Alzheimer frühzeitig erkennen und behandeln

Neue Broschüre der DSL informiert Betroffene und Angehörige

 

Bonn, 17.01.06. Etwa eine Million Deutsche leiden an der Alzheimer-Krankheit, in 20 bis 30 Jahren werden es beinahe doppelt so viele sein. Auch wenn Alzheimer bis heute nicht heilbar ist, können moderne Medikamente den Krankheitsprozess verlangsamen und Begleitsymptome lindern. Dabei gilt: Je früher die Therapie einsetzt, desto länger bleiben Alltagskompetenz und Lebensqualität erhalten. „Angehörige sind daher besonders gefordert, bei den ersten Anzeichen aufmerksam zu werden und ärztlichen Rat einzuholen“, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL). Welche Symptome auf eine Alzheimer-Demenz hindeuten und wie sie diagnostiziert wird, erläutert die neue Broschüre „Alzheimer erkennen“ der DSL.

 

Alzheimer beginnt schleichend und fast unmerklich: Erste Anzeichen sind leichte Gedächtnisstörungen, die im Verlauf der Erkrankung immer weiter zunehmen. Hinzu kommen Probleme bei täglichen Verrichtungen wie Kochen oder Einkaufen sowie Wortfindungsstörungen und Schwierigkeiten bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung. Betroffene verlieren nach und nach an Urteilsvermögen und die Fähigkeit zu abstraktem Denken. Außerdem sind sie starken Stimmungsschwankungen ausgesetzt, ändern oft abrupt und ohne erkennbaren Grund ihr Verhalten und schließlich ihre Persönlichkeit. Zu Beginn der Erkrankung bemerken Betroffene meist selbst ihre Defizite, sind davon peinlich berührt und versuchen, sie vor anderen zu verbergen.

 

Wer kann helfen?

Beobachten Angehörige die beschriebenen Warnsymptome, sollten sie mit dem Betroffenen darüber sprechen und ihn überzeugen, so bald wie möglich den Hausarzt aufzusuchen. Er kennt den Betroffenen meist schon lange und kann daher Veränderungen der Hirnleistung am besten feststellen. Geht es darum, die vorliegende Demenz-Form zu bestimmen oder die Demenz von einer anderen Erkrankung abzugrenzen, überweist der Hausarzt zur weiteren Diagnostik an einen Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Zusätzlich gibt es spezielle Einrichtungen für die Abklärung von Demenz-Erkrankungen, so genannte Gedächtnis-Ambulanzen oder Memory-Kliniken.

 

Wie wird Alzheimer diagnostiziert?

Alzheimer kann auch heute nicht eindeutig nachgewiesen werden, sondern wird nach dem Ausschlussverfahren diagnostiziert. Dazu findet zuerst ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen und den Angehörigen über Biographie und Krankheitsgeschichte statt. Hält der Arzt eine Demenz für wahrscheinlich, führt er eine körperliche und psychiatrische Untersuchung durch. Bluttests, Röntgen und weitere Untersuchungen sollen andere körperliche und seelische Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen. Verschiedene psychologische Tests helfen, Defizite und verbliebene Fähigkeiten genau zu beschreiben. Schließlich zeigen bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Kernspin-Tomographie des Gehirns, wie weit die Demenz fortgeschritten ist, und ob noch andere Erkrankungen vorliegen.

 

Die zwei Säulen der Alzheimer-Therapie

Sobald die Diagnose Alzheimer gestellt ist, entwirft der Arzt einen individuellen Behandlungsplan, um die verbliebenen Fähigkeiten des Betroffenen möglichst lange zu erhalten und den Krankheitsverlauf zu verzögern. Dazu gehören einerseits Medikamente zur Besserung und Stabilisierung der geistigen Fähigkeiten, so genannte Antidementiva. Andererseits sind begleitende Maßnahmen im Sinne einer „aktivierenden Pflege“ erforderlich: Das vielfältige Angebot reicht vom Alltagstraining über Musik- und Kunsttherapie bis hin zu Gedächtnistraining und Verhaltenstherapie.

 

Die neue Broschüre "Alzheimer erkennen" der DSL hilft Betroffenen und Angehörigen, die ersten Anzeichen der Erkrankung zu erkennen und informiert über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstraße 164 in 53175 Bonn oder unter http://www.dsl-alzheimer.de/.