Ältere wollen keine „Seniorenparkbank“
Workshop der Seniorenliga zum Thema Öffentlicher Raum

Bonn, 14.06.2010 Die ansteigenden Temperaturen locken endlich wieder die Menschen ins Freie: Zum Wandern, Radeln oder einfach nur zum Verweilen im Park. Gerade ältere Menschen nutzen öffentliche Grünanlagen und Plätze als Ort der Begegnung und Ruhe oder um einfach mal eine kleine Pause beim Spaziergang oder beim Stadtbummel einzulegen. Aber fühlen sie sich auch wohl in öffentlichen Parks und auf Plätzen? Und wie sollte die Möblierung dort aussehen bzw. gestaltet sein? Wünschen sie sich spezielle, auf sie abgestimmte Produkte? Mit dieser Fragestellung beschäftigt man sich innerhalb der Firmengruppe Nusser – einem führenden Unternehmen im Bereich Stadt- und Parkmöblierung – seit geraumer Zeit, um zielgerichtet Produkte für die Bedürfnisse aller Menschen im öffentlichen Raum zu entwickeln. „Aus diesem Grund“, so Alexander Beyer – Vertriebsleiter der Nusser Gruppe – „haben wir uns an die Deutsche Seniorenliga gewandt, hierzu ein entsprechendes Projekt aufzusetzen.“ Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga, bestätigt: „Diese Fragen können zutreffend und kompetent nur von Menschen beantwortet werden, für die diese Angebote gedacht sind“.

Vor diesem Hintergrund veranstaltete die gemeinnützige Seniorenliga mit dem Zentrum für Alternskulturen der Universität Bonn einen mehrtägigen Workshop mit Gruppendiskussion und Produkttestung. Dieser zeigte ein Bild, wie sich ältere Menschen den öffentlichen Raum und „die ideale Parkbank“ vorstellen: Erste Erkenntnis war die allgemeine Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Standortangebot an öffentlichen Sitz- und Ruhemöglichkeiten. Generell werden Plätze geschätzt, die entweder vertraut sind oder unter dem Aspekt der Sicherheit ein gutes Gefühl vermitteln. So werden gut einsehbare und beleuchtete Plätze bevorzugt, die zudem einen gepflegten Eindruck machen. Hinsichtlich der Anforderungen an die Bank selbst wurde deutlich, dass ältere Menschen keinen speziellen Wert auf eine besondere Seniorenparkbank legen. Vielmehr sollte eine Parkbank nicht nur speziell für Senioren, sondern für Menschen jeden Alters ergonomischen Ansprüchen genügen, also bequem, sauber und gut nutzbar sein.

Für den angestrebten Sitzkomfort wird eine hohe, eher steile Rückenlehne mit einer leicht nach hinten geneigten, etwas höheren Sitzfläche gewünscht, auf der man sich bequem zurücklehnen kann. Aber auch das mühelose wieder Aufstehen, unterstützt durch ausreichend hohe Armlehnen ist für ältere Menschen ein wichtiges Kriterium. Bei den Materialen wird ein Mix aus Holz für die Sitzfläche und Metall als stabile Grundkonstruktion bevorzugt.

Für Alexander Beyer sind die Ergebnisse des Workshops mitunter sehr überraschend: „Wir hätten nicht vermutet, dass ältere Menschen gar keinen Wert auf eine für ihre Bedürfnisse zugeschnittene Seniorenparkbank legen und sogar der Begrifflichkeit an sich eher skeptisch gegenüber stehen.“ Er betont, die Wünsche der älteren Generation hinsichtlich einer körpergerechten Bank für alle Altersgruppen in die Produktentwicklung einfließen zu lassen.

Dr. Uwe Kleinemas vom Zentrum für Alternskulturen fasst das Ergebnis des Workshops so zusammen: „Natürlich muss eine Sitzbank bestimmte ergonomische Anforderungen erfüllen. Aber eine ebenso wichtige Rolle spielen der Standort und die Möglichkeit, dort mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Ältere möchten am gemeinschaftlichen Leben teilhaben, und auch auf öffentlich angebotenen Bänken ‚mitten im Leben’ sitzen.“

Nähere Informationen zu den Ergebnissen des Workshops sind erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstr. 32, 53123 Bonn