Müde durch den Frühling?

Dauerhafte Müdigkeit kann bei Senioren auf Mangelernährung hinweisen

 

Bonn, 19.02.08 Der Frühling kommt, doch von neuer Energie und Tatkraft keine Spur? Meist bringt viel Bewegung an der frischen Luft den frühjahrsmüden Körper wieder in Hochform. Klingen die Beschwerden im Laufe des Frühjahrs jedoch nicht ab, lohnt sich ein Blick auf die Ess- und Trinkgewohnheiten. Denn vor allem bei älteren Menschen können sich hinter Beschwerden, die an eine Frühjahrsmüdigkeit erinnern, erste Symptome einer Mangelernährung verbergen.

 

Dass der Körper im Frühjahr eine Anlaufphase braucht, um nach der kalten Jahreszeit wieder in Schwung zu kommen, ist kein Mythos, sondern reine Biologie. „Bei Beschwerden, die einer Frühjahrsmüdigkeit ähneln, wird bei älteren Menschen aber zu selten an eine Mangelernährung gedacht“, warnt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.

Die Entstehung einer Mangelernährung ist ein schleichender Prozess, der oft weder vom Betroffenen selbst, noch vom Umfeld wahrgenommen wird. Und hierin liegt ein Problem, das besondere Aufmerksamkeit fordert.

 

Krank statt müde

Viele Senioren essen zu wenig oder nicht ausgewogen und versorgen somit ihren Körper nur unzureichend mit Energie, Vitaminen und Mineralstoffen. Anfangs führt die Unterversorgung nur zu unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und allgemeiner Schwäche, wie sie auch bei einer Frühjahrsmüdigkeit auftreten. Chronische Mangelernährung und ihre Folgen sind dagegen gravierend: Sie reichen von körperlicher Schwäche über den verstärkten Abbau geistiger Fähigkeiten bis hin zur erhöhten Pflegebedürftigkeit.

 

Dem Speiseplan mehr Aufmerksamkeit schenken

Damit es soweit nicht kommt, muss bereits bei ersten Hinweisen auf eine Mangelernährung der Speiseplan überdacht werden. Dabei bedarf es der Unterstützung von Angehörigen: sie sollten die Essgewohnheiten und das Körpergewicht des Betroffenen aufmerksam beobachten. Dabei sollte auch geprüft werden, ob es mangelernährten Senioren möglich ist, über eine gezielte Lebensmittelauswahl die Energie- und Nährstoffzufuhr zu erhöhen: Viel frisches Obst, Salate und Gemüse, reichlich Milch- und Getreideprodukte und regelmäßig Fleisch, Fisch und Eier – appetitlich und abwechslungsreich zubereitet – sind die Grundlage für eine bedarfsgerechte Ernährung. Reicht die normale Kost zur Deckung des täglichen Bedarfs nicht aus oder verliert ein älterer Mensch ungewollt an Gewicht, kann eine Ergänzung der täglichen Nahrung mit einer Trinknahrung hilfreich sein.

 

Wie Senioren ein gesundes Ess- und Trinkverhalten gelingt, verrät die Broschüre „Mangelernährung erkennen und vermeiden“. Das kostenlose Informationsheft der Deutschen Seniorenliga enthält viele praktische Tipps für die tägliche Ernährung und erklärt, wie Angehörige erste Anzeichen einer Mangelernährung erkennen und angemessen darauf reagieren können. Die Broschüre kann postalisch oder im Internet bei der Deutschen Seniorenliga angefordert werden: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dsl-mangelernaehrung.de.