Aufregung schlägt auf die Blase

Nervosität belastet Menschen mit Blasenschwäche gleich doppelt

Bonn, 10.03.09 Für Menschen mit überempfindlicher Blase können wichtige Termine oder Prüfungssituationen zur Tortur werden. Denn Aufregung und Nervosität sorgen nicht nur für Schweißausbrüche und einen erhöhten Puls, sondern verstärken auch den Druck auf die Blase. Bei der so genannten Dranginkontinenz kann der Harndrang so unüberwindlich werden, dass die Betroffenen es schlimmstenfalls nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen.

Fast jeder kennt diese Situation: Vor einer Prüfung oder einem anderen wichtigen Termin meldet sich die Blase besonders häufig. Bei intakter Blasenfunktion ist dies zwar lästig, aber beherrschbar. Anders bei der überempfindlichen Blase (Dranginkontinenz): Hier ist die Blasenmuskulatur dauerhaft angespannt und ruft bereits bei kleinen Füllmengen einen starken Harndrang hervor. Vor allem in emotional belastenden Situationen kann es vorkommen, dass sich die verspannte Blase plötzlich zusammenzieht und Urin in den Harnleiter drückt - es kommt zum unfreiwilligen Harnverlust. Allein die Angst, in einem ungünstigen Moment den Harndrang nicht beherrschen zu können, kann die Verspannung der Blasenmuskulatur noch verschlimmern – ein Teufelskreis beginnt. „Harninkontinenz kann extrem belasten“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga in Bonn. „Aus Angst vor peinlichen Situationen gehen viele Betroffene nur ungern aus dem Haus und geraten so unweigerlich in die Isolation.“

Blasenschwäche gut im Griff

Dabei ist Blasenschwäche mit mindestens vier bis fünf Millionen Betroffenen in Deutschland weit verbreitet. Wer seine Scheu überwindet und den Arzt aufsucht, wird seine Probleme mit großer Wahrscheinlichkeit besser in den Griff bekommen. Speziell bei Dranginkontinenz ist es oftmals sinnvoll, Medikamente zur Blasenentspannung einzusetzen. Diese bewirken, dass die Blase größere Flüssigkeitsmengen aufnehmen kann und reduzieren so den Harndrang auf ein normales Maß. Beckenbodenübungen, ein spezielles Toilettentraining und Entspannungstechniken können diese Wirkung unterstützen. So ist beispielsweise die progressive Muskelentspannung eine Methode, die Betroffene jeden Alters ganz leicht erlernen und etwa vor schwierigen Situationen gezielt einsetzen können.

Nähere Informationen rund um das Thema Blasenschwäche bietet die Deutsche Seniorenliga in Bonn an: Die kostenlose Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ zeigt Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Formen der Blasenschwäche auf und gibt praktische Tipps für den Alltag. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dsl-blasenschwaeche.de.