Gute Betreuung kann Alzheimer-Kranken helfen
Neuer DSL-Ratgeber speziell für Angehörige


Bonn, 09.02.05 Eine den Geist anregende Pflege sowie eine einfühlsame Betreuung können das Fortschreiten der Alzheimer-Erkrankung verlangsamen und zum Erhalt der Lebensqualität der Betroffenen beitragen. Dies ist eine große Herausforderung für pflegende Angehörige. Um ihnen zu helfen, diese schwierige Aufgabe zu meistern, bietet die Deutsche Seniorenliga den neuen kostenlosen Leitfaden „Pflege von Alzheimer-Patienten“ an.

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz. Bei zwei Dritteln von ihnen lautet die Diagnose Alzheimer – eine schockierende Nachricht für die Betroffenen. Sie haben Angst, zunehmend die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren und von anderen abhängig zu werden. Die Alzheimer-Erkrankung bedeutet einen tiefen Einschnitt in ihr Leben. Dies gilt jedoch nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen. Sie sehen sich unvermittelt mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. „Genau hier setzt die neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga an“, so Prof. Füsgen, Ärztlicher Direktor der Geriatrischen Kliniken Wuppertal. „Der Ratgeber soll helfen, die häusliche Pflegesituation zu erleichtern und die Lebensqualität aller Beteiligten zu verbessern“.

Ganzheitliche Therapie
Die Alzheimer-Erkrankung ist zwar bis heute noch nicht heilbar, der Krankheitsprozess kann jedoch verlangsamt und die Begleitsymptome gelindert werden. Neben einer medikamen-tösen Therapie ist es vor allem wichtig, die verbliebenen Fähigkeiten des Betroffenen zu fördern und Defizite zu mindern. Eine große Aufgabe für pflegende Angehörige, die sich nicht selten überfordert sehen. „Im Prinzip sind sie jedoch die Experten“, so Füsgen. „Sie kennen die Vergangenheit des betroffenen Familienmitglieds und wissen, was der Betroffene mag und was ihm gut tun könnte“. Oft bedarf es nur ein paar wertvoller Hinweise und der Umgang mit Alzheimer-Patienten wird deutlich erleichtert. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass alle Beteiligten die Diagnose akzeptieren und lernen, mit der Krankheit zu leben.

Tipps für die Pflege im Alltag
Die Broschüre „Pflege von Alzheimer-Patienten“ stellt die Stadien der Alzheimer-Erkrankung und ihre Symptome dar und zeigt Möglichkeiten der Therapie auf. Im Mittelpunkt steht eine Beschreibung des Pflegealltags verbunden mit Ratschlägen zu den entsprechenden Problemfeldern: Wie ermögliche ich dem Betroffenen eine weitgehend selbständige Lebensführung? Wie gehe ich mit Misstrauen, Aggressivität, Depressionen und innerer Unruhe des Kranken um? Wie spreche ich den Betroffenen richtig an? Außerdem erläutert die Broschüre, welche rechtlichen und finanziellen Vorkehrungen Angehörige gemeinsam mit dem Kranken treffen sollten und gibt Antworten rund um das Thema „Leben mit Alzheimer-Kranken“: Wie soll die Wohnung eingerichtet sein, welche Anpassungs- oder Sicherheitsmaßnahmen sollten vorgenommen werden? Was ist in Sachen Ernährung und Körperpflege zu beachten?

Hilfe annehmen
Mit der Broschüre möchte die DSL den Angehörigen aber auch Mut machen, Hilfe anzunehmen - sowohl für den Kranken als auch für sich selbst. Die Last der Pflege sollte auf mehrere Schultern verteilt werden. Hilfreich ist ein privates Netzwerk aus Familien-angehörigen, Freunden und Nachbarn. Aber auch ehrenamtliche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen können in Anspruch genommen werden. Professionelle Hilfe bei der Betreuung und Pflege der Patienten leisten Ambulante Pflegedienste sowie Pflegezentren, die Tages- und Kurzzeitpflege anbieten. Aber auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfe- und Angehörigengruppen kann eine große Hilfe sein. Praktische Anleitungen zum Umgang mit Demenzkranken geben Informationsveranstaltungen und Pflegekurse. Hinweise zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten und nützliche Kontaktadressen enthält die DSL-Broschüre. Sie ist kostenlos und kann schriftlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstr. 164 in 53175 Bonn oder im Internet unter www.dsl-alzheimer.de angefordert werden.