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Mehr als eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz.
Bei zwei Dritteln von ihnen lautet die Diagnose Alzheimer – eine schockierende
Nachricht für die Betroffenen. Sie haben Angst, zunehmend die Kontrolle
über das eigene Leben zu verlieren und von anderen abhängig zu werden.
Die Alzheimer-Erkrankung bedeutet einen tiefen Einschnitt in ihr Leben.
Dies gilt jedoch nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen.
Sie sehen sich unvermittelt mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert.
„Genau hier setzt die neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga an“, so
Prof. Füsgen, Ärztlicher Direktor der Geriatrischen Kliniken Wuppertal.
„Der Ratgeber soll helfen, die häusliche Pflegesituation zu erleichtern
und die Lebensqualität aller Beteiligten zu verbessern“.
Ganzheitliche Therapie
Die Alzheimer-Erkrankung ist zwar bis heute noch nicht heilbar, der Krankheitsprozess
kann jedoch verlangsamt und die Begleitsymptome gelindert werden. Neben
einer medikamen-tösen Therapie ist es vor allem wichtig, die verbliebenen
Fähigkeiten des Betroffenen zu fördern und Defizite zu mindern. Eine große
Aufgabe für pflegende Angehörige, die sich nicht selten überfordert sehen.
„Im Prinzip sind sie jedoch die Experten“, so Füsgen. „Sie kennen die
Vergangenheit des betroffenen Familienmitglieds und wissen, was der Betroffene
mag und was ihm gut tun könnte“. Oft bedarf es nur ein paar wertvoller
Hinweise und der Umgang mit Alzheimer-Patienten wird deutlich erleichtert.
Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass alle Beteiligten die Diagnose akzeptieren
und lernen, mit der Krankheit zu leben.
Tipps für die Pflege im Alltag
Die Broschüre „Pflege von Alzheimer-Patienten“ stellt die Stadien der
Alzheimer-Erkrankung und ihre Symptome dar und zeigt Möglichkeiten der
Therapie auf. Im Mittelpunkt steht eine Beschreibung des Pflegealltags
verbunden mit Ratschlägen zu den entsprechenden Problemfeldern: Wie ermögliche
ich dem Betroffenen eine weitgehend selbständige Lebensführung? Wie gehe
ich mit Misstrauen, Aggressivität, Depressionen und innerer Unruhe des
Kranken um? Wie spreche ich den Betroffenen richtig an? Außerdem erläutert
die Broschüre, welche rechtlichen und finanziellen Vorkehrungen Angehörige
gemeinsam mit dem Kranken treffen sollten und gibt Antworten rund um das
Thema „Leben mit Alzheimer-Kranken“: Wie soll die Wohnung eingerichtet
sein, welche Anpassungs- oder Sicherheitsmaßnahmen sollten vorgenommen
werden? Was ist in Sachen Ernährung und Körperpflege zu beachten?
Hilfe annehmen
Mit der Broschüre möchte die DSL den Angehörigen aber auch Mut machen,
Hilfe anzunehmen - sowohl für den Kranken als auch für sich selbst. Die
Last der Pflege sollte auf mehrere Schultern verteilt werden. Hilfreich
ist ein privates Netzwerk aus Familien-angehörigen, Freunden und Nachbarn.
Aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen können in
Anspruch genommen werden. Professionelle Hilfe bei der Betreuung und Pflege
der Patienten leisten Ambulante Pflegedienste sowie Pflegezentren, die
Tages- und Kurzzeitpflege anbieten. Aber auch der Austausch mit anderen
Betroffenen in Selbsthilfe- und Angehörigengruppen kann eine große Hilfe
sein. Praktische Anleitungen zum Umgang mit Demenzkranken geben Informationsveranstaltungen
und Pflegekurse. Hinweise zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten
und nützliche Kontaktadressen enthält die DSL-Broschüre. Sie ist kostenlos
und kann schriftlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstr. 164
in 53175 Bonn oder im Internet unter www.dsl-alzheimer.de
angefordert werden.
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