Ausreichend,
aber nicht übermäßig trinken
Richtig
Trinken kann Symptome der Blasenschwäche lindern
Bonn, 16.12.09
Wer unter Blasenschwäche leidet, sollte dennoch ausreichend trinken - andernfalls
wird der Harndrang noch verstärkt. Außerdem belastet ein Flüssigkeitsmangel die Nieren und erhöht das
Risiko für Harnwegsinfekte, Blasen- und Nierensteine. Vor allem ältere
Menschen, deren Durstgefühl nicht mehr so ausgeprägt ist, sollten auf eine
ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Übertreiben sollten sie es aber nicht,
da dies die Blase überfordern könnte.
Was auf den ersten Blick einleuchtend erscheint,
ist bei Blasenschwäche genau die falsche Strategie: weniger zu trinken. Denn dies
führt dazu, dass die Nieren für ihre Filtrationsarbeit zu wenig Flüssigkeit zur
Verfügung haben und in der Folge einen hoch konzentrierten Urin produzieren.
Dieser reizt die empfindliche Blase und verstärkt so den Harndrang, zudem
können sich Nieren- oder Blasensteine entwickeln. Auch das Risiko für
Harnwegsinfektionen steigt, wenn Nieren und Blase nicht ausreichend gespült
werden. Gerade ältere Frauen sollten sich dessen bewusst sein, denn sie sind
hier aufgrund hormoneller Veränderungen besonders gefährdet.
Wie
viel, wann und was trinken?
Als Faustregel gilt: Je nach körperlicher
Konstitution, Gesundheitszustand und Alter sind ungefähr 2 bis 3 Liter
Flüssigkeit am Tag ideal. „Für alte Menschen ist diese Trinkmenge aber unter
Umständen zu groß“, erläutert Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen
Seniorenliga. „Die Blasenwand verändert sich im Alter und kann mit zu großen
Flüssigkeitsmengen schlicht überfordert sein. Für die meisten älteren Menschen sind
1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag ausreichend. Ich empfehle allerdings allen
Betroffenen, dies mit dem Arzt zu besprechen.“
Wichtig ist es außerdem, die
Flüssigkeitsaufnahme geschickt über den Tag zu verteilen. „Es ist nicht
sinnvoll, tagsüber aus Angst vor unliebsamen Episoden kaum zu trinken und kurz
vor dem Schlafengehen das Versäumte nachzuholen“, rät Hackler. „So kann es zu
häufigen nächtlichen Störungen durch einen starken Harndrang kommen – an einen
erholsamen Schlaf ist dann nicht zu denken.“ Wer Schwierigkeiten hat, tagsüber
regelmäßig zu trinken, sollte sich schon morgens die Portion bereitstellen, die
er im Laufe des Tages zu sich nehmen möchte. Ideal sind Wasser sowie Kräuter-
oder Früchtetees. Bei schwarzem Tee, Kaffee und Bier ist hingegen Zurückhaltung
geboten, weil diese Getränke den Harndrang verstärken.
Neben dem richtigen Trinkverhalten können praktische
Maßnahmen die Symptome der Blasenschwäche lindern, wie beispielsweise eine
veränderte Toilettenroutine. Darüber hinaus gibt es physikalische Methoden,
Entspannungsübungen und Medikamente, die bei einigen Formen der Blasenschwäche
eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erzielen. Nähere Informationen
hierzu erteilt die Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“, herausgegeben
von der Deutschen Seniorenliga. Die kostenlose Broschüre soll Betroffene
ermutigen, ihre Blasenschwäche nicht hinzunehmen, sondern mit ärztlicher Hilfe aktiv
anzugehen. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga (DSL) e.V., Heilsbachstraße 32,
53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de.