Blasenschwäche: Nur Schutz statt Therapie?
Hygieneprodukte
ersetzen nicht die Therapie
Bonn,
13.08.07 Wird
Blasenschwäche aus Scham verschwiegen und nicht behandelt, beginnt häufig ein
langer Leidensweg. Denn wer den Gang zum Arzt meidet, muss viele
Nachteile in Kauf nehmen: Verzicht auf Diagnose und Therapie, Angst vor
peinlichen Gerüchen und zahlreiche Einschränkungen im Alltag. Eine fehlende
Diagnose belastet zudem das Portemonnaie, da alle Hygieneartikel auf eigene
Rechnung gekauft werden müssen.
Blasenschwäche ist nicht nur ein medizinisches Problem,
sondern auch eine große psychische Belastung. Schamgefühle
hindern daher viele Betroffene, sich rechtzeitig einem Arzt anzuvertrauen. Sie
verschweigen ihr Leiden so lange wie möglich und ziehen es vor, auf eigene
Rechnung Vorlagen und Windeln zu kaufen. „Im Hinblick auf eine frühe und
wirksame Therapie ist es leider wenig hilfreich, wenn Hygieneprodukte als Notlösung dienen und der Arztbesuch dauernd
aufgeschoben wird“, erklärt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der
Deutschen Seniorenliga. Denn hinter dem Kontrollverlust über die Blase kann
auch eine ernste Erkrankung stecken. Daher sollte der erste Gang immer zum Arzt
führen. „Ein Hilfsmittel bietet Schutz, kann aber keine Therapie ersetzen“, betont
Erhard Hackler. Wichtig ist, dass Patienten die Ursache
für ihre Blasenschwäche herausfinden und wirksame Maßnahmen ergreifen. Oft hat sich dann die Frage nach geeigneten Hilfsmitteln in Form
von Windeln von selbst erledigt.
Inkontinenz betrifft viele Menschen
Obwohl rund sechs Millionen Menschen in Deutschland an
Blasenschwäche leiden, wird meist darüber geschwiegen und damit die Chance auf rasche Hilfe vergeben. Dabei
sind in den letzten Jahren enorme Fortschritte
bei der Behandlung der Blasenschwäche erzielt worden, mit denen 90 Prozent
aller Patienten erfolgreich therapiert werden können. Im Idealfall sollten
Vorlagen und Windeln nur über die Zeit hinweghelfen, bis Medikamente oder andere
Therapiemaßnahmen wirken.
Die wichtigsten Informationen zum Thema Inkontinenz hat die
Deutsche Seniorenliga in der Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“
zusammengefasst. Sie ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga
e.V., Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn oder kann im Internet unter http://www.dsl-blasenschwaeche.de
abgerufen werden.