Letzten Willen rechtzeitig planen -
Testament keine Frage des Alters
Bonn, 15.07.2008 Nach Einschätzung der
Deutschen Seniorenliga (DSL) befassen sich viele Menschen gar nicht oder zu
spät mit ihrer Erbplanung. Nur 30 Prozent der Deutschen haben bisher ein
Testament gemacht, obwohl über 80 Prozent der Auffassung sind, dass die
Erbfolge juristisch und wirtschaftlich klar geregelt sein sollte. "Ein Testament ist
keine Frage des Alters sondern der Vorsorge", sagt Erhard Hackler,
geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga. Wer sicherstellen will, dass sein
Vermögen wirklich an die Richtigen geht, muss rechtzeitig aktiv werden. Denn die sinnvolle Nachlassplanung erfordert
nicht nur Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Angehörigen sondern auch
umfassende Kenntnisse über Erbrecht, Steuerfragen und Möglichkeiten der
Geldanlage. Neben der Motivation, das Vermögen vorausschauend weiterzugeben,
geht es auch darum, die eigene Vermögens- und Lebensplanung so aufeinander abzustimmen,
dass die eigene Sicherheit und Unabhängigkeit gewährleistet werden.
Auch die
Vorstellung, dass sich alles wie von allein regelt, erweist sich im Nachhinein
häufig als Trugschluss: Wenn es auch nur um geringe Werte geht, verursacht ein
Todesfall oft Unstimmigkeiten bis hin zum ausgiebigen Familienstreit. Das Erbe
drückt mehr aus als nur materiellen Besitz. Durch den Erbfall kommen oft
Emotionen und Streitpunkte zum Ausbruch, die vorher versteckt blieben. Wer
sicher gehen will, dass der Nachlass möglichst ohne Streitigkeiten vonstatten
geht, sollte eine letztwillige Verfügung treffen und diese am besten mit den
späteren Erben in aller Ruhe besprechen.
Allein das
Aufsetzen eines Testaments erfordert einige Grundkenntnisse. Schon kleine
Fehler können die Gültigkeit zunichte machen. So muss ein Testament, das nicht
von einem Notar beurkundet wurde, vom ersten bis zum letzten Wort eigenhändig
geschrieben und unterschrieben sein. Die Erben sollten dabei möglichst genau,
mit vollem Namen, Geburtsdatum und Wohnort bezeichnet sein. Außerdem sollte das
Testament an einem Ort aufbewahrt werden, an dem es auch gefunden wird.
"Im Idealfall ist es beim nächstgelegenen Amtsgericht oder Notar gegen
eine geringe Gebühr hinterlegt", empfiehlt Hackler.
Im Rahmen der Initiative
„Die richtige Nachlassplanung - Ihr Wille zählt“ gibt die Seniorenliga mit der
gleichnamigen kostenlosen Broschüre einen Leitfaden an die Hand, der umfassend
den sinnvollen Umgang mit dem persönlichen Vermögen sowie dessen Weitergabe
erläutert. Die Broschüre kann direkt bei der DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123
Bonn angefordert werden. Im Internet informiert die Seniorenliga unter
www.dsl-nachlassplanung.de über das Thema.