Ältere Autofahrer zum „Augen-TÜV“
Sehfehler in dunkler Jahreszeit besonders gefährlich

Bonn, 04.11.08 Wegen häufig schlechter Sichtverhältnisse im Herbst und im Winter sind beim Autofahrer perfekte Augen gefordert. Bei Dunkelheit, Regen und blendenden Scheinwerfern können schon kleine Sehfehler fatale Folgen haben. Ein intaktes Gesichtsfeld bzw. ein ausreichender Sichtwinkel, Dämmerungs- und Farbensehen oder die Blendungsempfindlichkeit  sind wichtige Sicherheitsfaktoren für den Autofahrer.

"Fehlsichtigkeit, die nicht perfekt korrigiert ist, macht sich im Straßenverkehr besonders stark bemerkbar“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL). Rund 85 Prozent aller Sinneseindrücke werden über die Augen aufgenommen. Nur wer Gefahrensituationen schnell und richtig erkennen kann, ist in der Lage, rechtzeitig und sicher zu reagieren. Besonders gefährlich wird es in den Abendstunden, denn viele Autofahrer leiden mit fortschreitendem Alter zunehmend unter eingeschränktem Dämmerungssehen und hoher Blendempfindlichkeit. Bei jedem dritten Autofahrer ist das nächtliche Sehvermögen so schwach, dass ein sicheres Fahren nach Sonnenuntergang nicht mehr möglich ist. Solche Veränderungen können ab dem 40. Lebensjahr schleichend auftreten und werden meist kaum oder gar nicht wahrgenommen - bis es zum Unfall kommt.

Anders als in anderen Ländern ist in Deutschland keine regelmäßige Augenuntersuchung zur Verlängerung der Fahrerlaubnis vorgeschrieben. „Gerade ältere Verkehrsteilnehmer sollten deshalb im eigenen und im Interesse anderer Verkehrsteilnehmer ihre Augen freiwillig spätestens alle zwei Jahre testen lassen. Das Auto wird wie selbstverständlich regelmäßig gecheckt – die Augen sollten mindestens genauso wichtig sein“, so Hackler.

Die neue kostenlose Broschüre „Besser sehen – mehr erleben“ informiert umfassend über die häufigsten Sehmängel wie Kurz- oder Weitsichtigkeit bzw. Alterssichtigkeit. Der Ratgeber gibt Tipps, wie diese Defizite und Erkrankungen frühzeitig erkannt werden können und informiert über verschiedene Korrektur- oder Behandlungsmöglichkeiten. Bestelladresse: DSL, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Im Internet informiert www.dsl-sehen.de über das Thema.

Hintergrund

Laut einer repräsentativen Studie des Instituts Allensbach zweifelt etwa jeder dritte Autofahrer an seiner Sehkraft. Weil die Sehkraft schleichend nachlässt und Sehfehler dadurch unbemerkt bleiben, ist die bei einem Sehtest objektiv ermittelte Sehschärfe oftmals noch schlechter als dies der subjektive Eindruck vermittelt. Die Sehleistung jedes Menschen verändert sich im Laufe des Lebens. Die Fähigkeit der Augen, sich auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen, nimmt ab, die Lichtbrechung ändert sich. Eine gewisse Rolle spielt auch die ab dem 40. bis 50. Lebensjahr beginnende Trübung der Augenlinsen, die das Sehen am Tag zunächst kaum beeinträchtigt, wohl aber das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen wie bei Regen, Nebel, Schneetreiben oder in der Dunkelheit. Im Auge entsteht „Streulicht“, welches die Blendempfindlichkeit erhöht und das Sehen in der Dämmerung erschwert. Diese Veränderung geschieht in der Regel so langsam, dass sie zunächst nicht bemerkt wird, und mancher Betroffene überschätzt sein Sehvermögen. Sie bewirkt aber, dass Umrisse verschwimmen, Entfernungen nicht mehr richtig eingeschätzt und Hindernisse leichter übersehen werden.