Mit früher
Alzheimer-Diagnose kostbare Zeit gewinnen
Angehörige
können durch frühe Diagnose organisatorisch und psychisch entlastet werden
Bonn, 05.09.06 Alzheimer gehört zu den gefürchtetsten
Diagnosen überhaupt. Doch Angst ist kein guter Ratgeber, wenn es um die eigene
Gesundheit und den Verlust der Erinnerung geht. Je früher
Alzheimer erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Chance, den
Krankheitsprozess zu verlangsamen. Patienten und Angehörige gewinnen so kostbare
Zeit, in der sich rechtliche und finanzielle Angelegenheiten noch gemeinsam
regeln lassen. Auch können begleitende therapeutische Maßnahmen in die Wege
geleitet und Informationen über Hilfsangebote eingeholt werden.
Angst vor Kontrollverlust und Verwirrtheit rangiert in der
Bevölkerung noch vor der Krebsangst. Daher scheint es logisch, dass niemand
gerne über den Verlust der Erinnerung spricht. Noch schmerzlicher und
beschämender empfinden Alzheimer-Patienten den Verlust ihrer Fähigkeit,
alltägliche Probleme zu lösen und eigenverantwortlich zu handeln. Betroffene
versuchen daher, geistige Defizite möglichst lange zu verbergen. Aber auch
Angehörige wollen es oft nicht wahrhaben und verdrängen die mögliche Diagnose.
Die Angst führt dazu, dass sich Betroffene zunächst erst gar nicht untersuchen
lassen. Experten schätzen, dass nur 10 bis 15 Prozent aller Demenzerkrankungen
im Frühstadium erkannt werden. Dabei hilft eine frühe Diagnose nicht nur dem
Patienten. Auch Angehörige, die einen Demenzkranken pflegen und begleiten,
können sich mit der Situation vertraut machen.
Frühe Alzheimer-Diagnose hilft, die Zukunft
bewusst zu planen
Angehörige und Patient haben den Vorteil, dass sie sich
rechtzeitig informieren und auf die Erkrankung besser vorbereiten können. So haben sie die Möglichkeit, eine
angemessene Pflege zu planen und eine Vertrauensperson zu bestimmen, die später
die Sorge für das Vermögen trägt. Und nicht zuletzt können moderne Medikamente
zur Behandlung der Alzheimer Demenz - so genannte Antidementiva - die
Alltagskompetenz bei einer frühen Diagnose länger erhalten und die
Heimunterbringung um bis zu zwei Jahre verzögern. „Das
mag nach wenig klingen, ist aber für Betroffene ein großer Gewinn an
Lebensqualität und nimmt den Angehörigen die Bürde, notwendige Entscheidungen
ganz allein zu treffen“, sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der
DSL. Hinzu kommt: Je früher Alzheimer-Patienten mit den speziellen
medikamentösen Therapien und begleitenden Maßnahmen beginnen, desto länger kann
der geistige Verfall verzögert werden. Um bereits in einem frühen Stadium
einzugreifen, ist es wichtig, erste Symptome erkennen und einordnen zu können.
Familie und Freunde sind häufig die ersten, denen
Veränderungen im Verhalten auffallen. Doch was gehört zum normalen
Alterungsprozess und wo beginnt eine Alzheimer Demenz? Die Broschüre
"Alzheimer erkennen" der Deutschen Seniorenliga hilft Betroffenen und
Angehörigen, erste Anzeichen der Erkrankung zu erkennen und informiert über
Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Sie ist kostenlos und kann schriftlich bei
der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstr. 164 in 53175 Bonn oder im Internet
unter www.dsl-alzheimer.de abgerufen werden.