Anschuldigungen
und Wut nicht persönlich nehmen
Wenn
Alzheimerpatienten aggressiv sind
Mit
Aggressionen umgehen
Auch wenn die Anschuldigungen verletzend und
absurd sind, sollten die betroffenen Angehörigen nicht mit dem Kranken
diskutieren. Besser ist es, die Vorwürfe zu ignorieren und stattdessen eine
pragmatische Lösung zu finden. Mitunter genügt es, den Patienten abzulenken
oder sich selbst aus der Situation herauszuziehen, bis der Kranke sich beruhigt
hat. Gewaltausbrüche müssen die Angehörigen allerdings nicht tatenlos hinnehmen
– hier gilt es, bestimmt aufzutreten und Grenzen zu setzen. „Um solch
schwierigen Situationen auf Dauer gewachsen zu sein, sollten die betreuenden
Bezugspersonen sich nicht scheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das kann eine
Betreuungsgruppe sein, die der Demenzkranke einmal wöchentlich besucht, oder
eine Pflegekraft, die den Kranken stundenweise versorgt“, rät Hackler.
„Außerdem sollten die Angehörigen den Arzt einbeziehen, wenn sich Wutanfälle
und körperliche Auseinandersetzungen häufen. Bestimmte Medikamente, die bei der
Alzheimererkrankung eingesetzt werden, verbessern nicht nur die kognitiven
Fähigkeiten, sondern lindern auch Stimmungsschwankungen und unkontrollierte
Gefühlsausbrüche.“
Aggressionen
vorbeugen
Um Aggressionen bei Alzheimerkranken
möglichst zu vermeiden, gilt es alles zu unterlassen, was Frustration und
Unsicherheit schüren könnte. So ist es von großer Bedeutung, dem Patienten mit
Würde zu begegnen. Auch wenn sein Verhalten in einigen Bereichen an das eines
Kindes erinnert, sollten die Bezugspersonen ihn keinesfalls so behandeln. Im
Gegensatz zu Kindern, die ihre geistigen und sozialen Kompetenzen durch Lernen
erweitern, verlieren Alzheimerkranke diese Fähigkeit. Belehrungen und
Erziehungsversuche sind daher sinnlos und führen den Betroffenen allenfalls
ihre Defizite vor Augen. Wichtig ist es hingegen, den Alzheimerkranken in
seinen verbliebenen Fähigkeiten zu bestärken und in das Familienleben aktiv
einzubeziehen. Viele Patienten können einfache Hausarbeiten wie Abtrocknen oder
Staubwischen noch lange ausführen und haben Freude daran, wenn sie gebraucht
werden. Ebenso sinnvoll sind gemeinsame Aktivitäten wie Singen, Basteln oder
Spaziergänge. Ein fester Tagesrhythmus und eine ruhige, liebevolle Atmosphäre
im Haus vermitteln den Kranken ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Auf
Reizüberflutung durch laute Musik oder Fernsehen sowie die Konfrontation mit
vielen Menschen sollten Angehörige hingegen verzichten.
Weitere Informationen zum Thema Alzheimer
gibt es bei der Deutschen Seniorenliga. Dort ist auch die kostenfreie Broschüre
„Alzheimer erkennen“ erhältlich. Postadresse: Deutsche Seniorenliga e.V.,
Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-alzheimer.de.