Weltdiabetestag 2007

Süßes Gift im Blut – „Altersdiabetes“ bei Kindern

Bonn, 06.11.2007 „Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“ So lautet das Motto für den Weltdiabetestag 2007, der am 14. November, dem Geburtstag des Insulinentdeckers Frederick Banting, begangen wird. Alterszucker ist längst keine Frage des Alters mehr: Der jüngste Patient, bei dem Diabetes vom Typ II gefunden wurde, ist gerade einmal fünf Jahre jung. Fachleute sind inzwischen ernsthaft darüber besorgt, dass Diabetes vom Typ I und II immer früher diagnostiziert wird. In Deutschland sind heute schätzungsweise 20.000 Kinder und Jugendliche betroffen - mit steigender Tendenz.

In den vergangenen Jahren hat sich bei Kindern unter 14 Jahren das Auftreten der Diabetes des Typs I verdoppelt*. Fachleute rechnen mit Blick auf die Erfahrungen aus den USA damit, dass in den kommenden Jahren auch in Deutschland Diabetes vom Typ II, der so genannte Altersdiabetes, unter Kindern zunehmen wird. Bisher galten hauptsächlich Menschen ab dem 40. Lebensjahr als gefährdet, vor allem solche, die an Übergewicht leiden und wenig Sport treiben. Als Besorgnis erregend ist der "dramatische Anstieg" der Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Weniger Bewegung in der Schule und der Freizeit, Fernsehen, Computerspiele und Fastfood sind dafür verantwortlich, dass heute jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche übergewichtig sind. 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland übergewichtig, 800.000 sogar extrem dick. Sie sind gefährdet, im frühen Lebensalter an Diabetes zu erkranken.

Bis noch vor einigen Jahrzehnten war der Diabetes Typ 1 eine tödliche Diagnose und erst die Entdeckung und Herstellung des Insulins vor 90 Jahren brachte eine Wende in der Behandlung. Aber bis heute muss das Insulin jeden Tag gespritzt werden. Eine Behandlung, die besonders für Kinder eine große Herausforderung ist. Je besser der Diabetes behandelt wird, umso sicherer sind die Kinder vor den fatalen Spätfolgen wie Erblindung, Amputation, Nieren- und Nervenschäden.

Kaum eine Krankheit ist jedoch so gut erforscht, und zahlreiche Studien und die Erfahrung vieler Betroffener zeigen, dass Menschen mit Diabetes ein sehr hohes Maß an Lebensqualität aufrechterhalten können. Das Ziel jeder Diabetes-Behandlung ist es, die Blutzuckerwerte dauerhaft auf Werte einzustellen, die denen eines gesunden Menschen nahe kommen. Dies erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung, denn bei kaum einer anderen Erkrankung hängt der Behandlungserfolg so stark vom Patienten ab wie bei Diabetes. „Wer die Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel, Insulin, Ernährung und Bewegung kennt und dieses Wissen auch umsetzt, vermeidet gefährliche Folgeerkrankungen und kann so ein ganz normales Leben führen“, rät Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga (DSL)

Die neue Broschüre der DSL „Gut leben trotz Diabetes“ informiert über die Krankheit, ihre Folgen und Risikofaktoren. Gleichzeitig enthält sie Tipps, wie man durch regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte, eine gesunde Lebensweise und die konsequente Umsetzung der Behandlungsmaßnahmen sein  Wohlbefinden aufrecht erhalten oder sogar steigern kann. Die Broschüre kann ab sofort bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder unter www.dsl-diabetes.de im Internet bestellt werden.

* Quelle: Stiftung "Das zuckerkranke Kind", hervorgegangen aus der Deutschen Diabetesstiftung.