Inflation trifft vor allem Rentner mit
geringem Einkommen
Bonn, 02.10.07 Rentner mit niedrigem Einkommen sind nach einem Bericht der
Tageszeitung "Die Welt" besonders stark von der steigenden Inflationsrate
und den damit verbundenen Preissteigerungen bei Produkten des täglichen
Bedarfs, wie Brot, Milch oder Obst betroffen. Wie der Statistiker Hans Wolfgang
Brachinger für die Zeitung berechnete, stieg der sogenannte
"Rentner-Portemonnaie-Index" von April 2006 bis August 2007 um 2,6
Prozent und damit mehr als 40 Prozent stärker als der offizielle
Verbraucherpreisindex. Der Index umfasst die 50 Güter, die ein Haushalt mit
zwei Rentnern und geringem Einkommen am meisten kauft.
Zu den Nullrunden und
wachsenden Sozialabgaben werden die Renten durch weitere Belastungen
geschmälert: Kosten für Wohnungen steigen, medizinische Behandlungen werden
teurer, alltägliche Ausgaben kosten immer mehr. Im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen
werden Rentner hierbei erheblich stärker
belastet. Während der Preisanstieg im Bundesdurchschnitt bei 2,9 Prozent liegt,
trifft er Rentner in Wirklichkeit mit 3 bis 3,2 Prozent. Da viele Rentner einen
großen Teil ihrer Rente für Lebensmittel ausgeben, trifft der Preisanstieg bei
Lebensmitteln Rentner mehr als doppelt so hart wie die Gesamtbevölkerung.
Vor
diesem Hintergrund fordert Professor Giso Deussen, Vorsitzender der Deutschen
Seniorenliga, eine lineare Anpassung der Renten an die Preissteigerungen sowie eine
stetige Anpassung des Warenkorbes an den tatsächlichen Rentnerbedarf. „Statt
Rentner in die Altersarmut zu treiben,
sollten sie nach Nullrunden und
Mehrbelastungen endlich am Aufschwung beteiligt werden. Es darf nicht sein,
dass der durch Inflation verursachte Kaufkraftverlust den Renterinnen und
Rentnern deutlich größere Nachteile bringt als der restlichen Bevölkerung“, so
Professor Deussen. „Zwar ist Bundespräsident Horst Köhler in seiner
jüngsten Rede auf die unterschiedliche Entwicklung der Einkommen eingegangen.
Allerdings hätte der Bundespräsident auch auf die negative
Einkommensentwicklung und die dramatischen Folgen für Millionen Rentnerinnen
und Rentner hinweisen müssen“.