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Bis sie in die Wechseljahre kommen, sind Frauen den Männern in puncto Herzschutz überlegen: Ihr höherer Östrogenspiegel bietet einen natürlichen Schutz vor Schädigungen der Herzkranzgefäße und verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Während der Wechseljahre sinkt jedoch die Östrogenproduktion, und die Schutzwirkung entfällt. Das Herzinfarktrisiko von Frauen jenseits der 50 ist deshalb ebenso hoch wie bei altersgleichen Männern. Aber auch jüngeren Frauen droht immer häufiger der gefürchtete Herzinfarkt. Allein in Deutschland sterben jährlich rund 230.000 Frauen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
„Viele Frauen kommen nicht auf die Idee, dass ihnen ein Infarkt droht“, begründet Erhard Hackler, Generalsekretär der DSL, diesen Missstand. Denn die „klassischen“ Symptome für einen Herzinfarkt wie Engegefühl und Schmerzen im Brustkorb fehlen oftmals. Stattdessen klagen Frauen häufig über Übelkeit, Erbrechen sowie über Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich. Diese fehlende Eindeutigkeit kann fatale Folgen haben: Da sie nicht mit einem Infarkt rechnen, warten die meisten Frauen erst einmal ab, bevor sie ärztliche Hilfe holen. Es geht wertvolle Zeit verloren, die über Leben und Tod entscheiden kann.
Risikofaktoren bei Frauen anders gewichtet
Unausgewogene Ernährung, wenig Bewegung, Rauchen, erhöhter Blutdruck, Diabetes sowie Störungen des Fettstoffwechsels sind die wichtigsten Risikofaktoren, die sich bei Frauen und Männern schädigend auf die Herzkranzgefäße auswirken. Neue Studien zeigen, dass Frauen jedoch von einzelnen Risikofaktoren stärker betroffen sind als Männer. Während Übergewicht, Bluthochdruck und Bewegungsmangel bei beiden Geschlechtern den gleichen Stellenwert haben, wirken sich ein zu hoher Cholesterinspiegel und die Zuckerkrankheit bei Frauen stärker aus als bei Männern. So ist bei Frauen der Diabetes mellitus Typ 2 mit einem 2- bis 3fach höheren Risiko für eine Herzerkrankung verbunden als bei Männern. Gefährlich ist außerdem die Kombination aus Rauchen und hormoneller Verhütung. Hier kann das Herzinfarktrisiko bis zum 20fachen ansteigen. Hinzu kommen seelische Belastungen, Zeitdruck und der falsche Umgang mit Stress. Immer mehr Frauen stehen aufgrund der Mehrfachbelastung durch Beruf, Haushalt und Familie unter einem extrem hohen Druck.
Gesundes Herz durch gesunden Lebensstil
Die beste Vorsorge besteht darin, frühzeitig Risikofaktoren zu reduzieren, und zwar nicht erst dann, wenn die alarmierenden Symptome bereits aufgetreten sind. „Basis hierfür ist ein gesunder Lebensstil“, betont Erhard Hackler. Dies bedeutet mit dem Rauchen aufzuhören, Stress aktiv zu bewältigen, sich ausgewogen zu ernähren und regelmäßig zu bewegen. Ausdauersportarten wie Walking, Schwimmen oder Radfahren regen den Fettstoffwechsel an und wirken sich positiv auf das Gesamtcholesterin und damit auf das Herzinfarktrisiko aus. Schon mit täglich 30 Minuten Bewegung können Frauen das Infarktrisiko senken. Wer zudem ausreichend Gemüse und Obst, viel Seefisch, mageres Fleisch sowie Sojaprodukte isst, kann ebenfalls sein Herz schützen. Eine herzgesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität stehen daher im Mittelpunkt der Empfehlungen der DSL.
Die wichtigsten Informationen zu Risiken, Symptomen und Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen hat die DSL in der Broschüre „Frauenherzen schlagen anders“ zusammengestellt. Sie ist kostenfrei und kann im Internet unter www.dsl-frauenherzen.de heruntergeladen werden. |