Selbstständigkeit älterer Diabetes-Patienten erhalten
Neue Website www.dsl-diabetes.de der Deutschen
Seniorenliga
Bonn, 13.12.07 Etwa
zwei Drittel aller Menschen mit Diabetes mellitus sind älter als 60 Jahre.
Aufgrund des demografischen Wandels ist damit zu rechnen, dass dieser Anteil in
den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Oberstes Ziel der medizinischen
Versorgung geriatrischer Patienten mit Diabetes mellitus ist der Erhalt der
Selbstständigkeit, damit sie die komplizierte Therapie möglichst lange eigenverantwortlich
durchführen können.
Diabetiker haben im Vergleich zu
Nicht-Diabetikern ein deutlich höheres Risiko für Herzleiden, Schlaganfall,
Nierenversagen, Erblindung, Amputationen - und bei Älteren auch für geistige
Demenz durch die Alzheimer-Krankheit.
Letzteres wird begünstigt durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel. Auch
bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes ist daher eine möglichst normnahe
Blutzuckereinstellung das primäre Therapieziel. Hierzu muss im Verlauf der
Krankheit für eine ausreichende Stoffwechselkontrolle von einer oralen Therapie
auf Insulin umgestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, die Behandlung mit
dem Hormon möglichst früh zu beginnen: Die Patienten sollten die Therapie erlernen,
solange sie hierzu noch eigenständig in der Lage sind.
In
den vergangenen Jahren sind viele Hilfen entwickelt worden, um älteren Menschen
die Insulintherapie zu erleichtern. Hierzu zählen neben einfach bedienbaren
Blutzuckermessgeräten spezielle Insulin-Pens, auf denen die Dosiseinstellung auch
mit eingeschränkter Sehfähigkeit gut lesbar sind und
die auch Patienten mit feinmotorischen Defiziten gut handhaben können. Zudem
helfen spezielle geriatrische Schulungsprogramme, bei kognitiven
Einschränkungen die Grundlagen der Behandlung zu vermitteln. Mit einer so
angemessenen Therapie lässt sich bei motivierten älteren Typ-2-Diabetikern ein
gutes Maß an Lebensqualität erhalten. „Wer
die Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel, Insulin, Ernährung und Bewegung kennt
und dieses Wissen auch umsetzt, vermeidet gefährliche Folgeerkrankungen und
kann so ein ganz normales Leben führen“, rät Erhard Hackler, geschäftsführender
Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL). Im Rahmen der Initiative „Gut leben
trotz Diabetes“ informiert die neue Website www.dsl-diabetes.de
über die Krankheit, ihre Folgen
und Risikofaktoren. Gleichzeitig enthält sie Tipps, wie man durch regelmäßige
Kontrolle der Blutzuckerwerte, eine gesunde Lebensweise und die konsequente
Umsetzung der Behandlungs-maßnahmen sein Wohlbefinden aufrecht erhalten oder
sogar steigern kann.