Blasenschwäche
durch chronische Harnwegsinfekte
Bonn, 11.06.10
Ein starker, plötzlich einsetzender Harndrang und die verzweifelte Suche nach
der nächsten Toilette: Die Dranginkontinenz ist eine häufige und besonders
belastende Form der Blasenschwäche. In vielen Fällen beruht sie auf einer
überempfindlichen Blaseninnenwand – beispielsweise aufgrund einer chronischen
Blaseninfektion.
Bei einer chronischen Blaseninfektion ist die
Blaseninnenwand dauerhaft durch Bakterien gereizt. Das bringt den Meldemechanismus
zwischen Blase und Gehirn aus dem Lot: Körpereigene Messfühler signalisieren
dem Gehirn „Blase voll“, auch wenn diese nur wenig gefüllt ist. Es kommt zu
einem nicht zu unterdrückenden Harndrang. Dabei kann es passieren, dass Urin
verloren geht, ohne dass der Betroffene es selbst steuern kann. Um die Symptome
der Dranginkontinenz in den Griff zu bekommen, ist ein Toilettentraining
hilfreich, bei dem der Betroffene lernt, die Abstände zwischen den
Toilettengängen allmählich zu verlängern. Darüber hinaus existieren wirksame
Medikamente, welche die dauerhaft angespannte Blasenmuskulatur lockern, die
Aufnahmekapazität der Blase vergrößern und auf diese Weise die Kontrolle der
Blasenfunktion verbessern. Wird eine chronische Blaseninfektion als mögliche
Ursache für die Beschwerden diagnostiziert, muss sie umgehend behandelt werden.
Vollständig
ausheilen lassen
Harnwegsinfektionen kommen in jedem Alter
vor; sehr oft sind jedoch ältere Menschen betroffen. Ab dem 65. Lebensjahr
erleiden 25 Prozent der Frauen und 10 Prozent der Männer eine Infektion der
Blase. Diese kann chronisch werden, wenn sie nicht vollständig ausheilt. Aus
diesem Grund ist bei Blaseninfektionen rasches Handeln angesagt – auch um zu
verhindern, dass sich die Infektion auf die Nieren ausweitet. In jedem Fall sollten
die Patienten viel trinken, um die Krankheitserreger aus der Blase
auszuschwemmen. Lassen die typischen Symptome wie Brennen und
Unterleibsschmerzen innerhalb eines Tages nicht nach, ist ein Antibiotikum notwendig.
Dieses muss nach Anweisung des Arztes bis zuletzt eingenommen werden, auch wenn
die Beschwerden bereits abgeklungen sind. Andernfalls können widerstandsfähige
Bakterien überleben, und die Erkrankung flammt immer wieder auf. Mitunter
bleiben Harnwegsinfektionen unerkannt, beispielsweise bei alten Menschen, die Schmerzen
und Entleerungsprobleme infolge von Grunderkrankungen nicht ausreichend deuten
können. In diesem Fall ist die Gefahr besonders groß, dass sich ein chronischer
Harnwegsinfekt entwickelt.
Vorbeugen
ist besser als behandeln
Damit es gar nicht erst soweit kommt, gilt es
vorzubeugen – beispielsweise mit ausreichend Flüssigkeit und einem möglichst
starken Immunsystem. Außerdem lohnt es sich, die Füße stets warm zu halten und
den Unterleib nicht durch das Sitzen auf kalten Steinen zu verkühlen. Bei
älteren Menschen, die auf einen Blasenkatheter angewiesen sind, ist auf eine
sorgfältige Katheterpflege zu achten. Schließlich trägt eine angemessene
tägliche Hygiene dazu bei, Harnwegsinfektionen zu verhindern.
Nähere Informationen hierzu erteilt die
Deutsche Seniorenliga auf der Internetseite www.dsl-blasenschwaeche.de. Darüber
hinaus erläutert die kostenlose Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“
weitere Ursachen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der Harninkontinenz.
Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga (DSL) e.V., Heilsbachstraße 32, 53123
Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de;
Tipps
zur Vorbeugung einer Harnwegsinfektion