Rheuma – was kann ich tun?
Ausgewogene Ernährung und Sport verbessern die Lebensqualität


Bonn, 07.09.05 Eine chronische Gelenkentzündung kann Menschen jeden Alters treffen. Die Symptome der Rheumatoiden Arthritis können beispielsweise sehr belastend sein. Nicht nur Schmerzen machen den Betroffenen zu schaffen, sondern häufig auch eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit, Arbeitsleistung und Selbstständigkeit. Dennoch sollten Betroffene nicht resignieren. Mit Hilfe physiotherapeutischer Maßnahmen, Sport und gezielter Ernährung können Arthritispatienten ihre medikamentöse Therapie aktiv unterstützen. Tipps hierzu gibt die Deutsche Seniorenliga e.V. - German Seniors.

Voraussetzung für eine effektive Rheumatherapie ist die frühzeitige Einnahme so genannter Basismedikamente, die das Fortschreiten der Gelenkzerstörung aufhalten. Hinzu kommen Schmerzmittel, die die entzündungsbedingten Beschwerden lindern. Um die Beweglichkeit zu erhalten und zu fördern, sind Ergo-, Kälte- oder Elektrotherapien sinnvoll. Kalte Umschläge beispielsweise, verringern die Entzündungen und lindern die Schmerzen. Gelenkschonende Ausdauersportarten wie Walking, Wandern, Schwimmen, Tanzen, Reiten oder Langlauf stärken die Muskulatur und verbessern die Kondition, ohne die Krankheitsaktivität zu erhöhen. Lediglich während eines akuten Schubs sollte auf ein intensives Training verzichtet werden. Spezielle Bewegungs- und Entspannungsübungen sowie der Einsatz von Hilfsmitteln erleichtern den Alltag.

Bedeutung der Ernährung

Neben Sport kann auch die Ernährung die Lebensqualität von Rheumapatienten verbessern. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der eingeschränkte Genuss entzündungsfördernder Nahrungsmittel die Gelenkschmerzen lindern und den Bedarf an Schmerzmitteln verringern kann. Empfehlenswert für Arthritispatienten ist eine vollwertige, gesunde Mischkost: Obst und Salate gehören täglich auf den Teller. Auf fettreiche Wurst, Milchprodukte und Fleisch sollten Rheumapatienten möglichst verzichten, denn diese tierischen Lebensmittel enthalten große Mengen an Arachidonsäure. Aus dieser mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäure produziert der Körper entzündungsfördernde Botenstoffe, die die Beschwerden negativ beeinflussen. Hingegen ist der gelegentliche Verzehr von fettarmer Milch und mageren Fleischprodukten möglich. Reduzieren sollten Rheumapatienten auch Sonnenblumen-, Distel- oder Maiskeimöl. Sie enthalten Linolsäure, eine Vorstufe der Arachidonsäure. Mindestens zweimal die Woche sollte fetter Hochseefisch wie Makrele, Hering und Lachs auf dem Speiseplan stehen. Er enthält entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren – insbesondere die Eicosapentaensäure, den Gegenspieler der Arachidonsäure. Ebenfalls reich an Omega-3-Fettsäuren sind hochwertige Pflanzenöle wie Weizenkeim-, Raps-, Lein- und Walnussöl. Eine solche ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung schützt zudem vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hilft das Gewicht zu halten und die Gelenke zu entlasten.

Nahrungsergänzung

Frisches Obst und Gemüse dient dazu, den erhöhten Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelemente zu decken. Besonders wichtig für Rheumapatienten sind, neben Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und C sowie Selen, Kupfer, Zink und Carotinoide, die als Antioxidanzien bezeichnet werden. Sie fangen die aggressiven Sauerstoff-Verbindungen ab, die verstärkt durch die rheumatischen Entzündungsprozesse gebildet werden und zusätzlich die Gelenke angreifen. Außerdem sollten Arthritispatienten auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin D, K und C achten, denn sie besitzen ein erhöhtes Risiko, an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken, insbesondere wenn sie gleichzeitig eine medikamentöse Behandlung mit Steroiden erhalten. Häufig ist es für Betroffene jedoch schwierig, ihre Ernährung so konsequent umzustellen, dass sie genügend entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren sowie Antioxidanzien und Calcium aufnehmen. Daher kann nach Absprache mit dem Arzt eine zusätzliche Einnahme wichtiger Mikronährstoffe und Fettsäuren sinnvoll sein. Eine solche Ergänzung der Ernährung sollte speziell auf den Bedarf von Rheumapatienten abgestimmt sein.

Zunächst erscheinen die Ernährungsempfehlungen für Rheumapatienten sehr komplex, Betroffene werden jedoch merken, dass sie sich schnell an ihren neuen Speiseplan gewöhnen und so das körperliche Wohlbefinden stärken können. Tipps zur Ernährungsumstellung gibt die Broschüre „Rheuma und Ernährung“ der Deutschen Seniorenliga sowie die Internetseite www.dsl-ernaehrung.de. Die Broschüre ist kostenfrei und kann im Internet heruntergeladen werden.