Demenzkranker und lässt eine scheinbar unein-geschränkte
Bewegungsfreiheit innerhalb des Hauses zu. Dr. Teschauer, wissenschaftlicher
Leiter und Geschäftsführer des Zentrums Ingenium Stiftung: „Neben individuellen
Pflegekonzepten in der Tagespflege und den stationären Bereichen, versuchen wir
mit Forschungsprojekten und Wissenstransfer für eine bessere Versorgung der
Demenzkranken zu kämpfen. Aber auch Angehörige und Pflegende unterstützen wir
mit
Aus- und Fortbildungs- sowie Beratungs- und
Gesprächsangeboten. Diese erfolgreiche Arbeit der Stiftung für
Demenz-Betroffene trägt sich nicht von selbst: Um unsere Ziele zu erreichen,
benötigen wir gesellschaftliche, vor allem aber auch weiterhin finanzielle
Unterstützung durch Spenden, Zustiftungen oder Nachlässe.“*
Auch wenn die Anforderungen an die Qualität der Pflege in
den letzten Jahren erfreulicherweise gestiegen sind, weist die medizinische
Versorgung der Demenzkranken nach wie vor erhebliche Defizite auf.
„Demenzkranke werden in Heimen immer noch überwiegend mit Psychopharmaka
behandelt. Diese Ruhigstellung der Patienten entspricht aber in keiner Weise
einer angemessenen Therapie“, kritisiert Erhard Hackler. Schließlich gibt es
heute mit den so genannten Antidementiva effektive Medikamente, die helfen, die
Symptome der Alzheimer-Demenz über eine gewisse Zeit stabil zu halten oder zu
bessern. Sie erleichtern nicht nur die Pflege, sondern ermöglichen den
Patienten, länger aktiv am Leben teilzuhaben. Antidementiva zeigen dabei umso
mehr Wirkung, je früher mit der Behandlung begonnen wird. Aber auch bei
Patienten, die sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits in einem
fortgeschrittenen oder schweren Stadium der Erkrankung befinden, kann der
geistige Verfall gebremst werden.
Durch frühe Diagnose Zeit und Lebensqualität
gewinnen
Oft werden Hirnleistungsstörungen erst in einem
fortgeschrittenen Stadium erkannt, weil die Symptome nun deutlicher – und damit
für jeden unübersehbar – werden. Mit der Broschüre „Alzheimer erkennen“ möchte
die Deutsche Seniorenliga helfen, Warnsymptome einer Alzheimer-Erkrankung
richtig zu deuten und bei Verdacht auf Alzheimer frühzeitig entsprechende
Schritte einzuleiten. Die kostenlose Broschüre ist erhältlich bei der Deutschen
Seniorenliga e.V., Gotenstraße 164 in 53175 Bonn oder unter
*Spenden für das Zentrum Ingenium Stiftung:
Sparkasse Ingolstadt
BLZ 721 500 00
Spendenkonto 503 760 45