Blutdruck: Zu hoch oder zu niedrig?

Einmalige Messung beim Arzt sagt wenig über den Blutdruck aus

Bonn, 06.01.09 Die Blutdruckmessung beim Arzt liefert häufig ein falsches Bild. Der Grund: Verschiedene Effekte können dazu führen, dass der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig ausfällt. So reicht bei jedem fünften Patienten die Aufregung eines Arztbesuches bereits aus, um seinen Blutdruck deutlich zu erhöhen. Anders die Praxis-Normotoniker - ihre Messwerte fallen beim Arzt in gesunde Bereiche, doch im Alltag oder am Arbeitsplatz stehen sie unter Stress, und ihr Blutdruck läuft aus dem Ruder.

„Die Messwerte hängen nicht nur von der Messmethode ab, sondern auch davon, von wem und wo gemessen wird“, sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Schon lange ist bekannt, dass etliche Patienten in der Praxis einen erhöhten Blutdruck aufweisen, während er bei der häuslichen Messung im Normalbereich liegt. Dieser Weißkittel-Effekt fällt umso deutlicher aus, je mehr sich ein Patient um seinen Blutdruck sorgt. Seit einigen Jahren kennt man jedoch eine zweite, ähnlich große Gruppe von Menschen, deren Blutdruckwerte bei der ärztlichen Messung ebenfalls ein falsches Bild liefern, die so genannten Praxis-Normotoniker. Entspannt sitzen sie ihrem Arzt gegenüber, das Gefühl kompetenter Fürsorge lässt Anspannung wie Blutdruck in gesunde Bereiche fallen. Doch im Arbeitsalltag stehen sie unter Stress, der ihren Blutdruck in die Höhe treibt.

Regelmäßig selbst messen

Die DSL empfiehlt deshalb vor allem Menschen, die im Beruf stark unter Stress stehen oder familiär vorbelastet sind, an Übergewicht leiden, rauchen und sich wenig bewegen, ihren Blutdruck eigenständig zu kontrollieren. Selbstmessungen in entspannter häuslicher Atmosphäre spiegeln die Blutdrucksituation meist besser wider als die Messung beim Arzt oder in der Apotheke. Ein einmalig erhöhter Blutdruck ist dabei wenig aussagekräftig, da der Blutdruck ununterbrochen schwankt und durch Aufregung, Konzentration, Arbeit oder Sport ständig beeinflusst wird. Bluthochdruck gilt erst dann als bestätigt, wenn an mindestens drei aufeinander folgenden Tagen bei jeweils drei Messungen immer wieder erhöhte Werte vorliegen.

Rechtzeitig diagnostiziert, können erhöhte Blutdruckwerte oft mit einer Veränderung des Lebensstils gesenkt und Folgeschäden vermieden werden. Durch regelmäßige Selbstmessungen können Betroffene dann verfolgen, wie sich ihre Lebensführung, z. B. eine gesunde, salzarme Ernährung und viel Bewegung, positiv auf ihren Blutdruck auswirkt und wie umgekehrt etwa Stress und anhaltende Konfliktsituationen den Blutdruck in die Höhe treiben.

Die wichtigsten Informationen zu Entstehung, Risiken und Vorbeugung von Bluthochdruck hat die DSL in der Broschüre „Bluthochdruck natürlich senken“ zusammengestellt. Sie gibt Tipps für den Umgang mit Stress und erklärt, wie man selber durch ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung vorsorgen und oft auch bestehenden Beschwerden entgegenwirken kann. Der Ratgeber ist kostenfrei und kann schriftlich bei der DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder im Internet unter www.dsl-bluthochdruck.de bestellt werden.