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Voraussetzung für eine effektive Rheumatherapie ist die frühzeitige Einnahme
so genannter Basismedikamente, die das Fortschreiten der Gelenkzerstörung
aufhalten. Hinzu kommen Schmerzmittel, die die entzündungsbedingten Beschwerden
lindern. Um die Beweglichkeit zu erhalten und zu fördern, sind Ergo-,
Kälte- oder Elektrotherapien sinnvoll. Kalte Umschläge beispielsweise,
verringern die Entzündungen und lindern die Schmerzen. Gelenkschonende
Ausdauersportarten wie Walking, Wandern, Schwimmen, Tanzen, Reiten oder
Langlauf stärken die Muskulatur und verbessern die Kondition, ohne die
Krankheitsaktivität zu erhöhen. Lediglich während eines akuten Schubs
sollte auf ein intensives Training verzichtet werden. Spezielle Bewegungs-
und Entspannungsübungen sowie der Einsatz von Hilfsmitteln erleichtern
den Alltag.
Bedeutung der Ernährung
Neben Sport kann auch die Ernährung die Lebensqualität von Rheumapatienten
verbessern. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der eingeschränkte
Genuss entzündungsfördernder Nahrungsmittel die Gelenkschmerzen lindern
und den Bedarf an Schmerzmitteln verringern kann. Empfehlenswert für Arthritispatienten
ist eine vollwertige, gesunde Mischkost: Obst und Salate gehören täglich
auf den Teller. Auf fettreiche Wurst, Milchprodukte und Fleisch sollten
Rheumapatienten möglichst verzichten, denn diese tierischen Lebensmittel
enthalten große Mengen an Arachidonsäure. Aus dieser mehrfach ungesättigten
Omega-6-Fettsäure produziert der Körper entzündungsfördernde Botenstoffe,
die die Beschwerden negativ beeinflussen. Hingegen ist der gelegentliche
Verzehr von fettarmer Milch und mageren Fleischprodukten möglich. Reduzieren
sollten Rheumapatienten auch Sonnenblumen-, Distel- oder Maiskeimöl. Sie
enthalten Linolsäure, eine Vorstufe der Arachidonsäure. Mindestens zweimal
die Woche sollte fetter Hochseefisch wie Makrele, Hering und Lachs auf
dem Speiseplan stehen. Er enthält entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren
– insbesondere die Eicosapentaensäure, den Gegenspieler der Arachidonsäure.
Ebenfalls reich an Omega-3-Fettsäuren sind hochwertige Pflanzenöle wie
Weizenkeim-, Raps-, Lein- und Walnussöl. Eine solche ausgewogene und bedarfsgerechte
Ernährung schützt zudem vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hilft das Gewicht
zu halten und die Gelenke zu entlasten.
Nahrungsergänzung
Frisches Obst und Gemüse dient dazu, den erhöhten Bedarf an Vitaminen,
Mineralstoffen und Spurenelemente zu decken. Besonders wichtig für Rheumapatienten
sind, neben Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und C sowie Selen, Kupfer, Zink
und Carotinoide, die als Antioxidanzien bezeichnet werden. Sie fangen
die aggressiven Sauerstoff-Verbindungen ab, die verstärkt durch die rheumatischen
Entzündungsprozesse gebildet werden und zusätzlich die Gelenke angreifen.
Außerdem sollten Arthritispatienten auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium
und Vitamin D, K und C achten, denn sie besitzen ein erhöhtes Risiko,
an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken, insbesondere wenn sie gleichzeitig
eine medikamentöse Behandlung mit Steroiden erhalten. Häufig ist es für
Betroffene jedoch schwierig, ihre Ernährung so konsequent umzustellen,
dass sie genügend entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren sowie Antioxidanzien
und Calcium aufnehmen. Daher kann nach Absprache mit dem Arzt eine zusätzliche
Einnahme wichtiger Mikronährstoffe und Fettsäuren sinnvoll sein. Eine
solche Ergänzung der Ernährung sollte speziell auf den Bedarf von Rheumapatienten
abgestimmt sein.
Zunächst erscheinen die Ernährungsempfehlungen für Rheumapatienten sehr
komplex, Betroffene werden jedoch merken, dass sie sich schnell an ihren
neuen Speiseplan gewöhnen und so das körperliche Wohlbefinden stärken
können. Tipps zur Ernährungsumstellung gibt die Broschüre „Rheuma und
Ernährung“ der Deutschen Seniorenliga sowie die Internetseite www.dsl-ernaehrung.de.
Die Broschüre ist kostenfrei und kann im Internet heruntergeladen werden.
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