Bei
Verdacht auf Alzheimer ist Feingefühl gefragt
Aktualisierte
Broschüre der Deutschen Seniorenliga gibt Tipps
Wenn bei älteren Menschen Gedächtnislücken,
Orientierungslosigkeit und Sprachprobleme auftreten, keimt oftmals die Sorge
vor einer Alzheimererkrankung auf. Doch vom ersten
Verdacht bis zur Diagnose vergehen oft Jahre. Denn aus Scham und Angst vor der
Wahrheit versuchen die Betroffenen zumeist, ihre geistigen Defizite so lange
wie möglich vor der Familie zu verbergen. „Hier ist Fingerspitzengefühl
gefragt“, so Professor Dr. Giso Deussen,
Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga. „Angehörige sollten erste Anzeichen
der Alzheimererkrankung erkennen und den Betroffenen
zu einem Arztbesuch ermuntern, ohne ihn mit Andeutungen über seine geistigen
Einbußen zu brüskieren.“ Dies lässt sich beispielsweise lösen, indem sie einen
allgemeinen Gesundheitscheck vorschlagen und den Arzt vorab bitten, kognitive
Tests in die Untersuchung einzubeziehen.
Diagnose
ist besser als Ungewissheit
Für die meisten Familien ist die Diagnose
Alzheimer schockierend. Dennoch sind viele Betroffene erleichtert, wenn das
Versteckspiel ein Ende hat und sie endlich offen über ihre Beschwerden sprechen
können. Zudem haben die Angehörigen nun die Möglichkeit, notwendige Maßnahmen
in die Wege zu leiten. So sollten beispielsweise finanzielle und rechtliche
Angelegenheiten geregelt werden – am besten, solange der Erkrankte sich noch
dazu äußern kann. Ferner ist es sinnvoll, frühzeitig an die späte Phase der
Erkrankung zu denken und gemeinsam nach einem geeigneten Pflegeheim oder
Pflegedienst Ausschau zu halten.
Informationen
und praktische Hinweise
Die aktualisierte Broschüre „Alzheimer
erkennen“ erklärt die Symptome der Alzheimererkrankung
und zeigt, wie diese von altersbedingter Vergesslichkeit abgegrenzt werden
können. Des Weiteren beschreibt sie, welche Maßnahmen Angehörige beim Verdacht
auf Alzheimer ergreifen sollten, welche diagnostischen Möglichkeiten es gibt
und was eine medikamentöse Behandlung bewirken kann. Tipps für das
Zusammenleben mit einem Alzheimerkranken, eine
Checkliste für die persönliche, rechtliche und finanzielle Vorsorge sowie eine
Aufstellung hilfreicher Kontaktadressen runden das Angebot ab. Die Broschüre
ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße
32 in 53123 Bonn oder unter www.dsl-alzheimer.de.