Alle fünf Minuten auf die Toilette?

Durch zu häufiges Wasser lassen schrumpft die Blasenkapazität

 

Bonn, 08.12.2006 Aus Angst vor peinlichen Gerüchen und durch- nässter Wäsche setzen Menschen mit Blasenschwäche oft einen Teufelskreis in Gang: Sie gehen ständig vorbeugend auf die Toilette und tragen damit zur Verstärkung des Problems bei. Patienten sollten daher bei leichtem Harndrang den Gang zur Toilette möglichst weit hinausschieben. Denn wer stündlich oder noch öfter Urin ablässt, trainiert seine Blase auf Dauer regelrecht klein.

 

Aus Angst, bald schon wieder in Bedrängnis zu geraten, machen viele Menschen mit einer schwachen Blase genau das Falsche: Sie gehen vorsichtshalber ständig zur Toilette, um plötzlichem und kaum zu unterdrückendem Harndrang vorzubeugen. Durch das häufige Wasser lassen macht sich der Harndrang aber immer schneller bemerkbar, sodass ein normaler und unbeschwerter Alltag oft unmöglich wird.

 

Grund dafür ist in diesem Fall eine verminderte Speicherfähigkeit der Harnblase. Statt der 300 bis 500 Milliliter, die sich bei einem Gesunden bis zum nächsten Gang auf die Toilette problemlos in der Blase sammeln können, toleriert ein falsch trainiertes Organ nur noch geringe Füllmengen. Betroffene müssen dann immer häufiger zur nächsten Toilette eilen, obwohl sich nur wenig Urin in der Blase angesammelt hat. „Im Extremfall ist dann ein normales Leben nicht mehr möglich, da die Blase den Lebensrhythmus bestimmt“, warnt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.

 

Toilettentraining vergrößert das Blasenvolumen

Patienten können ihre Blase trainieren, indem sie die Abstände zwischen den Toilettengängen bewusst verlängern. Mit der Zeit gewöhnt sich die Blase dann wieder an größere Füllmengen. Fällt die Unterdrückung des Harndrangs anfangs noch zu schwer, können Medikamente für eine Entspannung der Blasenmuskulatur sorgen. Durch den verringerten Druck lässt der starke Harndrang nach und die Blase kann wieder mehr Urin speichern. Die gute Nachricht: Bei 80 bis 90 Prozent der Patienten führt die Kombination von Blasentraining und Medikamenten zum Erfolg.

 

Die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Symptomen und Formen der Inkontinenz hat die DSL in der Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ zusammengefasst. Sie informiert über Behandlungsmethoden und gibt Betroffenen praktische Tipps für den Alltag. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstraße 164 in 53175 Bonn oder kann im Internet unter www.dsl-blasenschwaeche.de abgerufen werden.