Bei Verdacht auf Alzheimer ist Feingefühl gefragt

Aktualisierte Broschüre der Deutschen Seniorenliga gibt Tipps

Bonn, 20.08.09 Menschen, die eine Alzheimererkrankung entwickeln, verheimlichen ihre Gedächtnisstörungen zumeist so lange wie möglich vor Familie und Freunden. Aus Scham vor ihren Defiziten flüchten sie sich in Ausreden oder ziehen sich aus dem sozialen Umfeld zurück. Angehörige sollten feinfühlig reagieren, wenn sie solche Veränderungen bei einem Familienmitglied bemerken. Die Broschüre „Alzheimer erkennen“, jetzt in aktualisierter Fassung erhältlich, gibt Aufschluss.

Wenn bei älteren Menschen Gedächtnislücken, Orientierungslosigkeit und Sprachprobleme auftreten, keimt oftmals die Sorge vor einer Alzheimererkrankung auf. Doch vom ersten Verdacht bis zur Diagnose vergehen oft Jahre. Denn aus Scham und Angst vor der Wahrheit versuchen die Betroffenen zumeist, ihre geistigen Defizite so lange wie möglich vor der Familie zu verbergen. „Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt“, so Professor Dr. Giso Deussen, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga. „Angehörige sollten erste Anzeichen der Alzheimererkrankung erkennen und den Betroffenen zu einem Arztbesuch ermuntern, ohne ihn mit Andeutungen über seine geistigen Einbußen zu brüskieren.“ Dies lässt sich beispielsweise lösen, indem sie einen allgemeinen Gesundheitscheck vorschlagen und den Arzt vorab bitten, kognitive Tests in die Untersuchung einzubeziehen.

Diagnose ist besser als Ungewissheit

Für die meisten Familien ist die Diagnose Alzheimer schockierend. Dennoch sind viele Betroffene erleichtert, wenn das Versteckspiel ein Ende hat und sie endlich offen über ihre Beschwerden sprechen können. Zudem haben die Angehörigen nun die Möglichkeit, notwendige Maßnahmen in die Wege zu leiten. So sollten beispielsweise finanzielle und rechtliche Angelegenheiten geregelt werden – am besten, solange der Erkrankte sich noch dazu äußern kann. Ferner ist es sinnvoll, frühzeitig an die späte Phase der Erkrankung zu denken und gemeinsam nach einem geeigneten Pflegeheim oder Pflegedienst Ausschau zu halten.

Informationen und praktische Hinweise

Die aktualisierte Broschüre „Alzheimer erkennen“ erklärt die Symptome der Alzheimererkrankung und zeigt, wie diese von altersbedingter Vergesslichkeit abgegrenzt werden können. Des Weiteren beschreibt sie, welche Maßnahmen Angehörige beim Verdacht auf Alzheimer ergreifen sollten, welche diagnostischen Möglichkeiten es gibt und was eine medikamentöse Behandlung bewirken kann. Tipps für das Zusammenleben mit einem Alzheimerkranken, eine Checkliste für die persönliche, rechtliche und finanzielle Vorsorge sowie eine Aufstellung hilfreicher Kontaktadressen runden das Angebot ab. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder unter www.dsl-alzheimer.de.