Viele
Menschen mit Alzheimerdemenz essen zu wenig
So
essen Demenzkranke wieder gern
Gemeinsame Mahlzeiten – sei es in der Familie
oder im Pflegeheim – sind für Menschen mit einer Demenz besonders wichtig: Sie
bedeuten Geselligkeit, geben dem Tag eine feste Struktur und ermöglichen dem
Kranken ein Stück Genuss. „Auf der anderen Seite kann essen für Demenzkranke
mit Frustration verbunden sein, weil der Appetit fehlt oder das
Zurechtschneiden der Speisen nicht mehr gelingt“, so Professor Giso Deussen, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga. „In
der Folge nehmen die Betroffenen kaum etwas zu sich und entwickeln Symptome
einer Mangelernährung.“
Menschen mit beginnender Demenz versorgen
sich oft noch selbst. Diese Selbstständigkeit sollte so lange wie möglich
erhalten werden. Gleichwohl muss die Familie darauf achten, ob der Angehörige
mit dem Einkauf zurechtkommt, ausgewogene Nahrungsmittel zu Hause hat und die
Mahlzeiten auch tatsächlich zubereiten kann. Andernfalls bietet es sich an,
einen Menü-Bringdienst zu beauftragen. Leidet der Betroffene an Appetitlosigkeit,
müssen die Ursachen möglichst beseitigt werden. So gehören chronische Schmerzen
ebenso in ärztliche Behandlung wie Zahnprobleme, Sodbrennen oder Verstopfung.
Ist mangelnder Appetit die Begleiterscheinung eines Medikaments, kann der
Hausarzt möglicherweise Abhilfe schaffen, indem er ein wirkungsgleiches
Medikament ohne diese Nebenwirkung verschreibt. Darüber hinaus helfen ein paar
praktische Maßnahmen, den Appetit anzuregen, etwa ein täglicher Spaziergang,
ein ansprechend und übersichtlich gedeckter Tisch sowie appetitlich
angerichtete, gut erkennbare Speisen. Schließlich gibt es Alzheimermedikamente,
die neben Gedächtnis, Alltagskompetenz und Aufmerksamkeit auch den Appetit
verbessern. Wenn Demenzkranke mit dem Besteck nicht mehr zurechtkommen, ist
Fingerfood eine einfache und hilfreiche Alternative, beispielsweise mundgerecht
geschnittene Obstspalten, Sandwichhäppchen, Cocktailtomaten oder Hackbällchen.
Fingerfood ermöglicht den Kranken, selbstständig zu essen und bewahrt ihre
Würde – anders als wenn Angehörige oder Pflegepersonal das Essen am Tisch klein
schneiden oder die Patienten füttern müssen. Wichtig ist es, persönliche
Vorlieben zu berücksichtigen: Am liebsten essen Menschen mit einer Demenz
Gerichte, die sie aus ihrer Jugend kennen. Unruhige Patienten kann man zum Essen
ermuntern, indem man kleine Speisen für zwischendurch im Haus bereitstellt,
etwa im Flur oder auf dem Couchtisch.
Wie es zu einer Alzheimerdemenz kommt, woran
sie zu erkennen ist und was im Fall der Diagnose auf die Betroffenen und ihre Familie
zukommt, erläutert die Broschüre „Alzheimer erkennen“. Sie ist kostenlos
erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in
53123 Bonn oder im Internet unter www.dsl-alzheimer.de.
Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz,
Mobilfunkpreise abweichend).