Dem
Diabetes davonlaufen
Mehr Bewegung - weniger Medikamente
Bonn,
14.03.08 Sport wirkt bei
Diabetes wie Medizin, denn Muskelarbeit verbraucht Blutzucker. So kommen
Typ-2-Diabetiker länger ohne Tabletten und Spritzen aus. Zwischen
Bewegungsmangel, Fettpolstern und zu hohen Zuckerwerten besteht nämlich ein
Zusammenhang, den Ärzte mit dem Wort „Insulinresistenz“ umschreiben. Hintergrund:
Typ-1-Diabetes bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse kein Insulin bildet, jenes
Hormon also, das den Blutzucker als Energiespender in die Zellen schleust. Bei
Typ 2 besteht hingegen zunächst kein Mangel an Insulin, der Körper spricht aber
schlecht darauf an („Resistenz“). Hauptursachen sind Bewegungsmangel und
Übergewicht. Die Folge:
Weniger Zucker gelangt in die Zellen, zu viel bleibt im Blut.
Die
Bauchspeicheldrüse reagiert vergeblich mit gesteigerter Insulinproduktion. Mit
der Zeit geht ihr dabei die Kraft aus und es kommt zu Insulinmangel wie beim Typ
1. Dann wird auch ein Typ-2-Diabetiker „insulinpflichtig“, muss das Hormon
spritzen. Den Zeitpunkt hinauszögern können vom Arzt verschriebene Tabletten,
die den Körper wieder für Insulin sensibilisieren. Sport kann auch diese
überflüssig machen, indem man frühzeitig zu trainieren beginnt und so die
Zuckerkrankheit abwendet. Warum Sport den Zuckerspiegel senkt: Muskeln in
Aktion verbrauchen viel Energie und beziehen diese aus dem Blutzucker, der
Glukose. 30 Gramm pro Stunde wird zum Beispiel beim Fahrradfahren verbraucht.
Stürzt der Blutzuckerspiegel mal zu tief ab, öffnet die Leber ihre
Glukosespeicher, damit es zu keiner Unterzuckerung kommt. Nicht angezapft wird
die Leberreserve, wenn man Insulin spritzen muss oder Tabletten nimmt. Dann
entgeht man Unterzuckerung dadurch, dass man vor dem Sport Kohlenhydrate
verzehrt und für zwischendurch Traubenzucker und Müsliriegel parat hat.
Bevor man aber körperlich
durchstartet, sollte man sich vom behandelnden Arzt auf seine Sporttauglichkeit
checken lassen. Gibt er grünes Licht, sind Radeln, Walking, Jogging und
Schwimmen angesagt. Diese Ausdauersportarten drücken nicht nur den Blutzucker,
sie schmelzen auch Körperfett ab und verbessern so die Wirkung von Insulin,
körpereigenem wie gespritztem. Als „gesunden Mix“ empfehlen Sportmediziner
Diabetikern eine Kombination aus 70 Prozent Ausdaueraktivitäten und 30 Prozent
Koordinationsübungen.
Die Broschüre der DSL „Gut leben trotz
Diabetes“ informiert über die Krankheit, ihre Folgen und Risikofaktoren.
Gleichzeitig enthält sie Tipps, wie man durch regelmäßige Kontrolle der
Blutzuckerwerte, eine gesunde Lebensweise und die konsequente Umsetzung der
Behandlungsmaßnahmen sein Wohlbefinden aufrecht erhalten oder sogar steigern
kann. Die Broschüre kann bei der Deutschen Seniorenliga e.V.,
Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder unter www.dsl-diabetes.de im Internet bestellt
werden.