Um den Schlaf gebracht

Blasenschwäche kann die Nachtruhe empfindlich stören

 

Bonn, 03.01.08 Nachts dreimal raus auf die Toilette, weil die Blase drückt – vielen Menschen nimmt das den gesunden Schlaf und rückt eine erholsame Bettruhe in weite Ferne. Doch nur wenige Betroffene haben den Mut, die Ursachen ihrer Blasenschwäche klären zu lassen. Aus verschiedenen Gründen sollten sie dies aber unbedingt tun.

 

Häufiges Wasserlassen, dauernder Harndrang, oft auch nachts, zehren an den Nerven. Tagsüber arrangieren sich Betroffene mit der Blasenschwäche und gehen einfach häufig auf die Toilette. Nachts sind die Störungen schon problematischer, weil mangelnder Schlaf das Immunsystem schwächt, die Müdigkeit am Tage erhöht, reizbar und unkonzentriert macht. Auch die Sturzgefahr ist groß, wenn ältere Menschen schlaftrunken zur Toilette taumeln.

 

Geht man von den Verkaufszahlen der Hersteller für Inkontinenzprodukte aus, so dürften in Deutschland schätzungsweise sechs bis zehn Millionen Menschen an Blasenschwäche leiden. Doch nur wenige gehen zum Arzt und suchen medizinische Hilfe. Sie nehmen die Belastung ihrer Lebensqualität und Gesundheit in Kauf oder versorgen sich selbst mit diversen Hilfsmitteln. Häufiger Harndrang kann jedoch Begleiterscheinung einer anderen, ernsthafteren Störung sein. Auch das Parkinson-Syndrom, Alzheimer Demenz, Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall können Inkontinenz zur Folge haben.

 

Wege aus der Blasenschwäche

Der Arzt kann fast allen Patienten mit einer individuellen Therapie helfen, wenn diese über ihre Beschwerden reden. Ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich, weil Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen unheilbar sind, lassen sich die Symptome zumindest so weit lindern, dass Betroffene den Bedarf an Einlagen oder Slips deutlich reduzieren können und die sozialen Folgen der Blasenschwäche gut in den Griff bekommen.

 

Betroffene sollten sich bewusst mit dem Thema Blasenschwäche auseinandersetzen, denn Unwissenheit und Verdrängung verstärken nur die eigene Unsicherheit. Um die Funktionsstörung besser zu verstehen, informiert die Deutsche Seniorenliga mit dem Ratgeber „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ über die wichtigsten Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Sie möchte Betroffenen helfen, sich auf den Arztbesuch vorzubereiten und Mut machen, Blasenschwäche nicht als normale Alterserscheinung hinzunehmen. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn und kann postalisch oder im Internet unter

www.dsl-blasenschwaeche.de bestellt werden.