Gibt es Schutz vor
Alzheimer?
Bonn, 14.11.07 Kann man der Alzheimer-Demenz effektiv vorbeugen?
Wissenschaftlich eindeutig bewiesen ist diese Frage bislang nicht – auch wenn es
viele Anzeichen gibt, dass einige Schutzfaktoren nicht nur den Körper, sondern auch
den Geist länger fit halten.
Kaum eine Erkrankung macht so vielen Menschen Angst wie die Alzheimer-Demenz: Die Sorge vor Kontrollverlust und Verwirrtheit rangiert in der Bevölkerung noch vor der Krebsangst. Entsprechend groß ist daher das Interesse an vorbeugenden Maßnahmen, aber leider auch an Hinweisen, die einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhalten. Glaubt man den Berichten, so sollen beispielsweise Vitamine, grüner Tee oder Sudoku helfen, der Alzheimer-Demenz vorzubeugen. „Der Erfolg der einzelnen Mittel und Methoden ist jedoch unter Experten sehr umstritten, da wissenschaftlich exakte Nachweise häufig fehlen“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL).
Konsens bei Bluthochdruck
Einigkeit herrscht unter den Wissenschaftlern
lediglich für den Faktor Blutdruck. Für ihn gibt es noch die besten Belege,
dass er das Alzheimer-Risiko mitbestimmt. In einer europäischen Studie¹ konnte
gezeigt werden, dass sich die Zahl der demenziellen Neuerkrankungen um die
Hälfte senken lässt, wenn Bluthochdruck effizient behandelt wird. Wer der
Alzheimer-Erkrankung vorbeugen möchte, sollte daher neben einem Blutdruck
im Normalbereich auch auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung
achten. Beide Faktoren beeinflussen den Blutdruck positiv und wirken in vielerlei
Hinsicht förderlich auf die Gesundheit. „Einen gesunden Lebensstil mit viel
Bewegung kann man wirklich jedem Menschen empfehlen“, erklärt Hackler, „denn
neben zahlreichen Hinweisen, dass man damit einer Demenz vorbeugen kann, schützt
er vor allem vor wichtigen Zivilisationskrankheiten“.
Genaue Diagnose der Symptome
In der Diskussion über präventive
Maßnahmen darf jedoch nicht vergessen werden, dass Symptome wie Vergesslichkeit, Gedächtnislücken oder Verwirrtheit nicht zwangsläufig auf eine Alzheimer-Demenz
hinweisen. Auch andere Erkrankungen, die zum großen Teil erfolgreich
behandelt werden können, verfügen über ganz ähnliche Symptome. Wegen der unterschiedlichen
Behandlungsansätze ist die Unterscheidung zwischen Alzheimer und anderen Erkrankungen
wichtig, aber in der Praxis auch oft recht schwierig. Mit der Broschüre „Alzheimer
erkennen“ möchte daher die DSL Angehörigen helfen, erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung
richtig zu deuten. Sie erklärt, welche charakteristischen Warnsymptome auf
eine Alzheimer-Demenz hinweisen können und wie die Erkrankung diagnostiziert
und behandelt wird. Die Broschüre der Deutschen Seniorenliga ist kostenlos
und kann im Internet unter www.dsl-alzheimer.de per E-Mail im PDF-Format bestellt
werden.
1)
SYST-EUR-Studie