Diabetes
schadet der Blase
Dauerhaft
erhöhter Blutzucker schwächt die Blasenfunktion
Bonn, 11.08.08 Jeder
zweite Diabetiker bekommt langfristig Probleme mit der Blase. Das Tückische daran:
Viele Betroffene ahnen gar nicht, dass ein hoher Blutzuckerspiegel ihrer Blase
schadet. Doch mit der Dauer einer Diabetes-Erkrankung steigt die
Wahrscheinlichkeit einer Inkontinenz immer mehr an.
Auch
wenn nicht eindeutig geklärt ist, auf welchem Wege Diabetes den Harntrakt in
seiner Funktion beeinträchtigt, so steht doch fest, dass ein dauerhaft erhöhter
Blutzucker die Blasennerven schädigt. Bei vielen Patienten äußert sich das in
Form einer überaktiven Blase: Die Muskulatur der Blasenwand zieht sich spontan zusammen,
um die Blase zu entleeren – obwohl sie noch gar nicht voll ist. Aufgrund des
quälenden Harndrangs wird der Weg zur nächsten Toilette für viele zu lang, so
dass der Urin bereits vorher ungewollt verloren geht.
Andere
Diabetiker nehmen es lange Zeit gar nicht wahr, dass ihre Blase nicht mehr
richtig funktioniert. Sie verlieren das Gefühl dafür, dass ihre Blase sich
immer mehr füllt. Dadurch können sich große Harnmengen dort sammeln, ohne dass
die Betroffenen Harndrang verspüren. Der ständig vorhandene Urin liefert den
Nährboden für wiederholte Harnwegsinfekte. Im äußersten Fall kommt es zu einer
Überlauf- inkontinenz: Die prallvolle Blase kann sich
aktiv nicht mehr entleeren, sie läuft dann über und verliert permanent kleine Mengen
Urin.
Risikofaktor Zeit
Die
Krankheitsdauer spielt eine wesentliche Rolle. „Diabetiker, die länger als zehn
Jahre an einem erhöhten Blutzuckerspiegel leiden, erkranken doppelt so häufig
an einer Blasenschwäche wie stoffwechselgesunde Menschen. Dieser Zusammenhang ist
nicht nur wenig bekannt, meist wird auch vielen Betroffenen erst zu spät
bewusst, dass sie ein Problem mit ihrer Blase haben“ so Erhard Hackler, geschäftsführender
Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Unbehandelt können die Probleme mit der
Blase zu schwerer Inkontinenz führen. Diabetiker sollten daher sowohl den Blutzucker
regelmäßig kontrollieren, als auch ihre Blasenfunktion im Blick haben.
Gezielte Kontrolle
hilft vorbeugen
Ein
normaler Blutzuckerspiegel schützt am besten vor den zahlreichen
Folgeerkrankungen, die durch Diabetes hervorgerufen werden können. Vermeintliche
Alterserscheinungen wie die Blasenschwäche bessern sich oft spürbar, wenn der
Blutzucker gut eingestellt ist. Experten empfehlen zudem, dass sich Diabetiker
beim Arzt gezielt untersuchen lassen, um mögliche Probleme mit der Blase
rechtzeitig zu erkennen und ein Fortschreiten der Funktionsstörung zu
verhindern.
Mit
der Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ informiert die Deutsche
Seniorenliga (DSL) über Ursachen, Symptome und Behandlungsformen der Inkontinenz.
Sie gibt praktische Tipps für den Alltag und möchte Mut machen, aktiv gegen
Blasenprobleme vorzugehen. Der kostenlose Ratgeber kann im Internet oder
schriftlich bei der DSL bestellt werden. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga
e.V., Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn, www.dsl-blasenschwaeche.de