Bonn,
19.11.07 In der Erkältungszeit ist eine ausgewogene Ernährung für Senioren
besonders wichtig. Denn der Körper braucht jetzt Energie und ausreichend
Vitamine und Mineralstoffe, damit das Immunsystem Erkältungsviren erfolgreich
abwehren kann. Zudem gilt: Kommt es dennoch zu einem Infekt, erholen sich
Senioren schneller, wenn ihr Körper über die notwendigen Reserven verfügt.
Die Wirklichkeit sieht
jedoch in vielen Fällen anders aus: Rund zehn Prozent der zu Hause lebenden Senioren
sind mangelernährt, in Heimen sind es sogar mehr als sechzig Prozent. „Wenn
Senioren zu wenig essen, fehlt oft schlicht der Appetit, etwa auf Grund von
Einsamkeit, mangelnder Bewegung an der frischen Luft oder als Nebenwirkung von
Medikamenten“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen
Seniorenliga. Auch die Qualität des Essens kommt bei älteren Menschen oft zu
kurz, da Zahnprobleme oder Schluckbeschwerden dazu führen, dass statt Obst und
Vollkornprodukten nur zerkochtes Gemüse, Fertigsuppen oder Pudding auf den
Tisch kommen.
Sind die körpereigenen Vitamin- und
Mineralstoffspeicher nicht gefüllt, kann bereits ein grippaler Infekt zum
Verhängnis werden. „Ältere Menschen geraten leicht in einen Teufelskreis aus
schlechtem Ernährungsstatus, Krankheit und fehlendem Appetit, wenn ihnen die
Reserven fehlen, um rasch wieder gesund zu werden“, erklärt Hackler. „Während
sich bei jungen Menschen nach einer Krankheit der Appetit von allein wieder
einstellt, ist dies bei Senioren häufig nicht der Fall“.
Hauptsache
satt genügt nicht
Nicht nur in der Erkältungszeit sollten Senioren
auf eine ausgewogene Ernährung achten. Auch wenn ihr Energieumsatz in der Regel
geringer ist als bei jungen Menschen, so haben sie einen unverändert hohen
Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Reichlich Obst und Gemüse,
Vollkornprodukte, Fisch, mageres Fleisch sowie Milch und Joghurt sollten daher
den Speiseplan bestimmen. Doch gerade für diejenigen, die nicht selbst kochen,
ist das nicht immer einfach. In diesen Fällen können Senioren ihre Mahlzeiten
aufwerten, indem sie das Mittagessen vom Menüservice mit frischem Salat oder
Obst ergänzen. Auch Angehörige oder Nachbarn können helfen, wenn sie Senioren
beim Einkaufen unterstützen, zu Spaziergängen einladen und sie zum Arzt
begleiten. Um starke Nährstoffdefizite auszugleichen oder wenn es immer wieder
zu Erkrankungen kommt, sollten Angehörige den Arzt oder Apotheker auf die
Möglichkeit einer ergänzenden Nahrung ansprechen, wie etwa einer nährstoff- und
energiereichen Trinknahrung.
Hintergrundinformationen und viele wertvolle Tipps
enthält die Broschüre „Mangelernährung erkennen und vermeiden“. Das Heft ist
kostenlos und kann postalisch oder im Internet bei der Deutschen Seniorenliga
angefordert werden: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123
Bonn,