Welt-Alzheimer-Tag am 21.09.2007
Mit früher Diagnose
kostbare Zeit gewinnen
Bonn, 20.09.07 Werden Jahre
der Erinnerung innerhalb kurzer Zeit verschüttet und kann der Betreffende
selbst seine eigenen Kinder nicht mehr erkennen, ist die Alzheimer-Erkrankung bereits
stark ausgeprägt. Auch wenn es noch kein Heilmittel gibt, kann mit einer
entsprechenden Behandlung der Krankheitsverlauf wenigstens verzögert werden.
Doch dafür müssen bereits die ersten Anzeichen erkannt werden.
Jeder Mensch
vergisst gelegentlich etwas und es ist ganz normal, dass im Alter das
Konzentrationsvermögen und die Gedächtnisfähigkeit - insbesondere das
Kurzzeitgedächtnis - nachlassen. Bedenklich wird es, wenn neben den
Gedächtnisschwierigkeiten zunehmend Symptome wie Teilnahmslosigkeit und
Antriebsarmut, Angst und Depressionen sowie Sprach- und Erkennungsstörungen
auftreten. Alzheimer kann sich aber auch durch für den Betreffenden untypischen
Aktionismus äußern: War ein Mensch stets ruhig und hat sein Leben lang gern in
klar geordneten Verhältnissen gelebt, darf es nachdenklich stimmen, wenn er aus
heiterem Himmel beginnt, seine Möbel umzustellen. Diese Symptome lassen sich in
der Regel nicht den "normalen" Alterungsprozessen zuschreiben,
sondern können auf eine schwerwiegende Hirnfunktionsstörung, die
Alzheimer-Demenz, hindeuten. Aber nur zehn bis 15 Prozent aller
Demenzerkrankungen werden im Frühstadium erkannt. Viele Betroffene und ihre
Angehörigen fürchten die Diagnose und verschleppen daher den Gang zum Arzt. Es
gilt also, keine Zeit zu verlieren und schon
bei ersten Anzeichen einer Verhaltensänderung einen Arzt aufzusuchen! Darauf weist die Deutsche Seniorenliga (DSL) anlässlich des
Welt-Alzheimer-Tages am 21. September hin. Medikamente wie die so genannten
"Antidementiva" können bei einer rechtzeitigen Diagnose die
Alltagskompetenz länger erhalten und die Unterbringung in einem Pflegeheim um
bis zu zwei Jahre verzögern. „Das mag nach wenig klingen, aber so bleibt neben
dem Gewinn an Lebensqualität genug Zeit, eine angemessene Pflege zu planen, die
finanziellen Angelegenheiten zu regeln und eine Vertrauensperson zu bestimmen“,
sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL.
Die Broschüre
„Alzheimer erkennen“ hilft Betroffenen und Angehörigen, erste Anzeichen der
Erkrankung zu erkennen und informiert über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.
Sie kann kostenlos bei der DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt oder
im Internet unter http://www.dsl-alzheimer.de/ abgerufen
werden.