Blasenschwäche ist kein Schicksal
Trotz effektiver
Behandlungsmöglichkeiten wagen viele Patienten
nicht das Gespräch mit dem Arzt
Bonn, 10.05.06
Inkontinenz kann jeden treffen. Wird sie jedoch aus Scham verschwiegen und
nicht behandelt, beginnt häufig ein langer Leidensweg. Die Angst vor peinlichen
Gerüchen und durchnässter Wäsche sowie die ständige Befürchtung, die Toilette
nicht rechtzeitig zu erreichen, führt zur sozialen
Isolation
und zum Verlust des Selbstwertgefühls – besonders, wenn regelmäßig Windeln oder
Einlagen getragen werden müssen. Mit der neuen Broschüre „Blasenschwäche ist
kein Schicksal“ möchte die Deutsche Seniorenliga (DSL) daher über moderne
Behandlungsformen informieren und Betroffene ermutigen, Blasenschwäche nicht
als normale Alterserscheinung hinzunehmen.
Blasenschwäche hat einen dramatischen Einfluss
auf die Lebensqualität der Betroffenen, denn häufiger Harndrang und
unfreiwilliger Urinverlust machen einen normalen, unbeschwerten Alltag oft unmöglich. „Die sozialen Konsequenzen sind verheerend, denn Patienten
mit Blasenschwäche neigen dazu, sich immer mehr aus dem gesellschaftlichen
Leben auszugrenzen. Und damit ist Inkontinenz nicht nur ein medizinisches
Problem, sondern auch eine Funktionsstörung mit sozialen Folgen“, erklärt
Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL.
Trotz dieser schweren Einschränkungen des täglichen Lebens
wird das Thema Inkontinenz von Patienten häufig verschwiegen und als
Altersfolge oder Schicksal hingenommen. Geht man von den Verkaufszahlen der
Hersteller für Inkontinenzhilfsmittel aus, so dürften in Deutschland
schätzungsweise sechs bis zehn Millionen Menschen an Blasenschwäche leiden. Blasenschwäche
bei Erwachsenen stellt jedoch ein häufig verschwiegenes Tabu dar und für viele
Betroffene besteht eine große Hemmschwelle, mit ihren Beschwerden zum Arzt zu
gehen. Für die richtige Therapie ist
entscheidend, Form und Ausmaß der Blasenschwäche genau zu erfassen. Auch
mögliche Grund- und Begleiterkrankungen müssen mit dem Arzt abgeklärt werden.
Gerade in den letzten Jahren sind entscheidende Fortschritte
bei der Behandlung der Harninkontinenz erzielt worden, mit denen viele
Patienten erfolgreich therapiert werden können. Die Symptome lassen sich
zumindest so weit lindern, dass Betroffene den Bedarf an Einlagen oder Slips
deutlich reduzieren können und die sozialen Folgen der Blasenschwäche gut in
den Griff bekommen. In vielen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung die
Beschwerden nehmen oder zumindest deutlich lindern
und wieder ein normales Leben ermöglichen.
„Blasenschwäche kann heute wirksam behandelt werden, vorausgesetzt, man spricht
rechtzeitig mit dem Arzt.“, betont Erhard Hackler. Denn
je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Chancen für eine
erfolgreiche Therapie. Patienten sollten auch selbst aktiv werden und
die Funktion ihrer Blase mit gezielter Beckenboden-Gymnastik, Blasentraining
oder Gewichtsabnahme stärken. Eine Operation sollte
immer letztes Mittel sein, um Blasenschwäche zu beheben.
Die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Symptomen und
Formen der Inkontinenz hat die DSL in der Broschüre „Blasenschwäche ist kein
Schicksal“ zusammengefasst. Sie informiert über Behandlungsmethoden und gibt
Betroffenen praktische Tipps für den Alltag. Die Broschüre ist kostenlos
erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstraße 164 in 53175 Bonn
oder kann im Internet unter www.dsl-blasenschwaeche.de abgerufen werden.