Blasenschwäche nicht
als „Demenz-Schicksal“ hinnehmen
Bonn, 16.12.08 Demenz
und Blasenschwäche treten oft gemeinsam auf. Doch statt zu resignieren sollten
Betroffene und Angehörige das Thema offensiv angehen. Denn auch im Rahmen einer
Alzheimer-Erkrankung gibt es viele Möglichkeiten, der Inkontinenz wirkungsvoll
zu begegnen.
Bei
dementen Menschen kann es vergleichsweise schwierig sein, eine Blasenschwäche
zu behandeln, da bei vielen Betroffenen das Verständnis für ihre Funktionsstörung
und eine notwendige Therapie eingeschränkt ist. Trotzdem sollte man ihnen eine
größtmögliche Lebensqualität ermöglichen und eine respektvolle Behandlung
entgegenbringen. Denn ungeachtet der speziellen Probleme stehen
auch für Alzheimer-Patienten eine Reihe von Optionen zur Verfügung,
mit denen die Beschwerden einer Blasenschwäche deutlich gelindert werden können.
„Nicht auf Blasenprobleme zu reagieren ist daher in jedem Fall unzureichend.
Ein Tabu sollte aber die prophylaktische Versorgung Demenz-Kranker mit Windeln
oder Einlagen sein, da so eine Inkontinenz noch gefördert wird“, warnt Erhard
Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.
Spürsinn gefragt
Treffen
Alzheimer und Blasenschwäche gleichzeitig auf, müssen sinnvolle Maßnahmen und
vorhandene Möglichkeiten gut ausgenutzt werden. Meist
erfordert eine erfolgreiche Therapie die Kombination verschiedener Maßnahmen.
Welche das sind, muss der Arzt nach einer ausführlichen Untersuchung des
Patienten und exakten Diagnose individuell entscheiden. In vielen Fällen kommt
man dem Ziel der Kontinenz wieder näher, wenn beispielsweise eine medikamentöse
Therapie durch eine Verhaltenstherapie wie dem Blasentraining ergänzt wird. Gleichzeitig
müssen alle anderen Medikamente des Betroffenen dahingehend überprüft werden,
ob sie nicht ebenfalls eine Blasenschwäche fördern. Auch Angehörige können
mithelfen, die Inkontinenz eines Alzheimer-Patienten in den Griff zu bekommen.
Indem sie beispielsweise die Toilettentür geöffnet lassen und auf leicht zu
entfernende Kleidung beim Patienten achten, erleichtern sie dementen Menschen das
Auffinden der Toilette und das rechtzeitige Entfernen der Kleidung.
Um
Funktionsstörungen der Blase besser zu verstehen, informiert die Deutsche
Seniorenliga mit dem Ratgeber „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ über die
wichtigsten Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Sie möchte Angehörigen und
Betroffenen helfen, sich auf den Arztbesuch vorzubereiten und Mut machen,
Blasenschwäche nicht als normale Folgeerscheinung einer Demenz hinzunehmen. Die
Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn oder kann im Internet unter www.dsl-blasenschwaeche.de bestellt werden.